Städte unterstützen Gastronomie beim Geschäft in den Außenbereichen

Wohlwollen für Wirte im Werra-Meißner-Kreis auch im Winter

Viele unbesetzte Tische und Stühle im gastronomischen Außenbereich mit zusammengefalteten Schirmen nahe dem Salzamt im Kurpark von Bad Sooden-Allendorf
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Kann über Winter stehen bleiben: Um in der Coronakrise über die Runden zu kommen, werden viele Gastronomen, wo es möglich ist, auch im Außenbereich bewirten.

Schon jetzt sind die Abende so kühl, dass das kühle Blonde oder der Aperol Spritz lieber wieder in der Gaststätte genossen wird statt im Biergarten oder auf der Café-Terrasse. Obwohl das Sitzen an der frischen Luft unter Riesenschirm und Markise oder auch im Schutze der Gasthauswand sehr beliebt bei vielen Gästen ist.

Werra-Meißner – Es gibt Kunden, die gern draußen sitzen und auch „länger aushalten“, bestätigt Christian Pelikan, Vorsitzender des Hotel- und Gastronomieverbandes (Dehoga) im Werra-Meißner-Kreis und selbst Gastronom in Bad Sooden-Allendorf.

Damit das Angebot an Außengastronomie in der kalten Jahreszeit aufrecht erhalten werden kann, soll das Betreiben von Außenflächen für Herbst, Winter und Frühjahr 2021 von den Kommunen unbürokratisch unterstützt werden. Das hat der Dehoga-Verband Hessen gefordert.

So sollen in Zeiten der Corona-Pandemie gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden: Den Wirten würde mehr Umsatz ermöglicht, da das Platzangebot im Innenbereich durch die Abstandsregeln nach wie vor reduziert ist. Außerdem sei das Risiko, sich anzustecken, draußen „erheblich niedriger als in geschlossenen Räumen“, sagt Kerstin Junghans, die stellvertretende Hauptgeschäftsführerin in der Dehoga Hessen.

In Bad Sooden-Allendorf, sagt Christian Pelikan, gebe es lediglich die Maßgabe, dass die Außenanlagen im Einvernehmen mit dem Denkmalschutz stehen müssten. Die Stadt beschränke das Aufstellen von Schirmen und Pavillons mit Seitenwänden zum Schutz vor Wind und Wetter im Außenbereich nach wie vor nicht, gibt Bürgermeister Frank Hix (CDU) die Meinung des Magistrates wieder. Man wolle die Gastronomen in dieser schwierigen Zeit weiterhin unterstützen, verweist er auf das großzügige Regeln der Außenflächen-Belegung. Zudem hatte das Stadtparlament schon im Frühsommer als Corona-Wirtschaftshilfe für die Gastronomie beschlossen, auf die Gebühren für die Außenbestuhlung zu verzichten.

Auch gegen Heizpilze habe die Stadt nichts einzuwenden, die seien „sowieso erlaubt“, sagt Bürgermeister Hix. Er appelliert aber, „möglichst umweltfreundliche Heizpilze“ zu verwenden.

Auch in Witzenhausen will man den Gastronomen weiterhin entgegenkommen und „so wenig Steine wie möglich in den Weg legen“, sagt Bürgermeister Daniel Herz (parteilos). Die Nutzung der Außenbereiche sei im Sommer recht locker und offen gehändelt worden, die Wirte hätten großzügig ihre Stühle und Tische herausstellen dürfen, da müsse die Stadt auch für den Winter nichts daran ändern, sagt Herz.

Die Kreisstadt Eschwege unterstützt die heimische Gastronomie ebenfalls, wie Bürgermeister Alexander Heppe (CDU) betont. Insbesondere Außenbestuhlung sei für viele Menschen, die geschlossene Räume während der Pandemie nicht aufsuchen wollen, „eine echte Alternative“. Magistrat und Stadtverordneten hätten die Ordnungsverwaltung daher aufgefordert, im Rahmen des Ermessens den Wirten soweit es geht entgegenzukommen. Und Heppe geht auf die Forderungen der Dehoga ein: „Schutzeinrichtungen gegen Wind, Regen und Kälte sollten daher möglich sein, auch Heizstrahler wären denkbar.“

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