Witzenhausen

Ortsbeirat Ziegenhagen befürchtet Aus für Mehrgenerationenpark

Franziska Gottschalk deutet auf den Standort für eine größere Schutzhütte, die im Zuge des Mehrgenerationenparks errichtet werden soll.
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Längst vorbereitet: Franziska Gottschalk deutet auf den Standort für eine größere Schutzhütte, die im Zuge des Mehrgenerationenparks errichtet werden soll.

Große Verärgerung im Ortsbeirat des Witzenhäuser Stadtteils Ziegenhagen: Der schon für dieses Jahr vorgesehene und auf 2021 verschobene Mehrgenerationenpark im früheren Kurpark hinter dem Dorfgemeinschaftshaus ist im Investitionsprogramm der Stadt für die Jahre bis 2024 überhaupt nicht enthalten.

Bei der geplanten Maßnahme handelt es sich nach Angaben von Ortsvorsteher Manfred Harbusch um ein Projekt im Rahmen des Interkommunalen Entwicklungskonzepts (Ikek), das zu 75 Prozent vom Kreis und zu 25 Prozent von der Stadt finanziert werde. Weil dieses Förderprogramm aber bereits im Jahr 2023 auslaufe, bedeute das „faktisch das Aus“, befürchtet Harbusch.

Als Ergänzung zum Kinderspielplatz, erläuterte Franziska Gottschalk – sie vertritt Ziegenhagen in der Ikek-Steuerungsgruppe –, sollen auf dem Areal eine größere Schutzhütte errichtet, ferner ein Basketballkorb und ein Murmeltisch angeschafft und auf diese Weise der Park zu einem Treffpunkt für Jung und Alt aufgewertet werden. Auch diverse Veranstaltungen könnten dort stattfinden. Die voraussichtlichen Kosten beliefen sich auf rund 55 000 Euro.

„Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“, die Stadt hingegen „kriegt es nicht auf die Reihe“, betonte Gottschalk, die selbst auch dem Ortsbeirat angehört. Unverständnis äußerte sie auch darüber, dass die Stadt für ein anderes, eigenes Förderprogramm eine erhebliche Geldsumme ansetze, die vergleichbar bescheidene Ikek-Maßnahme in Ziegenhagen aber unberücksichtigt lasse.

Noch harscher fiel die Kritik des Ortsvorstehers aus. In einem Schreiben an die Stadt warf er die Frage auf, „inwieweit die Verwaltung und weitere Personen sich politischen Vorgaben entziehen“, und ob die Stadtverwaltung „eine gewisse Eigendynamik“ entwickelt habe. Offenbar sei auch den Stadtverordneten entgangen, dass der Mehrgenerationenpark „von überörtlicher Bedeutung“ im Investitionsprogramm nicht auftauche, forderte Harbusch „eine umgehende Heilung“.

Zugleich mahnte er „zeitnah“ eine schriftliche Stellungnahme an, insbesondere vor dem Hintergrund, „dass der gesamte Ikek-Prozess seit über einem Jahr ins Stocken geraten ist“ und nur noch schwer Menschen zur weiteren Mitarbeit gefunden werden könnten. Als Warnsignal betrachtet der Ortsvorsteher in diesem Zusammenhang den plötzlichen Rücktritt seines Gertenbacher Kollegen Günter Kellner und die Ankündigung von Neuseesens Ortsvorsteher Küstner-Wetekam, ebenfalls hinzuschmeißen.

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