Straße nach Hübenthal bleibt vorerst gesperrt

Schlammlawine wälzt sich durch Gertenbach - Nächtliches Unwetter löst Großeinsatz aus

Witzenhausen: Schlammlawine wälzt sich durch Gertenbach
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Witzenhausen: Schlammlawine wälzt sich durch Gertenbach

Wegen eines Unwetters sind mehrere Feuerwehren in Witzenhausen im Einsatz. Durch Starkregen kommt es zu Überschwemmungen.

  • Unwetter im Werra-Meißner-Kreis
  • Starkregen löst Schlammlawine in Witzenhausen aus
  • Viele Straßen unpassierbar

Aktualisiert um 18.00 Uhr: 

Mindestens 50 Wohnungen sind in den Witzenhäuser Ortsteilen Gertenbach und Albshausen durch die Wassermassen, die in der Nacht zu Montag vom Himmel strömten, betroffen – darunter ein Haus, das einsturzgefährdet ist. Das sagt Witzenhausens Wehrführer Claus Demandt und betont: Es ist eine vorsichtige Schätzung. Nicht mitgezählt seien dabei die Haushalte, die sich zum Beispiel selbst mit Pumpen helfen konnten.

Ein Starkregen wie im Mai 2019 sei es gewesen, sagt Demandt. Jedoch hätten die Fluten die Ortsteile Gertenbach und Albshausen diesmal noch stärker erwischt, vor allem tiefer gelegene Grundstücke seien überschwemmt worden. Stadtbrandinspektor Björn Wiebers berichtet, dass ein Landwirt in Albshausen 170 Liter Regenwasser pro Quadratmeter gemessen habe. In Ziegenhagen waren es 165 Liter. Aus dem Großalmeröder Ortsteil Weißenbach berichtet HNA-Leser Reiner Jung von 93 Litern pro Quadratmeter.

Eine „lebensgefährliche Flutwelle“ sei es in Gertenbach gewesen, sagt Demandt. Der Regen sorgte dafür, dass Straßen unterspült wurden. Stark erwischt hat es den Weg von Gertenbach nach Albshausen. Hier bildete sich an der Einfahrt ab Gertenbach durch Unterspülung ein gut 50 Zentimeter breiter Spalt. Angrenzende Pflastersteine im Rinnsteig wurden hochgedrückt. Das bedeutet: Die Straße bleibt einige Zeit gesperrt. Erst müsse geprüft werden, wieweit die Straße unterspült wurde und was die Ursache dafür ist, teilt ein Mitarbeiter von Hessen Mobil vor Ort mit. Die Straße nach Hübenthal wurde überflutet und wird auch einige Tage nicht befahrbar sein, so Ordnungsamtsleiter Werner Kressner. Die Straßen nach Blickershausen und Nieste bleiben noch zwei bis drei Tage gesperrt. Nicht befahrbar ist aktuell auch der Radweg zwischen Blickershausen und Hann. Münden, auf den Bäume gestürzt waren.

Insgesamt 130 Helfer kümmerten sich nach der Alarmierung um 1.37 Uhr um die rund 70 Einsatzstellen im Stadtgebiet. Am Montagmittag waren noch zwölf Orte übrig, an einigen dauerte der Einsatz bis zum Nachmittag.

Am Montagmittag waren zahlreiche Helfer damit beschäftigt, mit Schippen, Baggern und viel Wasserkraft Straßen und Hofflächen von Schlamm zu befreien. „Wir helfen der Bevölkerung, bevor der Schlamm hart wird“, erklärt Witzenhausens Wehrführer Claus Demandt. 

