Koordinatoren haben viel Erklärungs- und Überzeugungsarbeit zu leisten

Witzenhäuser sollen so nachhaltig wie möglich wirtschaften und leben

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Für eine nachhaltige Stadt: Kolja Braun (links) und Christoph Schösser sind Koordinatoren für die entwicklungspolitische Zusammenarbeit. Sie sollen eine Strategie entwickeln, wie einige der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen in Witzenhausen umgesetzt werden können. Sie wollen die Menschen zum Mitmachen motivieren.

Witzenhausen. Ihr Ziel ist eine bessere Welt – mit Hilfe aus Witzenhausen: Kolja Braun und Christoph Schösser sollen dafür sorgen, dass die Kirschenstadt und ihre Bewohner so nachhaltig wie möglich wirtschaften und leben – also nicht zu viele Ressourcen verbrauchen sowie Klima und Umwelt schützen, damit künftige Generationen noch eine lebenswerte Welt vorfinden.

Braun und Schösser werden als „Koordinatoren für eine kommunale Entwicklungspolitik“ eine Strategie erarbeiten, wie die Stadt mehr tun kann, als fair gehandelten Kaffee zu kaufen und keine Materialien einzusetzen, für die Kinder schuften mussten. Den Austausch mit Witzenhausens ugandischer Partnerstadt sollen sie ebenfalls fördern. „Wir wollen zeigen, dass man nicht nach Afrika und Asien reisen muss, um den Menschen dort zu helfen“, sagt Schösser. Man könne auch hier viel tun.

Erstmals stellten Braun und Schösser ihre Arbeit im Entwicklungsausschuss vor – und da wurde gleich deutlich, wie viel Erklärungs- und Überzeugungsarbeit die beiden leisten müssen. Zwei Abgeordnete kritisierten die Beschlussvorlage zum Beitritt der Stadt zur „Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung“: zu viele Fremdworte, zu abstraktes Thema.

Dass nachhaltiges Leben ganz praktisch und konkret sein kann, wollen Braun und Schösser den Witzenhäusern mit einer ersten Aktion ab Donnerstag, 6. September, zeigen: Am Tag der Nachhaltigkeit werden sie mit dem Team im Telekom-Laden an der Brückenstraße alte Handys sammeln. Diese werden nach der professionellen Löschung der Daten wiederverwendet oder recycelt, damit enthaltene Wertstoffe noch genutzt werden. Die Telekom spendet pro Handy einen Betrag für soziale Projekte. Weitere Aktionen in der Fairen Woche folgen.

Zudem planen Braun und Schösser ein Projekt mit dem Uganda-Team: Dabei sollen je zwei junge Leute aus Witzenhausen und Kayunga binnen sechs Monaten in Deutschland und Uganda einen Weg finden, wie Kayunga eine mit Solarstrom betriebene Straßenbeleuchtung erhalten kann. „Da haben wir uns um Fördermittel beworben“, sagt Braun.

Er teilt sich mit Schösser eine Stelle, die zunächst bis Sommer 2020 befristet ist. Finanziert wird sie von der gemeinnützigen Gesellschaft Engagement Global und dem Bundesentwicklungsministerium. Dass Witzenhausen überhaupt so eine Stelle bekommen hat, ist einer Initiative des AfW-Stadtverordneten Hans Spinn zu verdanken, beantragt wurde sie gemeinsam mit dem DITSL. Die Koordinatoren sollen dafür sorgen, dass die verschiedenen Gruppen aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Universität, die sich in Witzenhausen schon für Afrika und Asien einsetzen, enger zusammenarbeiten.

Wer mitmachen will oder eine Projektidee hat, kann sich melden.

Kontakt: Tel. 0 55 42/508-656 und -657, E-Mail: christoph.schoesser@witzenhausen.de und Kolja.braun@witzenhausen.de

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