Kaum noch Schutzausrüstung

Zahnärzte aus Witzenhausen suchen Mundschutzmasken

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Schutzmasken sind Mangelware: Zahnärzte aus Witzenhausen suchen FFP3-Masken. Unser Symbolbild zeigt eine FFP2-Maske.

Die Ärzte im Kreis versuchen, auch während der Coronakrise ihre Patienten zu versorgen. Dafür benötigen sie allerdings die entsprechende Schutzausrüstung und die ist knapp.

Besonders Zahnärzte sind von Infektionen gefährdet. „Wir haben einen Arbeitsabstand von 30 bis 50 Zentimetern zum Patienten“, sagt Dr. Holger Claas von der Zahnärztlichen Gesundheitspraxis Frese und Claas in Witzenhausen. Da sie zum Beispiel den Bohrer mit Wasser kühlen, entstehen Aerosole. Mit diesem Luft-Wasser-Gemisch könne eine Vielzahl von Keimen übertragen werden, wodurch die Ansteckungsgefahr für Zahnärzte besonders hoch sei, sagt Claas.

Sie behandeln nur noch Fälle, die nicht aufschiebbar sind sowie Schmerzpatienten. Dennoch haben sie kaum noch die dringend benötigten Mundschutze. „Wir haben vor dreieinhalb Wochen eine Bestellung aufgegeben, aber es wurde noch nichts geliefert und es ist nicht absehbar, wann wieder Nachschub kommt“, sagt Dr. Beatrix Frese. Von vielen Kollegen höre sie ähnliche Probleme.

Die Ärzte könnten auch Masken aus dem Baumarkt benutzen, die eigentlich gegen Feinstaub gedacht sind, solange sie als FFP2 oder FFP3 zertifiziert sind. Aber auch dort sind die Regale leer gekauft. Auch im Großhandel gäbe es keine Masken mehr. Die Zahnärzte sind deswegen auf der Suche nach FFP3-Masken und hoffen auf Unterstützung aus der Region. „Vielleicht gibt es ja zum Bespiel Lackierer, die noch orginalverpackte Masken auf Lager haben und uns zur Verfügung stellen können“, hofft Claas.

Entspannter ist die Situation bei Allgemeinmedizinerin Dr. Klaudia Ress aus Hessisch Lichtenau. „Ich habe aktuell genügend Material da, sowohl bei Schutzmasken, als auch bei Desinfektionsmittel.“ Diesen Umstand verdanke sie aber auch Spenden von Privatpersonen, die Masken nach einen Umbau übrig hatten und ihr zur Verfügung gestellt haben.

Zudem habe Ress einen geringeren Bedarf an Schutzausrüstung, da in ihrer Praxis keine Abstriche für Coronatests durchgeführt werden würden. Zum Verbinden von Wunden reichen ihr normale OP-Masken, wovon sie ausreichend da habe.

Ress freut sich über die vielen positiven Reaktionen, die sie von Patienten bekommen habe und die in der aktuellen Lage helfen wollen: „Ich habe sogar Desinfektionsmittel als Geschenk eingepackt bekommen.“

Im Klinikum Werra-Meißner ist der Bedarf an Material im Moment gedeckt, informiert der Ärztliche Direktor des Klinikums PD Dr. Peter Schott. „Wir haben mehrere Bezugsquellen für Atemschutzmasken“, erklärt Verwaltungsdirektor Michael Rimbach. 

Bestellt wird nur bei bereits bekannte Lieferanten: „Aktuell erhalten wir zig E-Mails von dubiosen Anbietern“, sagt Rimbach. Natürlich sei man an preisliche Grenzen gebunden. Zudem müssen die Masken den medizinischen Anforderungen entsprechen, wie eine FFP2- oder FFP3-Zertifizierung. „Uns haben kürzlich Senioren selbst genähte Baumwollmasken angeboten, was sehr nett ist, aber für den Krankenhausbedarf sind solche Masken leider nicht geeignet“, sagt Rimbach. Stattdessen könnten Privatpersonen die Masken zum Eigenschutz beim Einkaufen tragen. Das Klinikum darf seinen Mitarbeitern nur zertifizierte Schutzausrüstung zur Verfügung stellen. 

Aktuell bekomme das Klinikum von seinen Lieferanten jeweils soviel Ausrüstung, wie für die nächsten Tage benötigt wird, um die Corona-Patienten zu betreuen. „Dabei handelt es sich um den Bedarf für maximal eine Woche.“

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