Einsatz für Menschen mit Behinderung

Lebenshilfe in Witzenhausen feiert 50-jähriges Jubiläum

+
Die Lebenshilfe Witzenhausen: Fritz Siebold (von links, 2. Vorsitzender), Heike Zimmermann (1. Vorsitzende), Willi Müller (1. Beisitzer) und Ute Fahrenbach (Kassenwartin). 

Witzenhausen. Die 68er: Das waren Rudi Dutschke, Kinderläden, Vietnamproteste und Studentenrevolten. Und in Witzenhausen trafen sich fünf Menschen, um die Lebenshilfe zu gründen.

„Nach 50 Jahren hat sich einiges geändert“, sagt Fritz Siebold, stellvertretender Vorsitzender der Lebenshilfe Witzenhausen.

„Die Kinder von einst gehen langsam in Rente.“ Mit diesem Satz bringt Heike Zimmermann, die Vorsitzende der Lebenshilfe Witzenhausen, auf den Punkt, welchem Wandel auch die Arbeit ihres Vereins unterliegt. Gegründet 1968 als Selbsthilfeverein von Eltern mit geistig behinderten Kindern, ist daraus im Verlauf der vergangenen 50 Jahre ein großer Verein geworden, der sich in Stadt und Kreis engagiert.

Anfangs nur 12 Mitglieder

Angefangen haben sie mit zwölf Mitgliedern. Mittlerweile sind es 47 Ehrenamtliche, Passive und Förderer. Ging es in der Anfangsphase angesichts fast völlig fehlender staatlicher Strukturen darum, Kindern und Eltern ein Minimum an Beistand zu sichern, ist daraus mittlerweile ein breit gefächertes Angebot erwachsen. Dazu gehört die Beratung für Eltern, Angehörige und rechtliche Betreuer ebenso wie die Frühförderung für Kleinkinder bis zum Schuleintritt.

Zudem bietet die Lebenshilfe Arbeit in speziellen Werkstätten an, organisiert Freizeit- und Bildungsaktivitäten sowie Reisen für Jugendliche und Erwachsene mit geistiger Behinderung.

Schon diese verkürzte Aufzählung der Leistungen der Lebenshilfe ist beeindruckend. Trotzdem darf es aus Sicht der Verantwortlichen keinen Stillstand geben, weshalb Zimmermann sagt: „Das wollen wir auch so beibehalten.“ Allerdings kämpfe der Verein, wie so viele andere gemeinnützige Organisationen, mit Existenzsorgen. Der demografische Wandel, finanzielle Sorgen und der Rückgang von ehrenamtlichen Engagement seien die größten Herausforderungen, sagt Zimmermann. „Wir brauchen Hände, die uns unterstützen.“

Auch die Arbeit des Vereins hat sich grundlegend verändert. Während Kindern mit Behinderung früher nur der Weg in eine Förderschule blieb, können sie heute wie selbstverständlich gemeinsam mit nicht behinderten Kindern lernen und einen Lebensweg fern von Förderschule und Behindertenwerkstatt einschlagen. Hieß das Thema früher Integration, ist es heute Inklusion, sagt Ute Fahrenbach. Die Herausforderungen hätten sich verändert. Die Lebenshilfe sei ja nicht der einzige Verein im Landkreis, der sich mit Menschen, die eine Behinderung haben, auseinandersetzen würde. „Der fehlende Nachwuchs macht uns da natürlich zu schaffen“, sagt Fahrenbach.

Für die Lebenshilfe gibt es in Zukunft noch viel zu tun, wenn sie an die Hindernisse denken, mit denen Menschen mit geistigem Handicap im täglichen leben zu kämpfen haben. Inklusion und die Verbesserung der Teilhabe in der Gesellschaft – das sind die Themen, die die Lebenshilfe anpacken will.

Helfer werden gesucht

Kontakt zur Lebenshilfe Witzenhausen im Internet oder per Mail an info@lebenshilfe-wiz.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.