Fisch-Aufzucht

Zanderzucht im Karpfenteich auf Gut Fahrenbach

Ist selbst begeisterter Angler: Georg Spöckner an seinem einen Hektar großen Teich.
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Ist selbst begeisterter Angler: Georg Spöckner an seinem einen Hektar großen Teich.

Georg Spöckner aus Roßbach züchtet Zander in einem Karpfenteich auf Gut Fahrenbach. Einige der Fische verkauft er an Angelvereine.

Witzenhausen – Scheu, vorsichtig und schwer zu überlisten sind Zander. Georg Spöckner (79) aus Roßbach züchtet die Raubfische auf Gut Fahrenbach. Junge Fische verkauft er an Angelvereine. Die Hobbyfischer setzen sie aus, um sie zu fangen, wenn sie ausgewachsen sind.

Spöckner pachtete das Gewässer Ende der 1970er Jahre auf Lebenszeit. Dort züchtete er zunächst Karpfen, die Ende der 1980er Jahre allerdings von Kormoranen gejagt wurden. Spöckner gab das Karpfengeschäft daraufhin auf: „Die Fische waren auch aus der Mode.“ Der Roßbacher versuchte es mit jungen Hechten, die aber von den Kormoranen auch nicht verschont wurden. Anschließend probierte er die Welszucht. Es verbreitete sich jedoch unter Anglern das Gerücht, Welse vergriffen sich an großen Fischen. „Daher gab es Absatzprobleme.“

Spöckner orientierte sich erneut um – diesmal auf Zander. Dennoch gibt es bis heute Karpfen und Giebel im Teich. Denn von beiden Fischarten ernähren sich die Zander. Für den Eigenbedarf hält der 79-Jährige Regenbogenforellen. Er füttert sie zwei Jahre bis zum Schlachtgewicht mit Giebelfleisch. Mit anderem Futter ginge es schneller, aber dann schmecke der Fisch nicht so gut.

In tiefen Becken neben der Teich-Anlage zieht Georg Spöckner für den eigenen Bedarf Forellen.

In einem weiteren Becken, das mit elf Grad kaltem Quellwasser gespeist wird, leben Saiblinge. „Die Temperatur darf nicht über 15 Grad steigen“, sagt Spöckner, „sonst sterben die Tiere an einer Pilzkrankheit.“

Seit 43 Jahren verbringt der Roßbacher fast jede freie Minute am Teich. Wenn er mit seinem Geländewagen dorthin fährt, ist es für ihn wie eine Rückkehr nach Hause: „Ich bin auf einem Bauernhof groß geworden, zu dem ein Forellenbach gehörte.“

Mit der Teichanlage schuf er sich ein Stück Heimat, das ihm am Anfang allerdings einige Probleme machte: Die Karpfen wühlten den Boden bis zum Grund auf. Das Wasser floss ab. Spöckner versuchte, das Leck erst mit Sägespänen abzudichten, dann mit Ton, später mit Folie – vergebens. Schließlich ließ er mit einem Bagger an der tiefsten Stelle des großen Teichs 20 Meter Erdreich zusammenschieben. Seither ist die Anlage dicht. (Michael Caspar)

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