Wohin zieht es Aldi? Discounter soll neuen Standort in Witzenhausen bekommen

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Witzenhausen. Die Geschäftsführung von Aldi möchte die Verkaufsfläche des Discounters in Witzenhausen vergrößern und auch in 30 Jahren in der Kirschenstadt präsent sein - allerdings an neuem Standort.

Das machten Alexander Jöst, Leiter Immobilien und Expansion bei Aldi, und Projektentwickler Dr. Ewald J. Plaisier, am Dienstag im Bauausschuss deutlich. Dabei setzt Aldi auf den Bau eines eigenen Gebäudes, der Mietvertrag für den derzeitigen Markt läuft im November 2020 aus. Um die städtischen Gremien früh in die Planung einzubinden, stellten Jöst und Plaisier die bisherigen Überlegungen zum neuen Standort vor.

Die Vorgaben von Aldi

Der neue Markt soll von derzeit 700 auf mindestens 1000 Quadratmeter Verkaufsfläche vergrößert werden. Eine Option für eine zusätzliche Erweiterung auf 1200 Quadratmeter soll eingeplant werden. Zudem müssen mindestens 85, bestenfalls aber 100 Parkplätze vorgehalten werden, eine Parkplatzbreite von 2,80 Meter soll leichteres Ein- und Aussteigen aus immer größer werdenden Autos ermöglichen. Derzeit sind die Parkplätze 2,55 Meter breit.

Aldi gestaltet derzeit in ganz Norddeutschland Märkte um. Alle Gebäude sollen künftig laut Alexander Jöst Flachdächer haben, auf denen Photovoltaikanlagen Strom für den Markt produzieren können. Bodentiefe Fenster, Oberlichter und eine Raumhöhe von 3,50 Meter (bisher: 3 Meter) sollen für mehr Licht sorgen. Durch die größere Verkaufsfläche können die Gänge verbreitert werden. Das Sortiment wird nicht nennenswert erweitert, lediglich einzelne Bio-Produkte, Süßwaren und zusätzliche Packungsgrößen bei Obst und Gemüse kommen hinzu. Einen „Shop im Shop“, etwa durch einen Bäcker, soll es nicht geben.

Der Zeitplan

Die Projektentwickler hoffen, dass die städtischen Gremien noch in diesem Jahr den Weg für eine Standortverlagerung frei machen. Dann könnte 2016 konkreter geplant und 2017 gebaut werden.

Die möglichen Standorte

1) Aktueller Standort 

• Vorteile: Bewährter Standort in Kombination mit Vollsortimenter Tegut; nutzerfreundlich • Nachteile: Altbau müsste abgerissen werden. Bei großem Neubau würden nur 80 Parkplätze übrig bleiben. Eigentümer hätte viele Nachmieter an der Hand, wird nicht abreißen wollen. • Fazit: Am Altstandort hat Aldi keine Zukunft.

2) Freie Fläche neben Lidl 

• Vorteile: Fläche ist leer, man könnte die Vorgaben von Aldi problemlos umsetzen • Nachteile: Eigentümer der Fläche hat vor Jahren einen Vertrag mit Lidl geschlossen, dass sich dort bis 2038 kein Lebensmittelhändler in Konkurrenz zu Lidl ansiedeln darf. • Fazit: Dieser Standort fällt komplett aus.

3) Fläche „An den Weinbergen“ 

• Vorteile: Spitzwinklige Fläche am Kreisel, die gut erreichbar ist und Platz für Gebäude sowie für 85 Parkplätze bietet, wenn derzeitige alte Firmengebäude abgerissen werden. • Nachteile: Anbindung an die Straße müsste angepasst werden, Untergrenze der Parkfläche, keine Erweiterungsmöglichkeiten. • Fazit: Machbar

4) Autohaus Bernhardt 

• Vorteile: Fläche könnte 90 Parkplätze beherbergen, zudem könnte dort ein großes Gebäude gebaut werden. Der Betreiber des Autohauses Bernhardt sucht Nachnutzer, derzeit ist ein Getränkemarkt im Gespräch. • Nachteile: Keine Platzreserve • Fazit: „Das ist das Sahnestück“, sagt Projektentwickler Plaisier.

Was die Ausschuss-Mitglieder noch von den Projektentwicklern wissen wollten, lesen Sie in der gedruckten Donnerstagsausgabe der HNA-Witzenhäuser Allgemeinen.

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