Höhen-, Quer- und Seitenruder sind am wichtigsten

Prüfung bestanden: Segelflugzeuge haben in Witzenhausen Tüv-Siegel erhalten

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Daumen hoch: Nach der Prüfung können der Vorsitzende Christoph Eiche (von links), Fluglehrer Thomas Meder und Kassierer Martin Kosmann den Segelflieger mit gutem Gewissen in die Lüfte steigen lassen.

Nicht nur Autos und Motorräder müssen zum Tüv – auch Segelflieger und Motorsegler werden jedes Jahr von Prüfern des Luftfahrtbundesamtes untersucht. So auch in Witzenhausen.

Sie erhalten bei positivem Technik-Check eine Zulassung für den weiteren Flugbetrieb. Unter den kritischen Augen des Prüfers wurde am Samstag an drei Segelflugzeugen jedes Einzelteil unter die Lupe genommen und auf ihre Funktionalität geprüft. In manchen Fällen ist auch die Hilfestellung von Mitgliedern des Luftsportvereins gefragt. Um das Spiel der Querruder zu prüfen, muss Fluglehrer Thomas Meder den Hebel im Cockpit betätigen und Vereinsvorstand Christoph Eiche den Segler stabilisieren.

Detailprüfung der Zughebel: Mit einer Federwaage wird die Kraft des Bremsklappenzughebels bis zum Auslösen gemessen.

Überhaupt sind die einzelnen Komponenten der Höhen-, Quer- und Seitenruder das Wichtigste am Segelflieger. Hierzu klettert der Prüfer mit Taschenlampe und Knickspiegel in den hinteren Teil des Rumpfes und schaut sich die Gelenke, Lager und Verbindungen ganz genau an.

Auch die Freigängigkeit, Spiel und Sicherungen werden genau unter die Lupe genommen. „Wenn Quer- oder Seitenruder ausfallen, ist das mit etwas fliegerischer Erfahrung noch auszugleichen. Fällt aber das Höhenruder aus, ist der Absturz vorprogrammiert“, so der Fluglehrer.

Voller Einsatz: Mit Lampe und Knickspiegel leuchtet der Prüfer in den hinteren Rumpf des Segelfliegers, um die Gelenke und Gleitlager der Höhen- und Seitenruder zu prüfen.

Mithilfe einer Federwaage wird der Bremsklappenzug geprüft. „Die Betätigung des Hebels darf eine vorgeschriebene Kraft nicht überschreiten“, so der Prüfer. Auch die Außenhaut des Fliegers und der Tragflächen sowie die Abdichtung des Ruderspaltes werden auf Risse und Beschädigungen untersucht. Es wird zudem geprüft, ob die vom Hersteller vorgeschriebenen Wartungsvorschriften erledigt und ordnungsgemäß dokumentiert sind. Erst dann gibt es die Freigabe.

Am Samstag erteilte der Prüfer zwei Segelfliegern des Luftsportvereins und dem Privatsegler von Fluglehrer Thomas Meder die weitere Zulassung. Da die insgesamt vier Segelflieger, ein Motorsegler und die Schleppmaschine andere Prüftermine haben, kommt dreimal im Jahr ein Prüfer nach Witzenhausen, um die Flugzeuge abzunehmen.

„Wir machen nicht nur einmal im Jahr einen Wartungs-Check, sondern vor jedem Starttag werden die wesentlichen Elemente des Flugzeuges geprüft“, berichtet Meder und verweist auf eine interne Checkliste für jeden Flieger. Bei gutem Wetter soll am nächsten Wochenende der Flugbetrieb 2019 wieder aufgenommen werden.

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