Witzenhausen will ins Bio-Netzwerk

Angela Fischer

Witzenhausen. Wie kann der Anteil von Bio-Nahrungsmitteln in Schulen, Kindertagesstätten und kommunalen Einrichtungen erhöht werden? Und wie können Städte den Öko-Landbau und die Verbreitung von Bio-Lebensmitteln fördern?

Das sind zwei von vielen Fragen, mit denen sich das Deutsche Bio-Städte-Netzwerk beschäftigt.

Am Montag trafen sich die Vertreter von zehn an dem Netzwerk beteiligten Städten in Witzenhausen, um Erfahrungen auszutauschen und gemeinsame Projekte zu planen.

„Allein durch den hier beheimateten Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften der Universität Kassel wäre Witzenhausen ein ganz wichtiger Partner für unser Netzwerk“, betonte dessen Sprecher Dr. Werner Ebert vom Umweltreferat der Stadt Nürnberg. Dort wurde das Deutsche Bio-Städte-Netzwerk vor zwei Jahren im Rahmen der Messe „BioFach“ mit dem Ziel gegründet, die Kompetenz der Kommunen beim Thema Bio auf nationaler und europäischer Ebene deutlich zu machen und sich ein stärkeres politisches Gewicht zu verschaffen. An dem Netzwerk beteiligt sind derzeit 17 Städte und Gemeinden, darunter die Großstädte Augsburg, Freiburg, Heidelberg, München und Nürnberg, aber auch kleinere Städte und Gemeinden wie Altdorf, Ebermannstadt oder Eggenfelden.

„Für uns als Stadt, die sich den Bio-Gedanken schon seit langem auf die Fahne geschrieben hat, wäre eine Teilnahme an diesem Netzwerk sehr interessant“, sagte Witzenhausens Bürgermeisterin Angela Fischer. „Dafür bedarf es jedoch zunächst der Beratung und des Beschlusses der zuständigen Gremien.“

Dass die zweitägige Tagung überhaupt in Witzenhausen stattfand, sei dem früheren Dekan und jetzigen Dozenten des Fachbereichs Ökologische Agrarwissenschaften, Professor Jürgen Heß, zu verdanken. „Nachdem er mich auf die Existenz dieses Netzwerks aufmerksam gemacht hatte, habe ich lockeren Kontakt zu Dr. Ebert aufgenommen und ihm vorgeschlagen, einmal hier ein Treffen abzuhalten“, so Fischer. Diesen Vorschlag hatte der Organisator der zweimal jährlich stattfindenden Tagungen auch wegen der günstigen geographischen Lage in der Mitte Deutschlands dankend angenommen.

Netzwerk kostet nichts 

„Witzenhausen hat ja schon viele Bio-Ansätze, aber als Netzwerkpartner könnten wir von den Erfahrungen der anderen Städte profitieren und Projekte übernehmen“, wirbt Angela Fischer für einen möglichst baldigen Beitritt zum Bio-Städte-Netzwerk.

Dabei sei es ihr wichtig, nicht in den existierenden Markt einzugreifen und Biolandwirte zu begünstigen, „sondern die Produktionswege insgesamt zu betrachten und uns für die umweltschonenderen Varianten einzusetzen“. Da die Teilnahme an dem Netzwerk mit keinerlei Kosten verbunden sei, sehe sie gute Chancen für einen baldigen Beitritt. (per)

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