DNA-Tests werden Klarheit bringen 

Frisch geborene Kälber auf Bio-Hof in Hessen gerissen: War es ein Wolf? 

Im Werra-Meißner-Kreis (Hessen)wurden frisch geborene Kälbchen gerissen. Ob ein Wolf dafür verantwortlich ist, werden DNA-Tests zeigen. 

  • Vermutlich ist ein Wolf* für den Tod von zwei jungen Kälbern verantwortlich
  • Einwandfrei kann allerdings nur der DNA-Test einen Wolf-Angriff bestätigen oder ausschließen
  • Die in Hessen gerissenen Kälber waren gerade erst geboren worden

Hübenthal/Hessen - Über dem Weizenfeld am Ortsrand von Ortsrand von Hübenthal bei Sontra im Werra-Meißner-Kreis (Hessen) kreisten am Dienstagvormittag die Krähen wie in einem Hitchcock-Film. Die hungrigen Vögel waren auch der Grund, warum Landwirt Karl-Otto Krug am Morgen seine beiden vermissten Kälber schnell entdeckte.

Beide Jungtiere lagen nur zwei Meter voneinander im Feld. Einem war der komplette Brustkorb aufgerissen und weggefressen, bei dem anderen klaffte ein riesiges Loch im Bauch. Bei beiden Tieren gab es keinen Kehlbiss – das Fraßbild gleicht aber dem Bild das der weibliche Wolf, der in der Gegend inzwischen heimisch geworden ist, hinterließ.

Wolf in Hessen: Kälber waren gerade erst geboren worden

Die beiden Kälber waren am Sonntag und Montag erst geboren worden. „Sie standen mit ihren Müttern auf der Weide“, erzählt der junge Landwirt Johannes Krug. In einem Biobetrieb wie dem seinen, in Hübenthal (Hessen), würden die Kälber noch mindestens 48 Stunden bei der Mutter bleiben.

Der Fundort der beiden, mutmaßlich vom Wolf gerissenen, Kälbchen befand sich zirka 50 Meter von der mit einem Elektrozaun gesicherten Weide entfernt, jedes der Neugeborenen wog zwischen 30 und 40 Kilogramm.

Wolf in Hessen: Sicherheit bringt erst das Ergebnis der DNA-Analyse

Der von den Landwirten herbeigerufene Wolf-Rissgutachter Gerhard Scholz entnahm an beiden getöteten Tieren Proben für eine Gen-Analyse. Er äußerte sich nicht, ob es sich seiner Ansicht nach um einen Wolf-Riss handelt.

„Sicherheit wird erst die DNA-Analyse bringen – aber richtig viele Alternativen bleiben nicht“, sagt er. Im November vorigen Jahres waren in Hübenthal (Hessen) in Sichtweite des jetzigen Tatortes bestätigt zwei Schafe von einem Wolf gerissen worden. Allein in der letzten Woche hatte Scholz vier Rehrisse begutachtet.

Wolf in Hessen: Angriff ereignete sich nach Mitternacht

Der Angriff auf die beiden Kälber muss sich nach Mitternacht ereignet haben, denn gegen 0.30 Uhr hatte Karl-Otto Krug noch mal nach den Tieren gesehen.

Seine Frau Susanne erzählt, dass in der Nacht die beiden Hunde angeschlagen hatten, das sei allerdings nicht ungewöhnlich, weil die beiden Hunde, auf dem Hof in Hübenthal (Hessen),  bei jedem vorbei stromernden Dachs anschlagen.

Wolf in Hessen: Betroffener Hof hat eine Größe von knapp 100 Tieren

„Es ist unmöglich, alle Weiden einzuzäunen“, sagt sie. Der Biobetrieb, der vor neun Jahren von konventioneller Landwirtschaft auf Bio umgestiegen ist, hat um die 70 Milchkühe und etwa 30 Nachzuchttiere.

Rissgutachter Scholz bestätigt, dass das der erste Fall im Werra-Meißner-Kreis (Hessen) ist, wo möglicherweise ein Wolf Rinder angegriffen habe.

Wolf in Hessen: Riss wurde an Regierungspräsidium gemeldet

Er meldete den Riss auch an das Regierungspräsidium in Kassel (Hessen) – zur Erfassung der möglichen Wolf-Aktivität und für Ersatzzahlungen an den Betrieb.

Denn während Schafzüchter Zuschüsse für den Herdenschutz bekommen, gilt das nach Scholz' Wissen noch nicht für Rinderzuchtbetriebe. Das Ergebnis der DNA-Analyse wird in zwei bis drei Wochen vorliegen.

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Von Stefanie Salzmann und Lucas Maier

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