Zahl der Blutspender dramatisch gesunken

Spender gesucht: Der Werra-Meißner-Kreis beklagt einen Rückgang an Blutspenden. Foto: dpa

Werra-Meißner. In den Sommermonaten werden Blutspenden dringender denn je gebraucht, das teilt der Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Baden Württemberg/Hessen mit.

Grund hierfür sei nicht nur die Urlaubszeit, die auch zu einem erhöhten Unfallvorkommen und dadurch auch größeren Bedarf für Blutspenden führt, sondern auch die nachlassende Bereitschaft der Menschen, sagt Dr. Walid Sireis vom DRK in Kassel. „In den vergangenen zwei Wochen hat sich die Zahl der Blutspenden fast halbiert.“

Die Spender fallen nicht nur aus, weil sie über die Ferienzeit in den Urlaub führen. Schuld sei laut Sireis auch die Hitze: „Man schwitzt enorm, verliert viel Flüssigkeit und muss dadurch auch mehr trinken. Einige Spender fallen durch die ärztliche Untersuchung beim Blutspendetermin, weil sie zu wenig Flüssigkeit zu sich nehmen.“

Im Werra-Meißner-Kreis geht die Zahl der Blutspender auch unabhängig von der Jahreszeit stetig zurück. Unter den 5000 Spendern in 2014 im Werra-Meißner-Kreis waren aber nur 236 Erstspender. Der demografische Wandel sei jetzt spürbar, sagt DRK-Organisationsbeauftragter Rolf Zarberg. Besonders fehlen junge Menschen bei den Blutspendeterminen.

Gerade kleinere Ortschaften und Stadtteile, in denen Blutspendetermine vom DRK und von Ehrenamtlichen organisiert werden, suchen händeringend nach Erstspendern.

„Wir haben einen festen Stamm an Mehrfachspendern, von denen viele schon über 100-mal ihren Lebenssaft gegeben haben“, sagt Zarberg. Erstspender kann werden, wer zwischen 18 und 65 Jahre alt ist, Mehrfachspender mit ärztlicher Bescheinigung sogar bis zum 72 Lebensjahr.

„Spenden kann man mit einem Blutspende-Pass deutschlandweit“, erklärt Ralph Islei, Blutspendebeauftragter des DRK Hessisch Lichtenau. Gebraucht wird vor allem die Gruppe Null Rhesus Negativ, die als Transfusion bei jedem Menschen eingesetzt werden kann. (mle)

Was an einem Blutspendetermin geschieht, hat uns Heinrich Kaster aus Velmeden Schritt für Schritt gezeigt. Davon lesen Sie in der gedruckten Wochenendausgabe.

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