Gedenken an die Opfer der Pogromnacht vor 81 Jahren

50 setzen in Witzenhausen Zeichen gegen Antisemitismus

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Ökumenisches Erinnern: Dekanin Ulrike Laakmann, Jörg Losemann (Evangelische Kirchengemeinde), Eva-Maria Leiber (Katholische Kirche), Pfarrer Henrik Heinicke ( Evangelische Kirchengemeinde) und Markus Roth (Evangelisch-freikirchliche Gemeinde) gedachten am Freitag mit 50 Witzenhäusern den Opfern der Pogromnacht .

Sie wollen ein Zeichen gegen Antisemitismus setzen: Rund 50 Menschen haben in Witzenhausen den Opfern der Pogromnacht vor 81 Jahren gedacht.

Kinder, die ihren Familien genommen wurden, Menschen, die all ihr Hab und Gut verloren haben, Opfer von Hass und Gewalt wurden – vor 81 Jahren fand in Deutschland die Reichspogromnacht statt. Auch Menschen in und rund um Witzenhausen wurden Opfer von Hitlers Anhängern.

Um dieser Menschen und ihrer grausamen Schicksale zu gedenken, kamen am Freitagabend über 50 Menschen aus Witzenhausen am Standort der ehemaligen Synagoge an der Steinstraße zusammen.

Denn auch Witzenhausen und vor allem die jüdischen Bewohner blieben von den Novemberpogromen nicht verschont

 „An diese Menschen wollen wir uns heute Abend gemeinsam erinnern und damit ein Zeichen gegen Antisemitismus setzen“, betonte Dekanin Ulrike Laakmann, die im Namen der evangelischen Kirchengemeinde zusammen mit der evangelisch-freikirchlichen und der katholischen Kirchengemeinde zu dem ökumenischen Gedenkgottesdienst eingeladen hatte.

Juden waren auch in Witzenhausen in Not und Bedrängnis

„Mit Schrecken denken wir heute zurück an Unrecht, Unbarmherzigkeit und Brutalität“, schloss sich Pfarrer Henrik Heinicke am Freitagabend an. Er las aus einem Brief des damals in Witzenhausen lebenden Max Verständig vor, den dieser nach der Pogromnacht an eine befreundete, bereits nach Israel emigrierte Familie geschrieben hatte und der deutlich macht, in welcher Not und Bedrängnis sich die Juden nach den schrecklichen Ereignissen auch in Witzenhausen befunden haben.

Erinnerung an ermordete Familie Verständig

Das Geschäft der Familie Verständig war zerstört und ihr damit die Existenzgrundlage genommen worden, sie fürchtete täglich um ihr Leben und bereitete sich darauf vor auszuwandern. Pfarrer Heinicke berichtete weiter, dass es die Familie Verständig nicht nach Israel geschafft habe: „Max und Herta Verständig wurden zusammen mit ihrer kleinen Tochter Ruth durch die Gestapo verhaftet, in das Sammellager Mechelen verschleppt und von dort am 15. August 1942 nach Auschwitz deportiert. Alle wurden sie dort ermordet.“

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