Maschinenreinigung statt Produktion

Zu wenig Arbeit im Rege-Werk Witzenhausen: Belegschaft beunruhigt

+
Hat sein Imperium erweitert: Justin D. Norman hat die Firma Rege Motorenteile rückwirkend zum 1. Januar 2018 übernommen. 

Witzenhausen. Die Firma wurde aus der Insolvenz geführt, ohne Mitarbeiter zu entlassen, und die Betriebsübergabe an den amerikanischen Unternehmer Justin D. Norman jüngst mit dem Eintreffen der letzten Zahlung rückwirkend zum 1. Januar vollzogen.

Trotzdem sind einige Mitarbeiter am Werk von Justin D. Norman Germany GMBH (ehemals Rege Motorenteile) in Witzenhausen beunruhigt.

Nach HNA-Informationen hätten sie seit Beginn des Jahres kaum etwas zu tun und würden stattdessen dazu abgestellt, die Maschinen zu reinigen.

„Es stimmt, wir haben derzeit eine unerfreuliche Unterauslastung“, bestätigt Jörg Heus auf Nachfrage. Der Restrukturierungsmanager stand dem Unternehmen während der Insolvenz zur Seite und ist momentan noch beratend für den neuen Eigentümer tätig. Die Unterauslastung stehe jedoch in keiner Verbindung mit der gerade durchgestandenen Insolvenz, sondern mit der „Auslistung eines volumenstarken, aber ertragsschwachen Produkts“ zum 1. April 2018. Dies sei sowohl dem Verwalterteam von Rege als auch dem neuen Investor seit Anfang November bekannt gewesen, allerdings seien die Stückzahlen schon eher zurückgegangen als gedacht. Daher gibt es laut Heus derzeit einen Personalüberhang im Werk in Witzenhausen, der jedoch durch eine Überauslastung im Werk in Eisenach kompensiert werden soll. 

Jörg Heus

„Es besteht bereits ein Verlagerungsplan für ein mengenstarkes Projekt für Volkswagen in Kassel von Eisenach nach Witzenhausen“, sagt Heus. Die Erfüllung liege jetzt in der Entscheidungspflicht des neuen Eigentümers, der sich derzeit einen Überblick verschaffe und am vergangenen Mittwoch auch das Werk in Witzenhausen besuchte. „Wir gehen jedoch davon aus, dass er diesen Kurs weiterverfolgt.“ Zumal dies laut Heus anlagetechnisch und unternehmerisch Sinn mache. „Vom technischen Set-up in Witzenhausen her, schreit es geradezu nach einer Verlagerung.“ Allerdings dauere die Umstellung der Maschinen ein Vierteljahr, da die Produktion weiterlaufen müsse.

Bus nach Eisenach für Mitarbeiter

Der gefühlten Unterauslastung könne man bis dahin durch eine zeitweise Beschäftigung in Eisenach begegnen. „Wir stellen einen Bus, für diejenigen, die nicht pendeln möchten, würden wir die Übernachtung in einem Hotel in Eisenach finanzieren und zudem gibt es zum Dank für die Bereitschaft der Mitarbeiter einen Ausgleichstag“, sagt Heus. Der Berater betont, dass nach aktuellem Stand weder Entlassungen noch Neueinstellungen vorgesehen seien.

Was der Betriebsrat zu der Situation sagt, lesen Sie in der gedruckten Dienstagsausgabe der HNA Witzenhäuser Allgemeinen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.