Gleichzeitig steigt Arbeitsvolumen der Veterinäre

Zahl der Tierärzte im Werra-Meißner-Kreis sinkt

Oft kümmern sich Veterinäre nicht nur um Goldhamster, Katze und Co, sondern auch um Nutztiere wie Kühe.
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Oft kümmern sich Veterinäre nicht nur um Goldhamster, Katze und Co, sondern auch um Nutztiere wie Kühe.

2016 waren es 28, dieses Jahr sind es noch 22 Tierärzte im Kreis - mit steigendem Arbeitsaufkommen.

Werra-Meißner – Die Tierärzte im Werra-Meißner-Kreis werden weniger – bei steigendem Arbeitsvolumen. Wie Katrin Walmanns, Sprecherin des Regierungspräsidiums Kassel (RP), auf Anfrage mitteilt, waren es im Jahr 2016 noch 28. 7 Tierärzte schlossen ihre Praxis, nur eine wurde dann von einer Nachfolgerin übernommen.

„Wir erleben hier den normalen Mangel“, sagt Dr. Michaela Seifert, Inhaberin der Tierarztpraxis Weidenhausen. Vielleicht sei das in den Universitäts-Städten weniger ausgeprägt, aber allgemein gebe es sowohl bei den Ämtern als auch den Praxen einen Mangel. Das liege zum einen daran, dass nicht nach Bedarf ausgebildet werde. Es gebe auch viele Frauen in dem Beruf, die nicht in der Lage seien, eine Vollzeitpraxis „zu stemmen, ohne das Kind zu vernachlässigen“. Diese Ärztinnen ließen sich dann Teilzeit in einer Praxis anstellen. Ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis wäre hier besser. Dazu käme die für einen Studienberuf nicht übermäßige Bezahlung, mangelnde Wertschätzung und schwierige Tierbesitzer.

Zwar habe die Corona-Pandemie und der damit einhergehende Trend zum Haustier auch in ihrer Praxis für Mehrarbeit gesorgt. Generell beobachte sie jedoch eine lineare Steigerung an tierischen Patienten in den 20 Jahren, die sie die Praxis nun habe. Ein weiterer Faktor für ausbleibenden Nachwuchs sei eine nicht vorhandene Work-Life-Balance. Sie selbst sei 365 Tage im Jahr rund um die Uhr erreichbar. „Ich brenne für meinen Beruf, aber auch ich bin manchmal an der Grenze“, sagt Seifert.

Wie Katrin Walmanns berichtet, habe der Landrat des Werra-Meißner-Kreises dem RP mitgeteilt, dass nach seiner Einschätzung die Behandlung von Groß- und Kleintieren und die hoheitlichen Aufgaben durch Tierärzte aktuell sichergestellt sei. „Zu berücksichtigen sei dabei auch, dass von den landwirtschaftlichen Vollerwerbsbetrieben mit Schweine-, Milchvieh- und Geflügelhaltung häufig für die Bestandsbetreuung spezialisierte, überregional tätige Tierärzte von außerhalb des Landkreises hinzugezogen werden“, so Walmanns. (nde)

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