Theaterensemble aus Frankfurt war zu Gast

Witzenhäuser Schüler erlebten Kafka im Dunkeln

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Blick ins Schwarze: Ungewohnt war es für die Schüler, über eine Stunde in völliger Dunkelheit zu sitzen.

Witzenhausen. Das Theater Ensemble Kortmann und Konsorten aus Frankfurt ist dafür bekannt, Stücke außergewöhnlich, modern und einfach anders auf die Bühne zu bringen. Am Montag kamen 190 Schüler der Beruflichen Schulen in Witzenhausen in den Genuss, „Die Verwandlung“ von Franz Kafka zu erleben.

Der Clou: Sarah Kortmann, Daniela Fonda, Julian König und Ole Bechtold inszenierten die Geschichte um Gregor Samsa, der eines Morgens erwacht und sich selbst in einen Käfer verwandelt wiederfindet, in völliger Dunkelheit. Die gesamte Aula der Beruflichen Schulen wurde zur Bühne, die vier Schauspieler bewegten sich im ganzen Raum, mitten durch die Schülerschaft hindurch, geführt nur von weißen Leuchtstreifen auf dem Boden.

Da sich die Aula nicht vollständig abdunkeln ließ, bekam jeder Schüler zusätzlich eine schwarze Maske, um sich für etwas mehr als eine Stunde ausschließlich auf das Gehörte konzentrieren zu können. Eine völlig neue Erfahrung für die Mädchen und Jungen der Oberstufe.

Lehrerin Kirsten Theiß, die unter anderem Darstellendes Spiel unterrichtet, hatte Kortmann und Konsorten nach einem sehr erfolgreichen Gastspiel im vergangenen Jahr nun bereits zum zweiten Mal in die Beruflichen Schulen Witzenhausen eingeladen. Dass „Die Verwandlung“ in völliger Dunkelheit stattfinden sollte, erfuhr die Lehrerin selbst erst kurz vor Vorstellungsbeginn. Kortmann und Konsorten sind eben immer für eine Überraschung gut.

Für die Schüler ging das Theater-Abenteuer schon mit Betreten der Aula los. Grüppchen wurden auseinander gerissen, jedem Schüler wurde ein Platz zugeteilt, garantiert nicht neben dem besten Freund oder der besten Freundin. Schließlich sollte jeder seine eigenen Eindrücke während der Inszenierung sammeln. Nicht allen gefiel das. Auch die Tatsache, dass die Hälfte der Stühle mit dem Rücken zur Bühne standen, sorgte bei vielen für Irritation.

Schnell stellte sich aber heraus: Die ganze Aula ist die Bühne. Die vier, völlig in Schwarz gekleideten Schauspieler bewegten sich geradezu lautlos durch den Raum, was auch für den ein oder anderen Schreck sorgte, wenn sie plötzlich anfingen zu sprechen.

Die Texte aus Kafkas Erzählung waren aufgeteilt, feste Rollenverteilungen gab es nicht, die völlige Dunkelheit erweckte den Eindruck, die Stimmen kämen von überall her.

Ein aufregendes Theater-Erlebnis, was bei den meisten Schülern noch lange für Gesprächsstoff sorgte.

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