Witzige Plakatkampagne: Bauern aus dem Werra-Meißner-Kreis zeigen Gesicht

Mit einer ungewöhnlichen Kampagne wirbt der Kreisbauernverband Werra-Meißner jetzt für die Arbeit der heimischen Landwirte. Zwölf witzige Motive erinnern jetzt auf Großplakaten an den Durchfahrtsstraßen daran, welche Aufgaben die Bauern für die Gesellschaft übernehmen. Sie sollen den Wert der Landwirtschaft ins Bewusstsein der Bevölkerung zurückholen. „Alle drei Monate tauschen wir die Motive durch“, kündigt Torsten Möller, Vorsitzender des Kreisbauernverbands an. Foto: Regine Rohmund/nh/

Werra-Meißner. Autofahrer im Kreis werden vermutlich häufiger schmunzeln. Denn der Kreisbauernverband (KBV) Werra-Meißner wirbt mit einer humorvollen Kampagne unter dem Motto „Wir machen das!" auf Plakaten für die heimische Landwirtschaft.

Die Models kann man leicht auf dem Traktor treffen, auf Kuhweiden und am Bienenstock. Denn zwölf Landwirte und ihre Familien zeigen für die Aktion Gesicht. Sie weisen mit einem Augenzwinkern darauf hin, dass unsere Lebensmittel nicht aus dem Supermarkt stammen - sondern von Menschen aus der Region, die sich um ihre Nutztiere kümmern, die Landschaft pflegen oder mit Biogasanlagen, Photovoltaikanlagen und Windrädern nachhaltig Energie produzieren. Dafür warfen sich die Amateur-Models für Fotografin Regine Rohmund auch in ungewöhnliche Posen. Torsten Möller aus Röhrda küsst zum Beispiel eine Kuh, Philipp Kawe aus Hebenshausen posiert mit einem Weizenglas voll Getreide - und Magnus Sauer stemmt ein Pferd: „Eigentlich hatte ich eine große blaue Wassertonne auf der Schulter“, verrät der Hessisch Lichtenauer. Er betreibt mit seiner Familie einen Pferdepensionsstall und hofft, dass Bauern und Bevölkerung durch die Kampagne wieder mehr ins Gespräch kommen. Für die Fotomontagen und die flotten Sprüche war die Werbeagentur Pesdorado (Datterode) zuständig.

Das Ergebnis kam bei den vielen Gästen beim Start der Kampagne am Freitag in Witzenhausen gut an. „Sie geben der Landwirtschaft ein Gesicht!“, lobte Dr. Hans Hermann Harpain vom Hessischen Bauernverband. Der Weg in die Öffentlichkeit sei wichtig, weil viele Menschen nicht mehr wüssten, wie die Landwirte Lebensmittel herstellen - und weil gerade bäuerliche Familienbetriebe angesichts sinkender Weltmarktpreise neue Wege gehen müssten, wie Vize-Landrat Dr. Rainer Wallmann ergänzte. Auch Witzenhausens Bürgermeisterin Angela Fischer forderte mehr Einblicke in die Arbeit der Bauern. „Bei Landwirtschaft denken viele Menschen zuerst an „Bauer sucht Frau“, spielte sie auf die Fernsehsendung an. „Wer an den Plakaten vorbeifährt, hält vielleicht kurz inne und denkt darüber nach“, drückte Deula-Chef Henry Thiele die Hoffnung der Sponsoren aus. Mit dem zupackenden Slogan „Wir machen das!“ könne man die Menschen besser erreichen als mit Hiobsbotschaften oder erhobenen Zeigefingern.

Der KBV hat auch Kalender mit den Motiven drucken lassen, die in der Geschäftsstelle gegen eine Spende erhältlich sind. Alle Motive auch hier: http://zu.hna.de/Bauernfotos

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