Hilfe für Senioren:

Ines Mühlhausen ist Gemeindeschwester für Witzenhausen

Gemeindeschwester Ines Mühlhausen telefoniert hinter der Anmeldung in der Praxis von Dr. Hassan in Witzenhausen.
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Eine von fünf Gemeindeschwestern im Werra-Meißner-Kreis ist Ines Mühlhausen aus Ziegenhagen.

Ältere Menschen möchten gern so lange wie möglich in ihrer vertrauten Umgebung leben – Ines Mühlhausen, die neue Gemeindeschwester für Witzenhausen und Neu-Eichenberg, möchte Senioren genau dabei helfen.

Sie ist eine der aktuell fünf Gemeindeschwestern im Werra-Meißner-Kreis. Seit 38 Jahren arbeitet sie als Medizinische Fachangestellte und Nichtärztliche Praxisassistentin bei Hausarzt Dr. Malik A. Hassan in Witzenhausen. Jetzt steht sie vor einer ganz besonderen und neuen Herausforderung neben ihrer Arbeit in der Praxis. „Ich möchte älteren Leuten zur Seite stehen, ihnen Zeit schenken und Hilfe leisten, ihren Alltag zu bewältigen“, sagt die 54-jährige Ziegenhägerin.

Aufgaben der Gemeindeschwester 2.0

Als Gemeindeschwester 2.0 ist es ihre Aufgabe, die Lücke zwischen medizinischer und psychosozialer Versorgung zu schließen. „Ich führe selbst keine Pflegeleistungen durch, aber ich berate und kümmere mich allgemein um die Bedürfnisse durch Hausbesuche und Telefonate. Dabei ist es auch ganz egal, ob die Hilfsbedürftigen Patienten der Praxis von Dr. Hassan sind oder nicht.“ Hier geht es beispielsweise um kostenlose Beratung zur Vorsorge mit Medizinprodukten, gemeinsame Arztbesuche, Kommunikation mit der Pflegeversicherung, Hilfestellung beim Ausfüllen von Anträgen für den Pflegegrad oder die Vermittlung von Dienstleistungen wie „Essen auf Rädern“.

„Ich habe bei den Aufgaben nicht so einen zeitlichen Stress, wie beispielsweise das Pflegedienstpersonal. Deshalb kann ich je nach Situation auch viel besser auf die Menschen eingehen und sogar eine Bindung zu ihnen aufbauen“, freut sich Ines Mühlhausen auf ihre Arbeit.

Pilotprojekt vom Land Hessen

Möglich macht dies die Offensive „Land hat Zukunft – Heimat Hessen“ des Landes Hessen. Die beinhaltete Förderung in Höhe von knapp zwei Millionen Euro hat der Landkreis mit Unterstützung des „Gesunden Werra-Meißner-Kreises“ in die Region geholt. 159 000 Euro davon entfallen auf das Pilotprojekt Gemeindeschwestern 2.0.

„Ich denke, wenn die Menschen erst einmal davon gehört haben und sich die Corona-Krise entspannt, dann können die fünf kreisweit aktiven Kolleginnen auch dazu beitragen, uns Hausärzte auf dem Land zu entlasten“, hofft Dr. Malik A. Hassan.

Kontakt:  Ines Mühlhausen ist von Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr unter 0 55 42/20 08 oder per Mail: gemeindeschwester@praxis-hassan.de zu erreichen. 

KOMMENTAR: Kleine Hilfen sind wichtig

Wer hilft einem 83-jährigen Mann, der an einem Freitag aus dem Krankenhaus entlassen wird, nicht mehr genug Medikamente zuhause hat und in einem schlechten Allgemeinzustand ist? Wer hilft dem Mann, dessen Kinder weit weggezogen sind, der allein zuhause lebt und nicht weiß, wie er sich „Essen auf Rädern“ bestellt?

Senioren in solchen Situationen brauchen dringend eine erste Anlaufstelle. Eine Person, die ins gewohnte Umfeld kommt, sich vor Ort auskennt, einen Überblick über die Problematiken verschafft und den alten Menschen mit Herz und Gefühl ein bisschen Zeit schenkt – da kommt eine Gemeindeschwester gerade recht. Zeit haben Pflegedienste oft nicht. Sie rasen von einem Haus zum nächsten, von einem Stadtteil in den anderen, um alle Patienten versorgen zu können. Eiligkeit und Dauerstress gehören dort zum Alltag dazu.

Viele Senioren sind hingegen einsam, haben das Bedürfnis zu reden. Und manchmal plagt die älteren Herrschaften auch nur eine Frage, beispielsweise warum die roten Herz-Tabletten plötzlich eine andere Farbe haben. Kleine Hilfen mit großer Wirkung, die kommen zur rechten Zeit.

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