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Claudia von Trausnitz und Justin Ciuche treten auf Schloss Berlepsch auf

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Von: Nicole Demmer

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Historische Kulisse: Am 15. Oktober gastieren Claudia von Trausnitz und Justin Ciuche mit ihrer Lesereise auf Schloss Berlepsch.
Historische Kulisse: Am 15. Oktober gastieren Claudia von Trausnitz und Justin Ciuche mit ihrer Lesereise auf Schloss Berlepsch. © Nicole Demmer

Eine Geschichte in elf Kapiteln mit dazugehörigen Melodien gibt es am 15. Oktober bei einer musikalischen Lesereise nebst Poetry Dinner auf Schloss Berlepsch.

Berlepsch – Manche Wege kreuzen sich und die Protagonisten stellen fest, dass sie mehr verbindet, als im ersten Moment angenommen. So geschah es auch bei Claudia von Trausnitz und Justin Ciuche. Die Autorin und der Geiger gastieren am Samstag, 15. Oktober, mit ihrer musikalischen Lesereise zum Poetry Dinner auf Schloss Berlepsch.

Kennengelernt haben sie sich, als von Trausnitz Ciuche 2019 für den Weihnachtsmarkt auf dem Schloss, für das sie Großereignisse organisiert, engagierte. So entstand 2020 die Idee, ein gemeinsames Literaturprojekt ins Leben zu rufen. Es folgten viele Gespräche, auch über Ciuches Geburtsland Rumänien. „In diesem Jahr habe ich erfahren, dass ich durch meinen Ur-Großvater rumänische Wurzeln habe“, berichtet von Trausnitz.

Es waren die Erzählungen Ciuches von Rumänien, wegen denen sich von Trausnitz spontan in das Land verliebte. „Ich konnte nicht genug bekommen“, erinnert sie sich. „Als ich erfahren habe, dass meine Wurzeln auch da sind, hat es alles rund gemacht.“ Die Begeisterung bemerkte auch Ciuche. Viele würden denken, dass es in Rumänien schmutzig ist und dort viel Kriminalität herrscht. Aber er kenne die Natur, die alten Städte, und zudem sei Rumänien ein Land, in dem Menschen der unterschiedlichsten Herkunft zusammenleben. Das Projekt gebe ihm die Möglichkeit, Rumänien von einer anderen Seite zu zeigen.

Entstanden sind so elf Texte, die von Trausnitz‘ und Ciuches Charaktere in einer Protagonistin verbinden. Diese stammt, ebenso wie von Trausnitz, gebürtig aus Hamburg. Um der schnelllebigen Zeit zu entfliehen, setzt sie sich in den Zug und fährt über Paris nach Rumänien, genauer in die Region Transsilvanien, aus der Ciuche stammt, wo sie ihre Ahnen entdeckt. Sie erfährt: „Transsilvanien ist ganz anders als Hamburg, Zeit hat eine ganz andere Bedeutung“, erklärt der Geiger. Auch die Werte seien anders. Natur ist ebenso wichtig wie ein familiäres Miteinander, die Menschen hätten wenig, dies würden sie aber gerne teilen. Gerade Werte wie Nachhaltigkeit sprechen wohl viele Menschen an, sagt von Trausnitz. Sie glaube, dass viele Menschen von der Schnelllebigkeit heutzutage müde seien und sich eine Entschleunigung wünschen.

Für die einzelnen Kapitel hat Ciuche die Musik komponiert – mal westlich für den Start in Hamburg, mal jazzig im Stil der Bel Epoche für Paris, endend mit melancholischen, aber auch schnellen Melodien für Rumänien – eben so, wie das Leben dort ist, berichtet er. „Uns war wichtig, dass die Musik nicht nur der Hintergrund ist, ich glaube, das ist uns gut gelungen“, sagt von Trausnitz. Publikumsreaktionen geben ihnen recht. So sei nach einem Gastspiel etwa ein Besucher auf sie zugekommen und habe berichtet, dass er nun mehr über seine Vorfahren aus Polen erfahren wolle.

Mit der Reise ihrer Protagonistin, die im elften Kapitel ein glückliches, aber auch offenes Ende findet, soll das Projekt nicht beendet sein. Eine Fortsetzung ist bereits geplant. Sie soll unter anderem vor 100 Jahren spielen und vom Leben der Hauptfigur erzählen. Auf Lesereise wollen die Beiden auch im kommenden Jahr – gerne auch nach Rumänien. Dazu soll ein Hörbuch entstehen, für das von Trausnitz und Ciuche bereits ein Crowdfunding ins Leben gerufen haben, mit dem sie aktuell unter zu.hna.de/lesereise um Unterstützung werben. Und: Für von Trausnitz wird es in wenigen Wochen auf eine Reise nach Rumänien gehen.

Auf Schloss Berlepsch erwartet die Besucher am 15. Oktober ein Drei-Gang-Menü, das von Trausnitz und Ciuche mit drei Blöcken a 25 bis 30 Minuten künstlerisch begleiten und dabei alle elf Kapitel ihres Werkes präsentieren. Buchbar ist das Poetry Dinner für 59 Euro pro Person unter zu.hna.de/poetry (nde)

Zu den Personen

Claudia von Trausnitz (45) wurde in Hamburg geboren. Sie wohnt aktuell in Göttingen und steht als Autorin beim Salsa-Verlag unter Vertrag. Ende 2021 hat sie eine Anthologie (Sammlung literarischer Texte, Red.) veröffentlicht. Zudem hat sie das Management für Großveranstaltungen auf Schloss Berlepsch inne.

Justin Stefan Ciuche (38) wurde in Rumänien geboren und erhielt dort seine klassische Geigenausbildung. Nach Stationen unter anderem beim Symphonieorchester in Abu Dhabi (Dubai) lebt er seit einigen Jahren in Göttingen. Musikalisch entfernte er sich von der Klassik hin zur Arbeit mit Tanz, Gesang und anderen Künstlern. Er steht aktuell mit den Liedermachern Hannes Wader und Reinhard Mey im Studio, war mit Anne Clark auf Tour und gehört der Band Rauhbein um den aus Hessisch Lichtenau stammenden Sänger Henry M. Rauhbein an. (nde)

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