Zertifikat erneuert: Dohrenbach darf sich weiterhin Luftkurort nennen

Dohrenbach ist auch weiterhin ausgezeichneter Luftkurort: Darüber freuten sich Bürgermeisterin Angela Fischer, Regierungspräsident Walter Lübcke, Ortsvorsteher Peter Schill und Pro Witzenhausen-Geschäftsführerin Diana Brehm (von links). Foto: Demmer

Dohrenbach. Die Luft in Dohrenbach ist gut - so gut, dass die Einwohner ihr Froschkönig-Dorf auch weiterhin „Luftkurort" nennen dürfen. Am Dienstag übergab Regierungspräsident Walter Lübcke die Urkunde.

Sie wurde von Bürgermeisterin Angela Fischer, Ortsvorsteher Peter Schill und Witzenhausens Stadtmanagerin Diana Brehm entgegen genommen. Damit trägt Dohrenbach das Zertifikat durchgehend seit 38 Jahren und ist neben Bad Sooden-Allendorf und Germerode einer der drei solcherart ausgezeichneten Orte im Werra-Meißner-Kreis.

„Für uns ist der Tourismus ein Teil der Wirtschaft und der Wirtschaftsförderung“, betonte Bürgermeisterin Angela Fischer. Daher habe es trotz Schutzschirm eine große interfraktionelle Einigkeit in den städtischen Gremien gegeben, die rund 13 500 Euro teure Zertifizierung in Auftrag zu geben. „Kommunen müssen investieren, sonst sparen sie sich kaputt“, lobte Lücke sowohl diese Entscheidung, als auch das ehrenamtliche Engagement des Heimat- und Verkehrsvereins Dohrenbach, der mit dafür sorge, dass der Ort touristisch attraktiv sei.

Rund 7000 Übernachtungen gibt es jährlich in Dohrenbachs zwei Hotels und den zahlreichen vom deutschen Hotel- und Gaststättenverband zertifizierten Ferienwohnungen, schätzten Brehm und Schill. Ganz genaue Zahlen lassen sich aufgrund eines neuen Datenschutzgesetzes nicht ermitteln, da Herbergen mit weniger als neun Betten nicht mehr meldepflichtig seien. Mitte der 1990er-Jahre waren es noch rund 35 000 Übernachtungen, darunter viele Senioren-Busreisen aus Berlin und Hamburg, erinnerte sich Schill. Heute seien die Gäste in den Fünfzigern, gut situiert und aktiv, so Brehm. Wie viele speziell wegen des Prädikats „Luftkurort“ nach Dohrenbach reisen, lasse sich nicht sagen. Wichtig sei hier der Reklameeffekt, „wir können in ganz anderen Medien werben“, sagte die Pro-Witzenhausen-Geschäftsführerin Brehm.

Eigentlich hätten die Luftmessungen bereits 2008/2009 stattfinden müssen. Da zu dieser Zeit jedoch Straßenarbeiten in Dohrenbach stattfanden, habe man diese auf 2012/2013 verschieben dürfen, berichtete Schill. Ein Jahr lang wurden durchgehend Proben ermittelt. Erfreuliches Ergebnis: Trotz des zu Bauzeiten viel kritisierten Müllheizkraftwerkes im Gelstertal und des erhöhten Verkehrsaufkommens in Witzenhausen haben sich die Messwerte in Dohrenbach gegenüber 1998/1999 deutlich verbessert.

Sowohl an der viel befahrenen Bilsteinstraße als auch am „Hochbehälter“ bei der Wassertretstelle wurde weniger Grobstaub und Stickstoffdioxid gemessen. Lediglich der Wert für schwarzen Grobstaub (Reifen- und Asphaltabrieb sowie Heiz-Rückstände von Holz und Kohle) war an der Bilsteinstraße mit 9,1 Mikrogramm je Kubikmeter Luft nahezu gleich geblieben, wobei er trotzdem deutlich unter den erlaubten 28 Mikrogramm bleibt. (znd)

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