Aber nicht nur mit der braunen Erdmasse hatten die Einsatzkräfte zu kämpfen. An Aufgaben war alles dabei: Neben umgekippten Bäumen, Ölaustritten, Menschen- und Tierrettung nennt der Wehrführer auch das Errichten von Sandsackbarrieren. Auch Straßen wurden gesperrt. Grundstücksbesitzer brauchten Hilfe, weil ihre Gartenmauern unterspült wurden. Alleine waren die Feuerwehrmänner und -frauen aus Kernstadt, Hundelshausen, Ellingerode, Roßbach, Kleinalmerode, Ermschwerd, Unterrieden, Ziegenhagen, Blickershausen, Gertenbach und Albshausen bei der Aufgabe nicht. Mit ihnen waren die Kameraden aus Waldkappel und Wolfhagen – letztere mit speziellem Hochwassergerät – ebenso dabei wie das Rote Kreuz, das THW, Hessen Mobil, der Bauhof, Polizei, Ordnungsamt, Brandschutz und der große Einsatzleitwagen II des Kreises. Einsatzzentrale war das Feuerwehrgerätehaus in Gertenbach, in dem alle Kräfte koordiniert wurden und mehrere Lagebesprechungen stattfanden. 

War eine Einheit mit ihrem Einsatz in Kernstadt, Roßbach, Kleinalmerode, Blickershausen, Gertenbach und Albshausen fertig, ging es gleich zum nächsten Ort. Gegen Mittag gab es noch zwölf Stellen, wo Hilfe benötigt wurde. Da waren die Helfer schon seit vielen Stunden im Einsatz. Die ersten heftigen Regenfälle begannen um 1 Uhr. Dann, so Einwohner Hartmut Wolff, beruhigte sich die Lage, allerdings nur vorübergehend. Das Ausmaß des Unwetters dürfte erst in den nächsten Stunden sichtbar werden. Überspült waren am frühen Morgen auch Straßen um Gertenbach herum, so die Landesstraße nach Ermschwerd. Im September 1987 wurde Gertenbach von einer Windhose heimgesucht, damals wurden Dutzende Dächer abgedeckt und Hunderte von Bäumen entwurzelt. Die Schäden gingen in die Millionenhöhe.

Einen Großeinsatz von Feuerwehren und THW aus der ganzen Region hat ein Unwetter in der Nacht zum Montag (15.06.2020) im Stadtteil Gertenbach in Witzenhausen (Werra-Meißner-Kreis) ausgelöst. Straßen waren überflutet, Schlammlawinen wälzten sich durch den Ort. In einige Straßen riss die Gewalt der Wassermassen Krater. Mehrere Straßen mussten gesperrt werden. Die ersten heftigen Regenfälle begannen um 1 Uhr, dann, so Einwohner Hartmut Wolff, beruhigte sich die Lage, allerdings nur vorübergehend. Das Ausmaß des Unwetters dürfte erst in den nächste Stunden sichtbar werden. Überspült waren am frühen Morgen auch Straßen um Gertenbach herum, so die Landesstraße nach Ermschwerd. Im September 1987 wurde Gertenbach von einer Windhose heimgesucht, damals wurden Dutzende Dächer abgedeckt und Hunderte von Bäumen entwurzelt. Die Schäden gingen in Millionenhöhe. 

Wie die Landesstraßenbaubehörde Hessen Mobil am Vormittag mitteilt, muss die Landstraße zwischen Gertenbach und Hübenthal voraussichtlich noch bis Dienstag wegen eines Böschungsrutsches, der durch den Starkregen ausgelöst wurde, voll gesperrt bleiben. "Auch die Albshäuser Straße in der Ortsdurchfahrt von Gertenbach ist wegen Unwetterschäden bis auf weiteres voll gesperrt", teilt Hessen-Mobil-Sprecher Joachim Schmidt mit. "Die Aufräumarbeiten laufen." Weitere Sperrungen werden von der Strecke zwischen Kleinalmerode und Nieste gemeldet.

Durch Gewitter und Starkregen kommt es ebenso zu einer Überschwemmung in Gudensberg im Schwalm-Eder-Kreis.

Das angekündigte schwere Unwetter hat im Norden von Hessen und im Süden von Niedersachsen örtlich gewütet. Einige Orte haben es mit voller Wucht abbekommen. Es gab viele Unfälle auf der A7, A44 und A49.

Bei einem kurzen undheftigen Gewitter entluden sich riesige Wassermengen in der Gemeinde Kirchheim im Kreis Hersfeld-Rotenburg. Stellenweise kam es zu Überschwemmungen.

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