Leitung der Finanzabteilung

Frauke Sebering ist jetzt verantwortlich für die Finanzen in Witzenhausen

Frauke Sebering vor dem Rathaus Witzenhausen.
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Neue Chefin im Fachbereich Finanzen: Frauke Sebering ist die Nachfolgerin des langjährigen Stadtkämmerers Norbert Heinemann bei der Stadt Witzenhausen.

Witzenhausen – Der Haushalt der Stadt Witzenhausen für 2022, den Bürgermeister Daniel Herz den Stadtverordneten am Dienstag präsentierte, stammt erstmals seit Jahrzehnten nicht von Norbert Heinemann. Seit der langjährige Stadtkämmerer in den Ruhestand gegangen ist, verantwortet nun Frauke Sebering die Finanzabteilung.

Die 52-Jährige ist in ihrem Berufsleben viel herumgekommen: Nach dem Studium der Betriebswirtschaft in Göttingen arbeitete sie in Hannover, Fulda und im Rhein-Main-Gebiet, bevor sie 2005 in ihren Heimatort Hundelshausen zurückkehrte. Die geprüfte Steuerberaterin war unter anderem als Prokuristin, Steuerberaterin und Wirtschaftsprüferin angestellt und zuletzt bei einem internationalen Konzern tätig.

Den Wechsel in die Witzenhäuser Stadtverwaltung 2018 habe sie bewusst vollzogen, sagt Sebering: „Ich habe mich gefragt: Wo kann ich mit meiner Erfahrung in einem neuen Feld etwas bewegen?“ Jetzt freut sie sich, die Geschicke ihrer Heimatstadt mitgestalten zu können.

Intensive Einarbeitung

Im Rathaus war sie bisher unter anderem dafür zuständig, die Änderungen der Umsatzsteuerregeln für Kommunen ab 2023 vorzubereiten und die Mitarbeiter zu schulen. Seit vor einem Jahr klar wurde, dass sie die Leitung der Finanzabteilung von Heinemann übernehmen würde, hätten sich beide nebenbei für die Einarbeitung intern eng abgestimmt. „Das hat gut funktioniert“, sagt Sebering, räumt aber mit Blick auf Heinemanns große Fußstapfen ein: „Dennoch merke ich, dass ich noch sehr viel fragen muss.“ Zum Glück könne sie sich auf ihr elfköpfiges Team verlassen: „Die sind alle schon viel länger in der Finanzabteilung und helfen mir mit Detailwissen weiter.“

„Zusammenarbeit muss besser werden“

Zu ihren Aufgaben als Leiterin der Finanzabteilung werden neben der Budgetplanung und der Aufsicht über die Kasse auch weiterhin steuerliche Fragen gehören. Zu ihrer Entlastung wurde eine Teilzeitkraft mit Steuererfahrung eingestellt, zudem liegt die Leitung des Bauhofs nun bei Hauptamtsleiter Michael Zimmermann.

Als eine ihrer wichtigsten Aufgaben sieht Sebering den Kontakt zu den Kommunalpolitikern: „Die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Gremien muss besser werden.“ Sebering ist klar, dass die städtischen Finanzen für viele sehr komplex sind. „Ich stehe jederzeit für Fragen zur Verfügung“, betont Sebering. „Ich erkläre Dinge auch zehn Mal, mit Geduld, Schaubildern und Pfeilen, damit jeder versteht, worum es im Haushalt geht und wie man ihn liest.“ Deshalb hat sie bereits mit Heinemann einen Infoabend zu den Grundlagen angeboten, zu dem 20 Mandatsträger kamen.

Zahlen mochte sie schon immer

Während viele Menschen mit Grausen an ihre Steuererklärung denken, hatte Frauke Sebering schon immer Spaß an Zahlen. Sie machte ihr Abitur an den Beruflichen Schulen mit dem Schwerpunkt Wirtschaft und Verwaltung – und wählte den Mathe-Leistungskurs. „Zahlen sind greifbar und eindeutig, da braucht man nicht viel diskutieren“, beschreibt sie ihre Faszination.

Wenn sie Abstand braucht, greift Sebering gerne zu Heckenschere, Leiter und Eimer und arbeitet körperlich an der frischen Luft. „Ich bin ein echtes Dorfkind.“ Ihre Familie besitzt rund um Hundelshausen Kirschplantagen. „Dort habe ich im Sommer oft mit meiner Oma Kirschen gepflückt. Manchmal stand ich gefühlt wochenlang auf der Leiter.“ Trotzdem mag sie das Witzenhäuser Wahrzeichen immer noch sehr gern, sagt die verheiratete Mutter einer 19 Jahre alten Tochter und eines 17-jährigen Sohns.

Musikalische Familie

Überhaupt ist Sebering ihre Familie wichtig. Die ist sehr musikalisch, schon ihr Vater sang viel. „Mir war immer klar, dass ich in den Gemischten Chor gehen werde, wenn ich nach Hundelshausen zurückkehre“, sagt Sebering. Jetzt singen dort drei Generationen: sie selbst, ihre Tochter und ihrer 87-jährigen Tante. Sie genießt es, sich ganz auf die Musik und ihre Mitsänger zu konzentrieren. Schließlich gilt im Chor wie in der Finanzverwaltung: „Es geht nur im Team.“

Von Friederike Steensen

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