„ZundA“ plant Wohn- und Gemeinschaftsprojekt

Witzenhäuser Verein will die Gebäude an der Brückenstraße 18 und 20 kaufen

Bereiten eine Kernsanierung der Fachwerkhäuser vor: ZundA-Mitglieder Nile Jäkel, Felicitas Willgeroth, Regina Thissen, Christine Krapf und Annabelle Buhrow (v. l.).
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Bereiten eine Kernsanierung der Fachwerkhäuser vor: ZundA-Mitglieder Nile Jäkel, Felicitas Willgeroth, Regina Thissen, Christine Krapf und Annabelle Buhrow (v. l.).

Trotz einer kräftigen Anhebung des Kaufpreises will der Witzenhäuser Verein ZundA die sanierungsbedürftigen Fachwerkhäuser an der Brückenstraße 18 und 20 erwerben.

Witzenhausen – Eigentlich wollte der Verein schon weiter sein. Im Oktober haben die beiden Erben der Immobilien jedoch beim Preis noch einmal nachgelegt. Der Verein schaute sich daraufhin andere Immobilien in der Witzenhäuser Innenstadt an und besprach sich mit dem Mietshäuser-Syndikat. Mit der Unterstützung dieses Verbunds von 168 Hausprojekten und 18 Projektinitiativen will er sein Vorhaben umsetzen. Im Gegenzug verpflichtet sich der Verein, die Gebäude nicht wieder zu privatisieren und damit „dauerhaft bezahlbaren Wohnraum“ vorzuhalten.

„Wir haben bereits 45 Direktkredite von Privatpersonen erhalten, die uns den Kauf nun ermöglichen“, sagt Nile Jäkel von der Finanz-Arbeitsgemeinschaft des Vereins. Den Kauf übernimmt eine GmbH, die der Verein zusammen mit dem Syndikat gegründet hat. Der Verein hat in der GmbH die Mehrheit und stellt die Geschäftsführung. „Wir kennen die beiden Häuser an der Brückenstraße bereits sehr gut, nicht zuletzt durch ein Gutachten, das der Fachwerk-Experte Björn Toelstede für uns erstellt hat“, sagt Jäkel.

Eine Bau-AG hat die anstehende Kernsanierung bereits vorbereitet. Mit Architekten ist über zukünftige Raumzuschnitte gesprochen worden. „Um die Sanierung zu finanzieren, sind wir auf weitere Direktkredite angewiesen“, betont Buhrow. Die Finanz-AG wirbt zudem Fördergelder ein, unter anderem bei Firmen, die soziale und ökologische Projekte unterstützen.

Der Bankkredit, den die GmbH nach dem Kauf der Immobilien für die Sanierung aufnehmen will, soll möglichst klein sein. Beginnen werden die Bauarbeiten, die voraussichtlich ein Jahr dauern, voraussichtlich im Sommer. Unter anderem erneuert der Verein das Dach, dämmt die Gebäude und investiert in ein neues Heizsystem.

Der Umsonstladen an der Brückenstraße 20 bleibt weiter bestehen. Es sind barrierefrei zugängliche Gruppenräume und ein Begegnungsort geplant. Fünf Initiativen treffen sich bereits dort – etwa der Arbeitskreis Asyl und das Sprachcafé. Auch Seminare fanden in den vergangenen Monaten schon statt. Der Verein will Wohnraum für acht bis zehn Personen schaffen, die sich mit dem Projekt verbunden fühlen.

Getragen wird das Vorhaben von einer zwölf Personen starken Gruppe. Ihr gehören teils Studierende, teils Berufstätige an. Drei Viertel der Aktiven sind Frauen. Das Alter reicht von Anfang 20 bis Mitte 40. (Von Michael Caspar)

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