Zwischenbericht zur Schadstoffbelastung: Fragen und Antworten

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Meist befahrene Straße in der Innenstadt: Der Bereich „Hinter den Teichhöfen“. Als im Oktober 2015 sowohl die Straße nach Wendershausen als auch die B 80 am Ortseingang Witzenhausen gesperrt war, wurden hier binnen einer Stunde am Nachmittag 815 Autos und 64 Lastwagen gezählt. Viele Witzenhäuser fürchten eine ähnliche Belastung, wenn die neue Werrabrücke kommt.

Witzenhausen. Im Dezember beauftragte das Parlament die Verwaltung, zu prüfen, wie eine Messung der Schadstoffbelastung der Luft in der Innenstadt aussehen könnte.

Jetzt stellte Bauamtsleiter Bernd Westermann im Umweltausschuss erste Ergebnisse vor.

Welche Werte sollen gemessen werden, um sinnvolle Aussagen über die Schadstoffbelastung zu erhalten? 

Westermann geht davon aus, dass man sich bei der Messung an den lufthygienischen Jahresberichten des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie (HLUG) orientieren sollte, weil man dann die Ergebnisse mit Datensätzen aus ganz Hessen vergleichen könne. Besonders sinnvoll sei eine Messung von Stickstoffdioxid (NO2) und Feinstaub (PM10).

Welche Straßen und Plätze sind aussagekräftig? 

Nach den Vorgaben des HLUG sollte in der Straße mit der höchsten innerstädtischen Verkehrsbelastung die Schadstoffbelastung gemessen werden - und zwar im Bereich mit der dichtesten Bebauung, denn hier sei die höchste Schadstoffbelastung zu erwarten. Laut Westermann müsste man in Witzenhausen daher im Bereich „Schützenstraße“ und „Hinter den Teichhöfen“ messen. Weil die Messinstrumente nicht an Einmündungen oder Ampeln stehen sollten, wäre ein Standort im Bereich „Hinter den Teichhöfen 1 und 13“ ideal.

Wie lange sollte die Messung dauern? 

Ein Zeitraum von einem Jahr ist sinnvoll, weil dann alle Einflüsse des Wetters auf die Luftbelastung einbezogen werden könnten. Unter bestimmten Bedingungen könne die Messdauer auf sechs Monate verkürzt werden.

Welche Kosten verursacht die Luftmessung? 

Das HLUG geht davon aus, dass in Hessen ein aussagekräftiges Messnetz für die Luftverschmutzung installiert ist - mit Stationen auf dem Bilstein und an der Fünffensterstraße in Kassel. Will die Stadt zusätzliche Messungen vornehmen lassen, muss sie das zunächst selbst bezahlen, erklärte Westermann. Nur wenn man - über das Umweltministerium - das HLUG davon überzeugen könne, dass eine neue Messung nötig ist, würde das HLUG die Kosten tragen. Westermann ermittelte, dass aktuell die Kosten für eine NO2-Messung bei 10.000 Euro, für eine Feinstaub-Messung bei 20.000 Euro liegen.

Wie Erster Stadtrat Dr. Walter Hölzel anmerkte, könnte es reichen, zunächst nur den NO2-Wert zu bestimmen, der ein Indikator zur Feinstaubbelastung sei.

Fraktionen beraten

Einen Beschluss fasste der Ausschuss nicht, das Thema soll noch in den Fraktionen beraten werden. Wann die Luftmessung Thema im Parlament wird, ist noch offen. Auf der Tagesordnung der letzten Sitzung vor der Kommunalwahl am Dienstag, 9. Februar, steht es nicht. Stadtverordnete Beate Oetzel (FWG), die seit Jahren für die Luftmessung kämpft, zeigte sich enttäuscht, dass es wohl erst nach der Wahl einen Beschluss geben wird. Westermanns Ergebnisse deckten sich mit dem, was sie selbst im Herbst ermittelt hatte. „Es wird viel Zeit verschenkt.“

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