Junge Forscher

Foto aus über 30 Kilometern Höhe: Witzenhäuser Schüler schicken Wetterballon los

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Gleich steigt der Wetterballon in die Luft. Dennis Jaeger(von links), Jacob Rode und Maxim Martin halfen Julius Heinzl und Laszlo Böhmer (rechts) beim Start. Projektleiter Markus Meister überwachte den Start.

36.000 Meter Höhe, Minus 55 Grad Celsius, 5400 Liter Helium. Beeindruckende Zahlen, die alle zum Flug eines von Witzenhäuser Schülern konstruierten Wetterballons gehören.

Er ist am Freitag auf dem Schulhof der Berufsbildenden Schulen in Witzenhausen gestartet. Laszlo Böhmer (16 Jahre) und Julius Heinzl (15 Jahre), beide Schüler der Johannisberg-Schule, haben den Wetterballon und eine dazugehörige Messsonde im Rahmen der Junior Ingenieur Akademie (JIA) konstruiert. Die JIA ist ein Kooperationsangebot der Beruflichen Schulen Witzenhausen für Mittelstufenschüler der Jahrgangsstufen neun und zehn der Johannisbergschule. Es soll Schüler für Technik begeistern.

Rund sechs Monate Arbeit haben die beiden Schüler zusammen mit Projektleiter Markus Meister in die Entwicklung und Umsetzung des Wetterballons investiert. Im Rahmen der Klimamesse war am Freitag dann der Höhepunkt der langen Arbeit gekommen: Auf dem Schulhof schickten Julius Heinzl und Laszlo Böhmer ihren Ballon in die Höhe. Gespannt verfolgten Schüler, Lehrer und Besucher den Start: Zuerst befüllten die Konstrukteure den Ballon aus Latex mit 5400 Liter Helium. Danach befestigten sie sowohl einen Fallschirm als auch eine Box, ausgestattet mit Kamera und Sensoren, an dem Ballon mit einem Durchmesser von rund zwei Metern.

In 30.000 Meter Höhe entstand das Bild. Unten ist das Logo der Schule zu sehen, das am Wetterballon befestigt war.

Starker Wind erschwerte ihnen ihre Arbeit, um 13.15 Uhr aber stieg der Wetterballon dann wie geplant in die Höhe, zu Beginn mit einer Geschwindigkeit von etwa acht Metern pro Sekunde. „Der Wetterballon wird jetzt auf eine Höhe von etwa 36 000 Metern steigen, dafür braucht er 70 Minuten. Dabei wird er immer größer, bis er einen Durchmesser von zwölf Metern erreicht hat, dann wird er platzen“, erklärte Markus Meister.

Gleich nach dem Start setzte er sich mit den beiden Jung-Konstrukteuren ins Auto, um den Ballon nach seiner Landung zu bergen. Um 16.30 Uhr sammelten sie ihn in der Nähe von Leipzig wieder ein, die genauen Koordinaten wurden vom Ballon selbst per Kurznachricht übermittelt. Die gewonnenen Daten zu Temperatur, Luftdruck, Licht und Luftfeuchtigkeit werden die Schüler in den kommenden Wochen auswerten und mit rund 30 Jahre alten Daten vom deutschen Wetterdienst vergleichen. „Wir wollen so den Klimawandel und die Erderwärmung deutlich machen“, erklärt Laszlo Böhmer.

Rund 600 Euro kostet das Projekt, das Gesundheitszentrum Gelstertal Großalmerode hat den Versuch unterstützt und die Kosten für das Helium übernommen.

In 800 Metern Höhe schoss die Kamera dieses Beweisbild vom Flug des Wetterballons.

Dieses Video ist ein Inhalt der Videoplattform Glomex und wurde nicht von der HNA erstellt.

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