Welthunger, Dürren, Ökosysteme

Witzenhäuser Team organisiert die internationale Konferenz zum Tropentag

Im Aufnahmestudio des Tropentags: Konferenzmanager Eric Tielkes (Mitte) mit Niklas Schafhaupt (links) und Tim Münnich.
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Im Aufnahmestudio des Tropentags: Konferenzmanager Eric Tielkes (Mitte) mit Niklas Schafhaupt (links) und Tim Münnich.

Klimawandel, Bevölkerungswachstum und Artenschwund stellen die Landwirtschaft in den Tropen vor Herausforderungen. Antworten versucht der Tropentag zu geben.

Witzenhausen –Die internationale Konferenz findet zum zweiten Mal virtuell statt – organisiert von einem kleinen Team am Hochschulstandort in Witzenhausen. „795 Teilnehmende aus 69 Staaten folgen gerade sechs Vorträgen, die zeitgleich laufen“, berichtet Konferenzmanager Eric Tielkes vom Deutschen Institut für tropische und subtropische Landwirtschaft (Ditsl). Der Tropentag sei die wichtigste Veranstaltung für Fachleute der Entwicklungszusammenarbeit. Nachwuchsforschende erhielten während der dreitägigen Konferenz Gelegenheit, ihre Ergebnisse vorzustellen.

Gastgeber des Tropentages ist in diesem Jahr die Universität Hohenheim bei Stuttgart. Das Organisationsteam sitzt jedoch in den Räumen des Ditsl in Witzenhausens altem Wilhelmitenkloster. Tielkes lässt sich dort wie im Vorjahr durch die Eventmanagement-Firma LTV unterstützen. „Wir organisieren seit Beginn der Pandemie vor allem Videokonferenzen und Onlineveranstaltungen“, erklärt Tim Münnich, der LTV zusammen mit Niklas Schafhaupt leitet. Für den Tropentag haben sie sechs studentische Hilfskräfte engagiert.

Die Referenten sitzen unter anderem in Tschechien, Peru und Vietnam vor ihren Bildschirmen. Besonders viele Teilnehmende gibt es in diesem Jahr aus Kenia, Nigeria und Äthiopien. Auch Kolumbien, der Iran und Indien sind stark vertreten. Die frankophonen Länder nutzen die englischsprachige Konferenz dagegen traditionell seltener.

Klimawandel, Artenschwund und Hunger sind Themen des Tropentages

„Wir werden wohl auch nach der Rückkehr zu Präsenzveranstaltungen Interessierten die Möglichkeit geben, virtuell an der Konferenz teilzunehmen“, kündigt Ditsl-Geschäftsführer Christian Hülsebusch an. Das spare teure und klimaschädliche Flugreisen. Visa-Probleme ließen sich vermeiden, Terminschwierigkeiten besser regeln. „Das Vier-Augen-Gespräch bei einer Tasse Kaffee in den Pausen ist allerdings unersetzbar.“

Inhaltlich geht es beim Tropentag um die Frage, ob die Zukunft der Landwirtschaft in Hightech-Lösungen auf großen Flächen oder doch eher in kleinräumigen, an vorherrschende Strukturen angepassten Ansätzen liegt. „Viele ertragssteigernde Methoden des Westens lassen sich in anderen Teilen der Welt nicht umsetzen, etwa weil das Geld für die Investitionen fehlt und sich notwendige Umstrukturierungen nicht durchsetzen lassen“, führt Hülsebusch aus.

Der Klimawandel, der sich weltweit ganz unterschiedlich auswirkt, ist ein weiteres Thema, ebenso der Artenschwund, der Ökosysteme verletzlicher macht. Diskutiert wird zudem die ethische Frage, ob angesichts von Hunger und Fehlernährung auf knappen Ackerflächen Energiepflanzen oder Viehfutter angebaut werden sollen. (Michael Caspar)

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