Neue Zahlen zum Schwerverkehr

Hessen Mobil stellt aktuelle Planung für Werrabrücke in Witzenhausen vor

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Standort für neue Brücke: Aus den vier Varianten, die zuletzt für die neue Werrabrücke im Gespräch waren, favorisiert Hessenmobil Variante 2 zwischen Wohnmobilstellplatz (links) und Basketballplatz an der Schlagd.

Fast vier Jahre ist es her, dass Vertreter von Hessen Mobil erklärten, welche Variante sie für eine neue Werrabrücke in Witzenhausen bevorzugen. Doch wie die Brücke aussehen soll, ist immer noch unklar.

40 Besucher und der Bauausschuss waren gespannt auf Neuigkeiten. Doch viele gingen am Dienstag enttäuscht heim. Denn wie die Brücke aussehen soll, erfuhr man nicht. Dafür legte Projektverantwortliche Melanie Reichhardt Verkehrsprognosen und einen Zeitplan vor.

Die Verkehrsprognose

Zwischen Juni 2016 und Dezember 2018 hat das Planungsbüro den Verkehr gezählt und analysiert. Es sei die Verkehrsentwicklung bis 2030 mit und ohne neue Brücke hochgerechnet worden, sagt Reichhardt. Ergebnis: Durch den Neubau werden die jetzige Lastbeschränkung entfallen und der Schwerverkehr (Lkws über zwölf Tonnen) vor allem in der Schützenstraße stark ansteigen – von derzeit 280 auf 790 Lastwagen pro Tag. Bei den Autos beliefe sich die Steigerung auf 1820 Fahrzeuge pro Tag.

Wie wird sich der Verkehr in Witzenhausen entwickeln? Die Experten von Planungsbüro LK Argus haben die Zahlen für das Jahr 2030 hochgerechnet.

Der Ausschuss forderte daher eine Lösung für die marode, überlastete B 451. Planungsdezernent Ralf Struif äußerte Verständnis. Er kündigte einen Ausbau an, lehnte aber ab, beide Vorhaben zu einem zu verschmelzen, da mögliche Klagen beide Vorhaben auf unbestimmte Zeit verzögern könnten. Stattdessen will Hessen Mobil parallel an den Vorbereitungen zum Brückenbau und der B-451-Sanierung arbeiten. Wenn man ohne Planfeststellungsverfahren auskomme, könnte die B 451 vielleicht vor der Brücke fertig sein. Eine Lastbeschränkung der neuen Brücke zur Reduzierung des Schwerverkehrs hält Struif für nicht umsetzbar. Der Bund zahle nur für voll nutzbare Bundesfernstraßen. Dass die Stadt die Kosten für die neue Brücke trägt, ist ebenfalls utopisch: Sie soll neun Millionen Euro kosten.

Forderungen, den Verkehr auf der alten Bahntrasse aus der Stadt herauszuhalten, erteilte Bauamtsleiter Bernd Westermann eine Absage. Die nötige Brücke in der Aue würde der Bund nur finanzieren, wenn sie im Bundesverkehrswegeplan unter den 25 bundesweit wichtigsten Projekten wäre – eher utopisch.

Der Zeitplan

Ab 2015 stockten die Planungen, weil sich die Stadt nach einer Vorgabe des Bundesverkehrsministeriums erst zur Übernahme der alten Brücke verpflichten musste. Das wurde nach langem Ringen Ende 2017 beschlossen. Derzeit werde an der Konstruktion gearbeitet, sie soll Anfang 2020 den Bürgern vorgestellt werden. Das Planfeststellungsverfahren ist für 2020 bis 2022 geplant, danach kann mit konkreten Bauplänen begonnen werden. Klagen seien möglich, so ist der Baustart offen. 

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