Zahnpflege bei Kindern: Karies wird nach der Pubertät zum Problem

Werra-Meißner. Immer weniger Kinder im Werra-Meißner-Kreis haben Zahnkaries - darauf lässt eine Studie der hessichen Jugendzahnärzte zum Thema Karies im Milchgebiss schließen. Allerdings gibt es auch eine negative Entwicklung.

Demnach stieg im Zeitraum der vergangenen neun Jahre der Anteil kariesfreier Fünfjähriger von 58 auf 68 Prozent an. „Viele Kinder haben sehr gute Zähne, aber es gibt leider noch etliche, bei denen bereits das Milchgebiss Löcher hat“, lautet denn auch das Fazit von Zahnarzt Dr. Alfred Reuffurth in Eschwege.

Er ist auch Vorsitzender des Arbeitskreises Jugendzahnpflege Eschwege. Er bestätigt, dass einen klaren Trend des Kariesrückgangs bei Jugendlichen im bleibenden Gebiss gibt. Immer mehr Jugendlichen hätten kein einziges Loch in den Zähnen.

Allerdings sei bei jenen Jugendlichen, die noch Zahnfäule haben, oft eine Verschlimmerung festzustellen. „Nach der Pubertätsphase gibt es ein paar Spezies, die sich nicht ums Zähneputzen kümmern.“ Entsprechend gebe es mittlerweile nicht wenige junge Leute, „da geht alles in Schutt und Asche“.

Im Milchgebiss sei der Anteil der Kinder mit Karies auch zurückgegangen, hat Dr. Reuffurth ebenso registriert. Ernste Sorgen machen sich seine Witzenhäuser Kollegin Dr. Gudrun Flechsig aber weiterhin um die Kleinkinder, bei denen Milchzähne durch frühkindliches Nuckelflaschen-Karies dramatisch zerstört werden. Die Zahl der Betroffenen verringerte sich zwar, aber die Kinder mit dem Karies leiden, sagt Dr. Flechsig, die auch Vorsitzende des Arbeitskreises Jugendzahnpflege im Kreisteil Witzenhausen ist.

Daher ist es wichtig, dass zahnmedizinische Gruppenvorbeugung in den Kindertagesstätten auch auf die U3-Einrichtungen ausgeweitet werden, sagen die engagierten Mitstreiter der Arbeitskreise. Denn dass ihre stete Prophlaxe-Aktionen in den Kitas immer mehr Wirkung zeigen, wird durch die Ergebnisse bei den Kariesuntersuchungen bestätigt. (sff/mso)

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