Witzenhausen: Miteinander in zwei Schichten

Aufwind-Tagesstätte in Witzenhausen musste ihre Abläufe ändern

Aufwind für die Tagesstätte: Eva-Maria Kohlhase (von links) und Ulrich Kaiser sind seit vielen Jahren regelmäßige Besucher der Tagesstätte und froh, dass wieder geöffnet ist. Nina Martin und Thorsten Breitenstein gehören zum Aufwind-Team.
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Aufwind für die Tagesstätte: Eva-Maria Kohlhase (von links) und Ulrich Kaiser sind seit vielen Jahren regelmäßige Besucher der Tagesstätte und froh, dass wieder geöffnet ist. Nina Martin und Thorsten Breitenstein gehören zum Aufwind-Team.

Tagesstruktur und soziale Kontakte: Beides wurde für die Besucher der Tagesstätte Aufwind – Verein für seelische Gesundheit – in der Corona-Pandemie massiv erschwert.

Witzenhausen – Eva Maria Kohlhase aus Witzenhausen kommt seit 13 Jahren täglich in die Tagesstätte an der Walburger Straße in Witzenhausen. Doch als 2020 die Pandemie plötzlich alles lahmlegte, musste auch die Tagesstätte schließen – drei Monate lang. „Das war eine schwere Zeit“, sagt Kohlhase. Für viele Besucher von Aufwind bietet der Verein Halt, ist eine Art Anker, erklärt Thorsten Breitenstein, Betreuer in der Tagesstätte.

40 Plätze stehen normalerweise zur Verfügung. Es gibt ein gemeinsames Frühstück und Mittagessen, Besucher können beim Kochen helfen, in der Werkstatt oder im Kreativbereich arbeiten, Gesellschaftsspiele spielen und ins Gespräch kommen. Es gibt eine Kaffeestation, Ausflüge und Aktivitäten wie Sport, Singen oder Gartenarbeit. Die Mitarbeiter stehen den Besuchern zur Seite und helfen in Krisensituationen.

Doch plötzlich mussten die Türen der Tagesstätte geschlossen bleiben. Nicht nur für die Besucher, sondern auch für die Mitarbeiter keine leichte Zeit, erinnert sich Breitenstein: „Wir haben trotzdem zu allen unseren Klienten Kontakt gehalten.“

Viele Besucher der Tagesstätte sind auch Kunden der Witzenhäuser Tafel – die ebenfalls schließen musste. Darum kümmerten sich Mitarbeiter von Aufwind den Sommer über darum, dass die Ausgabe trotzdem weiter ging. „Manchmal hing einfach eine Tüte mit Lebensmitteln an meiner Tür“, sagt Ulrich Kaiser, der ebenfalls schon lange zu den regelmäßigen Besuchern der Tagesstätte gehört.

Auch für ihn gehören die Besuche zum Alltag. Entweder in Witzenhausen oder in Eschwege, wo es auch eine Tagesstätte gibt und er regelmäßig in dem von Aufwind betriebenen Laden „Irrsinnig schön“ kunsthandwerklich hergestellte Produkte verkauft.

Auch für ihn war es wichtig, trotzdem weiter Kontakt zu halten, sowohl zu den Mitarbeitern als auch zu Freunden aus der Tagesstätte. „Wir haben viel telefoniert, zu Geburtstagen Karten geschrieben oder uns besucht und mit Abstand durchs Fenster miteinander gesprochen, einer drinnen, einer draußen“ erinnert er sich.

„Als dann endlich wieder Besucher zu uns kommen durften, mussten wir einen Hygieneplan aus dem Boden stampfen“, sagt Sozialpädagogin und Betreuerin Nina Martin. Ein Zwei-Schicht-System entstand, damit möglichst viele Besucher wenigstens für einige Stunden in die Tagesstätte kommen konnten. Gemeinsam Kochen und Ausflüge mussten allerdings nach wie vor ausfallen.

„Wir hatten Glück, es gab in der ganzen Zeit keinen einzigen Corona-Fall in unserer Tagesstätte“, so Thorsten Breitenstein. Dazu beigetragen hat sicher auch die Impfaktion in der Tagesstätte: „In Zusammenarbeit mit dem DRK wurden wir zwei Tage zum Impfzentrum“, berichtet der Betreuer. Sowohl das Team als auch Besucher wurden geimpft, insgesamt 60 Personen.

Schnellstmöglich sollen jetzt wieder die ersten offenen Angebote starten. Dazu gehört der Ideen-Treff „Nadel und Faden“ und der Gästetag, an dem Besucher von außerhalb in die Tagesstätte kommen, am Frühstück teilnehmen und den Verein kennenlernen können. (Von Wiebke Huck)

Kontakt: Aufwind – Verein für seelische Gesundheit, Neustadt 80-86, 37269 Eschwege, Tel. 0 56 51/7 43 80, E-Mail: info@ aufwind-wmk.de aufwind-wmk.de

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