Glocke klingt nicht mehr komisch

Witzenhausen: Die älteste Glocke der Liebfrauenkirche ist zurück

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Der erste Anschlag noch vor dem Hochheben: Kirchenvorstandsmitglied Hartmut Denecke (rechts, assistiert von Dachdecker Sergej Scheller) hatte die Ehre, im Beisein von Pfarrer Frieder Brack und Pfarrerin Kerstin Ortmann den nach der Restaurierung nun anderen Ton der Glocke erstmals wieder in Witzenhausen erklingen zu lassen. 

Am Dienstag kehrte die älteste Glocke der Liebfrauenkirche in Witzenhausen zurück. Pfarrerin Kerstin Ortmann sprach von einem historischen Ereignis.

Von Anfang an waren dabei auch Bürgermeister Daniel Herz und seine Amtsvorgängerin Angela Fischer, später kam auch Dekanin Ulrike Laakmann hinzu.

Um 11.11 Uhr hob der 80-Tonnen-Autokran die gut 1,2 Tonnen schwere Glocke an und schwenkte sie langsam zum Kirchturm, wo sie in 24 Meter Höhe auf dem Podest des Gerüstes vorsichtig aufgesetzt wurde. 

Anschließend schoben Glockenbauer, Dachdecker und mehrere Kirchenvorstandsmitglieder die Glocke in den Turm, wo sie das Geläut nun wieder vervollständigt.

Die eingerissene Glocke wurde in Bayern repariert

Vor einem halben Jahr war sie herausgeholt worden, um sie in einem auf Glocken spezialisierten Schweißwerk in Nördlingen (Bayern) reparieren zu lassen. 

Denn im August 2018 war, da sie „komisch“ klang, festgestellt worden, dass sie eingerissen war. Und es drohte, dass sie bei weiterer Nutzung zerbricht.

Dank eingegangener und fest zugesagter Spenden von mittlerweile fast 70.000 Euro wurde es möglich, alle Schadstellen beseitigen zu lassen, wie Pfarrer Frieder Brack erläuterte. 

Sie schwebt ein: Von einem Autokran wurde die 1,2 Tonnen schwere Glocke auf 24 Meter Höhe gehoben.

Überdies erhielt die Glocke wieder eine Krone samt einer Öse sowie einen neuen Klöppel. Und das Stahljoch wurde durch eine stabilere Aufhängung aus Eichenholz ersetzt, wie bei dieser Gelegenheit übrigens auch die beiden anderen Glocken des Geläuts.

Alle vier Glocken sollen am vierten Adventssonntag erklingen

Den vielen Spendern – darunter Gemeindeglieder, Privatleute, Firmen und Stiftungen wie die von VR-Bank und Sparkasse – wurde bei der kleinen liturgischen Feier, die zwischendurch in der Taufkapelle von den Geistlichen Kerstin Ortmann und Henrik Heinicke gehalten wurde, gedankt. 

Sie waren auch zu einem kleinen Imbiss im Anschluss eingeladen worden, um auf die Rückkehr der Glocke anzustoßen. Stimmungsvoll begleitet wurden die Feier sowie das Einbringen der Glocke in den Turm durch den Posaunenchor.

Wenn die Arbeiten im Glockenturm abgeschlossen sind, sollen alle vier Glocken mit einem Gottesdienst am 4. Adventssonntag, 22. Dezember, ab 10 Uhr wieder in Betrieb genommen werden. 

Dann wird, wie es am Dienstag hieß, die reparierte – nach neuesten Erkenntnissen schon aus dem ersten Viertel des 15. Jahrhunderts stammende – Glocke mit ihrem neuen, etwas anderen Ton (Stimmung: F) ertönen.

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