Schule erweitert Angebot

Neue Möglichkeiten für Gesundheitsberufe an Witzenhäuser Fachoberschule

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Praxisnahe Ausbildung: Die Schüler üben an einem Schweineherz das Präparieren, um die Herz-/Kreislauffunktion zu erarbeiten.

In Witzenhausen gibt es an der dort ansässigen Fachoberschule neue Möglichkeiten für Gesundheitsberufe: Ein Grund dafür ist die Nachfrage nach Pflegekräften.

Die Nachfrage nach Pflegekräften ist groß, aber die Nachfrage von jungen Menschen nach einer Ausbildung an der Fachoberschule (FOS) Gesundheit in Witzenhausen sinkt. Deshalb haben die Beruflichen Schulen, wo die FOS angesiedelt ist, ihr Angebot erweitert, um es für junge Menschen, aber auch Spät- und Quereinsteiger interessanter zu machen.

Kernelement der zweijährigen FOS-Ausbildung ist ein zwölfmonatiges Praktikum, das bisher in Kranken- und Altenpflegeeinrichtungen sowie Reha- und Behinderteneinrichtungen absolviert werden konnte. Ab dem kommenden Schuljahr, das am 1. August beginnt, darf das Jahrespraktikum im gesamten Gesundheitsbereich absolviert werden, sagen Schulleiterin Elisabeth Franz und FOS-Abteilungsleiter Jörg Schmelting.

Nachfrage nach Pflegekräften steigt: Fachoberschule in Witzenhausen reagiert

Beispiele wären Arzt-, Physio- und Ergotherapiepraxen, Sport- und Gesundheitsstudios, Rettungsdienste und Labore. „Die Schüler sollen ihre Praktikumsplätze selbst suchen“, sagt Schmelting. Bei Bedarf hilft aber auch die Schule bei der Vermittlung. Während des Praktikums werden die Schüler eng von der Schule betreut und erhalten am Ende vom Praktikumsbetrieb ein qualifiziertes Zeugnis.

Praxisnahe Ausbildung: Die Schüler üben an einem Schweineherz das Präparieren, um die Herz-/Kreislauffunktion zu erarbeiten.

„Wir haben gemerkt, dass es für viele Schüler zu früh ist, sich mit 16 Jahren auf einen Beruf festzulegen“, sagt Franz. Mit dem neuen Angebot wolle man eine breitere Orientierung zu Berufen im Gesundheitswesen ermöglichen. Nachdem 2019 wegen mangelnder Nachfrage erstmals keine FOS-Klasse Gesundheit zustande kam, hoffen Franz und Schmelting, nun bis zum Anmeldeschluss am 31. März die nötigen 14 Anmeldungen für das Schuljahr 2010/21 zu sammeln.

Im ersten Jahr verbringen die Schüler drei Tage pro Woche an ihrem Praktikumsplatz, zwei Tage in der Schule. Bis zu den Herbstferien werden sie zudem intensiv auf ihr Praktikum, ihre Rolle im Umgang mit Menschen und speziell die Arbeit im Gesundheitsbereich vorbereitet. „Das hat sich bewährt“, sagt Schmelting – für Schüler und Betriebe.

Grundwissen rund um die Gesundheit in der Fachoberschule in Witzenhausen

Im zweiten Jahr stehen an den Beruflichen Schulen je zur Hälfte allgemeinbildender Unterricht (wie Deutsch, Englisch und Mathematik) sowie Fachunterricht (wie Anatomie, Ernährung, Geriatrie, Gesundheitsförderung, Psyche und Psychiatrie, alternative Heilverfahren) auf dem Lehrplan. „Der Unterricht ist praxisnäher als am Beruflichen Gymnasium“, so Schmelting. Es werde Grundwissen rund um Gesundheit vermittelt.

Am Ende können die Schüler nach einer hessenweit einheitlichen Prüfung die Fachhochschulreife erlangen und damit ein Studium an einer Fachhochschule oder in einem Bachelor-Studiengang aufnehmen. „Und zwar nicht nur im Gesundheitsbereich!“, betont Schmelting. „Man kann damit auch etwas ganz anderes machen.“

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