Ausrüstung für Ritter und Wikinger

Witzenhausen: Dennis Brendemühl fertigt beruflich Mittelalter-Schilde

Hier kaufen Ritter ein: Dennis Brendemühl präsentiert in seinem Schauraum sein erstes selbst gefertigtes Schild.
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Hier kaufen Ritter ein: Dennis Brendemühl präsentiert in seinem Schauraum sein erstes selbst gefertigtes Schild.

Das Mittelalter liegt in Witzenhausens Industriegebiet: Den Eindruck können zumindest Besucher bekommen, wenn sie die WunschSchildSchmiede von Dennis Brendemühl betreten. Denn hier dreht sich alles um das Mittelalter.

Witzenhausen – Neben diversen Kleidungs- und Ausrüstungsstücken bietet er eine Besonderheit an: Er fertigt auf Bestellung individuelle Schilde aus den unterschiedlichsten Epochen. Angefangen hat alles 2017 mit dem Besuch auf einem Mittelaltermarkt, erinnert sich Brendemühl. Damals wollte er einen Schild kaufen, fand aber nichts ansprechendes. Also fing er an, diese selbst zu fertigen. Nachdem dann die Arbeitsstelle verloren ging „habe ich mir gesagt, entweder ich mache es richtig oder stampfe es ein“, erinnert sich der 40-Jährige.

Und wie geht man ein neues Geschäft an, wenn coronabedingt keine Märkte stattfinden dürfen? „Ein bisschen verrückt muss man schon sein“, sagt Brendemühl und schmunzelt.

Den Banken gegenüber hatte er aber ein erfolgreiches Argument: Wenn die Pandemie vorüber ist, werde es etliche Händler nicht mehr geben, in diese Lücke könne er dann gehen. Denn nach Corona will er auch auf Märkte fahren und dort seine Waren feilbieten.

Aktuell seien die Bestellungen „recht gut“, sagt Brendemühl. Gerade seit dem zweiten Lockdown würden viele Schilde und Zubehör bestellt.

Für sein Geschäft kommt ihm zugute, dass er Schlosser und Schmied gelernt und zudem das Berufliche Gymnasium mit Schwerpunkt Holztechnik besucht hat.

Die Schilde fertigt der Mittelalter-Fan aus Sperr- statt Vollholz, „weil die Wikinger-Krieger heute nicht so belastbar sind“. Dazu kommt ein Bezug aus Leinen, Haut oder anderem Material, Auf Wunsch auch Beschriftung, Bemalung und ein Buckel in der Mitte. Ein Schild mit einem Meter Durchmesser, dreifachem Leinenbezug, einem Rand aus Rohhaut, Trageriemen und Griff kostet rund 180 Euro. Drei bis vier Wochen dauert es, bis das Schild fertig ist. „Wenn ich nicht zufrieden bin, bessere ich nicht nach, sondern mache es neu. Es soll vernünftig sein“, sagt der Neu-Eichenberger. Für Selber-Bastler hat er auch Schild-Bausätze auf Lager.

Die Schilde, die ohne Schrauben auskommen, halten rund 30 Jahre, wenn sie nur als Dekoration getragen werden. Kommen sie aber in Schaukämpfen und -turnieren zum Einsatz, dann reduziert sich die Haltbarkeit auf maximal zwei Tage, wenn Schwerter und Äxte darauf treffen.

150 bis 180 Schilde hat Brendemühl bisher im heimischen Keller im Jahr hergestellt, mit der neuen Werkstatt kann er jetzt 30 pro Woche fertigen.

Neben Schilden fertigt Brendemühl auch Schmiedearbeiten wie Fackeln und Gartenkunst aus Hufeisen. Dazu ist er Kooperationspartner der US-amerikanischen Firma „Mythrojan“, ein Lieferant der Serien „Game of Thrones“ und „Herr der Ringe“ – im Angebot hat er unter anderem Hornprodukte wie Trinkhörner, Kettenhemden, Taschen, Waffenständer und Tuniken. (nde)

wunschschildschmiede.com

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