Bundestagswahl

Youtube-Format: Jugendliche aus dem Werra-Meißner-Kreis befragen Direktkandidaten

Bundestagsabgeordneter Michael Roth (Mitte) und das Spotlight-Politics-Team: Luca Schneider (von links), Marlene Kühne, Henner Gädtke, Lukas Schwendel, Calvin Wallstein, Clemens Kampmann, Daniel Schindewolf.
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Bundestagsabgeordneter Michael Roth (Mitte) und das Spotlight-Politics-Team: Luca Schneider (von links), Marlene Kühne, Henner Gädtke, Lukas Schwendel, Calvin Wallstein, Clemens Kampmann, Daniel Schindewolf.

Jugendliche aus dem Werra-Meißner-Kreis nehmen beim Online-Format Spotlight Politics Direktkandidaten unter die Lupe. Einer der Moderatoren gibt einen Einblick hinter die Kulissen.

Werra-Meißner – „Wir wollen junge Menschen dazu anregen, sich politisch zu orientieren“, sagt Clemens Kampmann vom Vorstand des Kreisjugendrings. Er gehört zu den acht jungen Menschen, die mit den Politikern vor der Kamera sprechen. Die Interviews werden jeden Freitag auf dem Youtube-Kanal des Kreisjugendrings hochgeladen. Zu Gast beim Spotlight-Politics-Team sind jeweils ein Direktkandidat und ein Bundestags- oder Landtagsabgeordneter derselben Partei.

Denn es soll nicht nur um die Ziele der Kandidaten gehen. „Wir wollen auch erfahren, was die Abgeordneten auf Bundes- und Landesebene schon erreicht haben.“ Wie ist das Projekt entstanden? Clemens Kampmann gibt einen Einblick hinter die Kulissen.

Die Idee

Zur Kommunalwahl im März organisierte das Team eine Podiumsdiskussion. Doch die sei nicht so gelaufen, wie das Team es sich vorgestellt hatte, so Kampmann. „Uns fehlte ein Jugendlicher, der mitdiskutiert.“ So entstand die Idee, Jugendliche als Moderatoren mit Politikern ins Gespräch kommen zu lassen.

Die Themen

Umwelt, Ausbildung, Arbeitsmarkt und Digitalisierung sind einige Themen, über die in den etwa 45-minütigen Videos gesprochen wird. Das größte Ziel des Teams sei es aber, die Probleme der jungen Menschen anzusprechen. „Eine richtige Perspektive für junge Menschen gibt es im Kreis nicht“, sagt Kampmann. Deshalb sei es besonders interessant, was die Kandidaten dazu sagen.

Die Vorbereitung

Seit einem dreiviertel Jahr arbeite man nun an dem Projekt. Das Team aus Mitgliedern der Jugendräte von Witzenhausen, Bad Sooden-Allendorf und Großalmerode überlegte sich gemeinsam Fragen und informierte sich über ihre Gesprächspartner. Einen festen Moderator gebe es nicht. Denn: „Jeder soll die Möglichkeit bekommen, sich bei den Interviews auszuprobieren“, sagt Kampmann.

Das Interview mit der Direktkandidatin Awet Tesfaiesus (Die Grünen) und dem Landtagsabgeordneten Felix Martin (Die Grünen, rechts) und Moderator Clemens Kampmann (Kreisjugendring) geht am 27. August online.

Den Kontakt zu den Politikern stellte das Vorstandsmitglied des Kreisjugendrings her. Das sei manchmal schwierig gewesen, denn nicht immer habe er die Abgeordneten direkt erreichen können, berichtet er. Allein gelassen wurde er mit dem Projekt aber nicht: die Sozialarbeit an den Gesamtschulen im Kreis und die Kreisjugendförderung unterstützt die Jugendlichen. Die Kreisjugendförderung finanziert zudem das Projekt mit etwa 6000 Euro. Denn das achtköpfige Team hätte die Videodrehs aufgrund fehlender Technik nicht selbst machen können.

Der Videodreh

So wurde das Medienwerk Werra-Meißner für die technische Umsetzung des Projekts beauftragt. Um das Bühnenbild kümmerten sich Mitglieder des Kreisjugendrings.

Gedreht wurde meistens im Freien, zum Beispiel an der Werra bei Chéz Nadine und im Soundgarten in Bad Sooden-Allendorf. „Die Gastronomen fanden das Projekt gut“, sagt Kampmann. Einige Szenen hätten zwar noch mal gedreht werden müssen. Aber insgesamt seien die fünf Drehs gut gelaufen.

Der Schluss

Zum Abschluss der Interviews wird es am Freitag, 3. September, eine Podiumsdiskussion in der Eschweger Stadthalle mit den Direktkandidaten geben. Diese wird im Internet live auf Youtube zu sehen sein. Die Fragen der Moderatoren werden auf den Interviews aufbauen, erklärt Kampmann. Wie es für die jungen Menschen nach und mit der Corona-Pandemie weitergeht, soll allerdings das Hauptthema bei der Veranstaltung sein.

Bei der Diskussion dürfen auch etwa 50 Zuschauer dabei sein. Sie sollen mit kurzen Frage-Antwort-Spielen mit eingebunden werden. „Dann können wir sofort sehen, wer näher an den Wählern dran ist“, sagt Kampmann.

Die Zukunft

Spotlight Politics soll laut Kampmann nach der Bundestagswahl nicht enden. Eine Idee des Teams: zur Halbzeit der Legislaturperiode die Abgeordneten einladen und nachhaken, welche Ziele sie durchgesetzt haben. Doch die meisten Mitglieder seien in einem Alter, wo sie wegen des Studiums oder der Ausbildung wegzögen. „Ob wir neue Leute für zukünftige Projekte finden, bleibt fraglich“, sagt Kampmann. Dabei gebe es von Politikern Interesse, mit jungen Menschen ins Gespräch zu kommen.

Info: Wer bei der Podiumsdiskussion dabei sein möchte, kann sich beim Kreisjugendring anmelden. Die Interviews gibt es auf dem Youtube-Kanal des Kreisjugendrings. (Natascha Terjung)

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