Wunsch nach Einzeldosen

Organisation der Corona-Impfungen im Werra-Meißner-Kreis ist schwieriger

Ältere Frau erhält eine Corona-Impfung in den Oberarm.
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Seit vergangener Woche Montag können sich Menschen im Kreis ohne Termin impfen lassen. (Symbolbild)

Für Hausärzte im Werra-Meißner-Kreis ist die Organisation der Corona-Impfungen schwieriger geworden.

Werra-Meißner – Die Anzahl der täglichen Impfungen gegen das Coronavirus ist rückläufig, trotzdem haben Hausärzte und die Mitarbeiter des Impfzentrums in Eschwege noch gut zu tun.

Ihre Impfwarteliste abgearbeitet hat Dr. Klaudia Ress, Hausärztin in Hessisch Lichtenau und Sprecherin des Ärztebündnisses Werra-Meißner. Wie sie berichtet, versorgt sie die Patienten mit circa 120 Piksen pro Woche überwiegend mit der zweiten Impfung. Dazu kommen 20 bis 30 Erstimpfungen mit dem Wirkstoff von Biontech. „Da wir nur wenig Johnson-Impfstoff erhalten, werden hier entsprechend trotz Nachfrage wenige geimpft“, so Ress. Astrazeneca möchte niemand mehr, da die Politik die Patienten verunsichert habe. Patienten mit Astrazeneca-Erstimpfung ließen sich das zweite Mal mit Biontech impfen.

Die Impf-Organisation ist laut Ress schwieriger geworden, da die meist jüngeren Personen nicht nur ihre Arbeitszeiten, sondern auch die Urlaubsplanung berücksichtigt haben möchten und sechs Personen (eine Ampulle Impfstoff, Anm. Red.) zu einer Zeit zusammengefasst werden müssten. Wünschenswert wäre hier, dass der Covid-Impfstoff – ebenso wie Grippe-Impfungen – in Einzeldosen verpackt und so individuelles Impfen zur Sprechstundenzeit ermöglicht werde. Damit könne auch die Zahl der Erstimpfungen gesteigert werden. „Erschwerend kommt jetzt noch hinzu, dass jede Praxis den Impfstoff zwei Wochen im Voraus bestellen muss und ich heute nicht weiß, wie viel in 14 Tagen erstgeimpft werden möchten“, erklärt Ress.

Im Impfzentrum in Eschwege gibt es seit Montag vergangener Woche die Möglichkeit, sich von Montag bis Freitag jeweils von 8 bis 12 Uhr impfen zu lassen. Das wird täglich von 30 bis 50 Personen angenommen, berichtet Kreissprecher Jörg Klinge für das Impfzentrum. Dies sei als Erfolg zu werten. Auch im Impfzentrum wünsche kaum noch eine Person das Serum von Astrazeneca. Dieses werde daher an das Land zurückgegeben. Aufgrund der sorgfältigen Planung bleibe kein Impfstoff übrig oder müsse entsorgt werden. (nde)

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