Große Pläne mit zwei Häusern an der Brückenstraße

Verein will günstigen Wohnraum in Witzenhausen schaffen

Annabelle Buhrow (links) und Regina Thissen vom jungen Verein ZundA stehen vor den Häusern Brückenstraße 18 und 20 in Witzenhausen.
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Wollen zwei stadtbildprägende Häuser in der WItzenhäuser Innenstadt erhalten: Annabelle Buhrow (links) und Regina Thissen vom jungen Verein ZundA.

Ökologisch sanieren will der neu gegründete Witzenhäuser Verein ZundA die Fachwerkhäuser an der Brückenstraße 18 und 20. Es sollen mehrere günstige Wohnungen sowie Räume für Nachbarschaftsprojekte und Initiativen entstehen. Die zehn Mitglieder planen, den bestehenden Umsonstladen im Erdgeschoss um ein Café zu ergänzen.

Witzenhausen – „Der Transition-Town-Verein, der die Region nachhaltig entwickeln möchte, kann die Miete für das Gebäude an der Brückenstraße 20 nicht mehr tragen“, berichtet Studentin Annabelle Buhrow (26). Damit steht die Zukunft des Transition-Hauses auf der Kippe.

Das hat einige Nutzer alarmiert. Sie haben sich vor einem Jahr zu einer Krisensitzung getroffen. Es bildete sich eine Gruppe, die mit einem eigenen Projekt an den Start geht. Sie will dem Transition-Verein Räume zur Verfügung stellen und auch dessen Umsonstladen im Nachbarhaus erhalten.

Die zehn ZundA-Mitglieder, die zwischen Anfang 20 und Mitte 30 Jahre alt sind, suchten die Unterstützung des Mietshäuser-Syndikats. Es hat bereits 150 solcher Vorhaben mit Partnern umgesetzt. Das Syndikat hilft den Witzenhäusern beim Beschaffen des notwendigen Geldes für den Kauf und die Kernsanierung. Im Gegenzug verspricht ZundA, die Gebäude nicht wieder zu verkaufen und dauerhaft „bezahlbaren Wohnraum“ vorzuhalten.

„Derzeit erstellt der Fachwerk-Experte Björn Toelstede für uns ein Gutachten“, berichtet Studentin Regina Thissen (23). Toelstede nimmt jeden Balken der beiden mehr als 100 Jahre alten Gebäude unter die Lupe. Das Syndikat will nach dem Kauf keine böse Überraschung erleben. Bekannt ist, dass es in einem der Gebäude einen Wasserschaden gegeben hat. Der Stuck an der Fassade bröckelt. Das Dach muss neu eingedeckt werden.

Sobald das Gutachten vorliegt und mit der Eigentümerin Einigung über den Kaufpreis erzielt worden ist, soll eine GmbH die Gebäude erwerben. Sie wird vom Verein und dem Syndikat gegründet. Der Verein hat in dieser Gesellschaft die Mehrheit und stellt die Geschäftsführung. „Einige Mitglieder haben eine kaufmännische Ausbildung absolviert“, sagt die gelernte Industriekauffrau Thissen. Sie ist sicher, dass die GmbH mindestens 100 000 Euro an Eigenmitteln einwerben kann.

Das Unternehmen gewährt Investoren auf Einlagen einen geringen Zinssatz. Die Bank wertet diese Mittel als Eigenkapital und gibt noch einmal 80 Prozent der Summe als Kredit dazu. Die GmbH will das geliehene Geld über einen langen Zeitraum mit den Mieteinnahmen tilgen. Der Kauf soll im Sommer über die Bühne gehen.

Eine Arbeitsgruppe des Vereins bereitet derzeit die Sanierung des Gebäudes vor. „Einige von uns haben eine handwerkliche Ausbildung gemacht“, sagt Buhrow. Das Dachgeschoss soll ausgebaut werden. Auf zwei Etagen will der Verein Wohnen ermöglichen. Es wird Kreativräume geben, etwa ein Zimmer mit Musikinstrumenten. Ein Malraum existiert schon. Geplant sind zudem Gruppenräume für Lesungen, Vorträge und Seminare. (Michael Caspar)

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