Witzenhausen

Witzenhausens Bürgermeister Herz nimmt Stellung zu Kritik der Ortsbeiräte

Die Straße nach Albshausen wurde unterspült, der Asphalt brach weg.
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Der jüngste Starkregen sorgte für reichlich Schäden in Gertenbach: Die Straße nach Albshausen wurde unterspült, der Asphalt brach weg.

Ortsbeiräte und Ortsvorsteher aus der Gemeinde Witzenhausen zeigen sich gegenüber der HNA unzufrieden mit der Arbeit und Kommunikation der Stadtverwaltung. Wir haben Bürgermeister Daniel Herz um eine Stellungnahme zu den aktuellen Themen gebeten.

Ziegenhagen:

Hier wird eine mangelnde Informationspolitik zum geplanten Windpark angemahnt. Zudem gibt es die Befürchtung, dass der Mehrgenerationenpark nicht realisiert werden kann.

Dazu sagt Herz, dass es zum Windpark hoffentlich in diesem Jahr noch eine Informations-Veranstaltung geben wird. Vorher soll ein Vor-Ort-Termin mit Vertretern von der Stadtwerke Union Nordhessen und dem Regierungspräsidium stattfinden.

Der Mehrgenerationenpark soll als Änderung in die nächsten Beratungen des Investitions-Programms in die Stadtverordnetenversammlung gehen.

Unterrieden

Nächtliche Störungen am Lindenplatz ärgern die Anwohner. Auch hier soll es einen Vor-Ort-Termin geben, erklärt Herz. Außerdem habe die Verwaltung keine Kenntnis über die Störungen gehabt.

Roßbach

Hier warten die Roßbächer auf die Ausschreibung für den barrierefreien Zugang zum Dorfgemeinschaftshaus. Laut Herz ist es aktuell nicht möglich, wegen der hohen Auftragslage einen Architekten zu finden. Dieser werde jedoch für die Ausschreibung benötigt.

Ellingerode

Kritik gibt es hier an mangelnder Einbindung zur Erneuerung der Brücke an der Weinbergstraße, bei den Kanalarbeiten am Hohlweg und der Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses.

Herz sagt, dass in einer Bürgerversammlung Einsicht in die Brückenpläne gegeben werden sollte, die wegen Corona ausgefallen war. Dies soll nach den Sommerferien nachgeholt werden. Die Arbeiten im Hohlweg hätten laut dem Bürgermeister noch nicht auf der Tagesordnung des Ortsbeirats stehen dürfen, da das Thema noch nicht die städtischen Gremien durchlaufen habe. Die Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses soll in den Nachtragshaushalt einfließen.

Das Problem hier sei, dass nicht nur die Fenster gemacht werden müssen, sondern eine größere Sanierung nötig sei. Das gehe nicht mit laufenden Mitteln, sondern nur über das Investitionsprogramm. „Wir setzen uns noch mal mit dem Ortsbeirat und dem Trägerverein zusammen, um zu erfahren, was sie brauchen“, sagt Herz.

Gertenbach

Dass seit dem Starkregen im vergangenen Jahr nichts von Seiten der Stadt getan wurde und es in diesem Jahr schon wieder Schäden gab, kritisieren die Gertenbacher. Zudem wird mangelnde Kommunikation vorgeworfen im Hinblick auf das Ersuchen, Kabel für das Laden von Elektrofahrzeugen zum Neubaugebiet Epberg III zu verlegen.

Laut Herz ist angedacht, für etwaige weitere Starkregenfälle den Allenbach zu renaturieren. Beim Hübenbach werde damit bald angefangen. In die Planungen gehe das Gutachten der Bauingenieurin Judith Graef (HNA berichtete).

Den Vorwurf zur Elektroversorgung im Neubaugebiet weist Herz zurück. Die Planungen lägen mehrere Jahre zurück und bisher habe es noch keine Nachfrage nach Ladeboxen für Elektromobilität gegeben. Nun Änderungen zu verlangen sei der „falsche Weg“, so Herz.

Kleinalmerode

Für Unmut sorgt in Kleinalmerode, dass sich der Magistrat erst – wie der Ortsbeirat – gegen den Bau eines Rinderstalls ausgesprochen hat und nun doch zustimmte. „Wir hatten nur ein rechtliches Mittel, den Bau zu versagen“, sagt Herz. Das sei die nicht vorhandene Erschließung gewesen.

Da der Bauherr diese nun übernehme, habe man zustimmen müssen. Dass der Ortsbeirat nicht informiert wurde habe daran gelegen, dass der Vorgang erst im Magistrat besprochen werde und es seitdem keine Ortsbeiratssitzungen gegeben habe.

Rücktritte

Kleinalmerodes Ortsvorsteher Marko Werner ist wegen persönlicher Angriffe zurückgetreten. Das bedauere er, so Herz. „Ich schätze ihn sehr, kann ihn aber verstehen, wenn er auf die Jacke bekommt“.

Neuseesens Ortsvorsteher Karl-Ernst Küstner-Wetekam kündigte an, nicht mehr kandidieren zu wollen. Begründung: Er habe „keine Lust, immer der Buhmann zu sein“. Das verstehe er nicht, so Herz. Immerhin habe die Stadt viel für den Spielplatz getan.

„Mangelnde Rückmeldungen müssen wir in der Bauverwaltung abstellen, das ist unser Fehler“, sagt der Bürgermeister. Mit der designierten Bauamtsleiterin Anja Strecker wolle man hier die „Strukturen der neuen Zeit anpassen“.

Generell, so Herz, habe die Stadtverwaltung aktuell „zu viel vor der Brust“. Mitarbeiter seien längerfristig krank und es sei gerade schwer, Baufirmen zu finden. „Ich verstehe die Ortsvorsteher, aber sie müssen uns auch verstehen“, wirbt er. (Nicole Demmer)

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