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Wolfsgebiet Pfaffenbachtal: Keine Schilder um Diemerode

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Von: Stefanie Salzmann

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Die Wolfspopulation wächst: Im Pfaffenbachtal um Diemerode sind seit Ende vorigen Jahres immer wieder Gruppen von Jungwölfen gesichtet worden.
Die Wolfspopulation wächst: Im Pfaffenbachtal um Diemerode sind seit Ende vorigen Jahres immer wieder Gruppen von Jungwölfen gesichtet worden. © Carolin Eberth

Im Pfaffenbachtal um die Sontraer Ortsteile Diemerode, Heyerode und Berneburg haben sich seit Ende vorigen Jahres die Sichtungen von Wölfen – vor allem von jeweils mehreren Jungtieren – gehäuft.

Diemerode – Daher hatte Diemerodes Ortsvorsteher Lothar Oschmann auf der jüngsten Sitzung des Ortsbeirates angeregt, das Gebiet mit gelben Schildern (wie bei Alheim im Nachbarkreis Hersfeld-Rotenburg) für die Bevölkerung als Wolfsgebiet zu kennzeichnen.

Am 21. Dezember vorigen Jahres sichtete eine Spaziergängerin am Morgen fünf Jungwölfe, im Januar filmten zwei Jäger zwei Wölfe 400 Meter vom Ort entfernt, Anfang Februar wurden an einem Vormittag erneut drei Jungtiere etwa 200 Meter von der Ortslage gesichtet, bestätigt auch der Ortsvorsteher. Im Nordwesten grenzt das Pfaffenbachtal an das Stölzinger Gebirge, dem Territorium der sogenannten Stölzinger Wölfin.

Da aber das Projekt Wolfsschilder auch um Alheim gründlich schief ging – die Schilder waren beschmiert und verunstaltet worden – will die Stadt Sontra nun die Bevölkerung mit einer Informationsveranstaltung im Frühjahr für das Thema sensibilisieren.

Moderieren soll die Veranstaltung Thomas Apel vom Bürgerschaftlichen Infonetzwerk Wolfsmonotoring, als Referent soll der Berufsschäfer Anton Göbel kommen, der schon verschiedentlich bei Veranstaltungen gezeigt hat, wie einfach es für Wölfe ist, auch hohe Weideschutzzäune zu überwinden.

„Wir müssen den Leuten hier klarmachen, dass es hier nicht nur einen Wolf, sondern mehrere gibt“, sagt Oschmann. „Die werden älter und damit auch gefährlicher für Nutztiere.“

Sontras Bürgermeister Thomas Eckhardt unterstützt das Vorhaben. „Vor allem müssen wir eine deutliche Botschaft an die Landesregierung senden“, so Eckhardt. Damit wolle man mehr erreichen, als das mit gelben Warnschildern möglich sei.

In Hessen wurden im vorigen Jahr knapp 140 Wolfnachweise genetisch vom Hessischen Landesamt für Geologie, Umwelt und Naturschutz bestätigt. Dabei handelt es sich um Sichtungen, Risse, aber auch um Losung und Spuren, die Wölfen zugeordnet werden konnten.

Davon wurden zwölf Nachweise im Werra-Meißner-Kreis geführt. Bei fünf weitere Fällen konnte der genetische Nachweis nicht eindeutig erbracht werden.

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