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Fragen und Antworten: Im Frühjahr beginnt die Zeckensaison

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Von: Emily Spanel

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Bei Spaziergängen in der Natur empfehlen Apotheker die Verwendung eines Zeckenabwehrsprays. Hat sich doch eine Zecke festgebissen, sollte sie zügig entfernt werden – am besten mit einer Spezialpinzette.
Bei Spaziergängen in der Natur empfehlen Apotheker die Verwendung eines Zeckenabwehrsprays. Hat sich doch eine Zecke festgebissen, sollte sie zügig entfernt werden – am besten mit einer Spezialpinzette. © Patrick Pleul/dpa

Mit den steigenden Temperaturen im beginnenden Frühjahr nimmt die Zeckengefahr auch im Werra-Meißner-Kreis rapide zu.

Werra-Meißner – Ist aber jeder Stich von Zecken gefährlich und welche Krankheiten übertragen sie? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Was gibt es Wissenswertes zu Zecken?

Zecken sind keine Insekten, sondern gehören zu den Milben, die wiederum den Spinnentieren zugerechnet werden. Die Tiere beißen auch nicht, sondern sie stechen – zumindest in der Sprache der Wissenschaftler. Und sie stürzen sich entgegen der landläufigen Meinung auch nicht hinterrücks auf Wanderer, sondern sind eher gemächliche Krabbler.

Wie groß ist das Risiko, das von Zecken ausgeht?

Zecken kommen in ganz Deutschland vor. In unserer Region am verbreitetsten ist der Gemeine Holzbock, der sich auf Gräsern, Laub oder in Büschen aufhält. Von dort hängt sich das Milbentier an vorbeikommende Menschen oder Tiere und sucht sich an deren Körper in aller Ruhe eine geeignete Stelle zum Stechen. Der Stich an sich ist nicht gefährlich und auch kaum zu spüren, da die Zecken ein betäubendes Sekret absondern. Entscheidend für die Gesundheit ist, ob bei der Blutmahlzeit Krankheitserreger übertragen werden.

Wann beginnt die Zeckensaison?

Aktiv werden die Zecken bereits ab einer Temperatur von acht Grad. Deshalb rät Uwe Arlt, Mitglied im Vorstand des Hessischen Apothekerverbandes, bereits im Frühjahr unbedingt zur Vorsorge gegen Zeckenstiche. „Bei Wanderungen durch Wälder oder höheres Gras ist das Tragen geschlossener Schuhe und langer Socken unbedingt angeraten, um den Stichen vorzubeugen“, sagt Uwe Arlt. Denn: Zecken können Borreliose und Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) übertragen, eine Gehirn-, Hirnhaut- oder Rückenmarkentzündung.

Wie erkenne ich eine Borreliose-Erkrankung?

Borreliose kann verschiedene Organsysteme betreffen, vor allem die Haut, das Nervensystem und die Gelenke. Daher ist der Krankheitsverlauf sehr unterschiedlich und teils schwer von anderen Krankheiten abzugrenzen. Am häufigsten ist die sogenannte Wanderröte: Ein roter Kreis, der sich um die Einstichstelle bildet und sich langsam vergrößert. Er kann nach einigen Tagen bis mehreren Wochen auftreten. Weitere Anzeichen sind grippeähnliche Beschwerden.

Nach Angaben des Robert- Koch-Instituts (RKI) können, je nach Region, bis zu 30 Prozent der Zecken die sogenannten Borrelien in sich tragen. Die Borreliose wird mit Antibiotika behandelt.

Ist auch eine FSME-Übertragung möglich?

Seltener übertragen Zecken Viren, die eine Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) auslösen können. Wenn überhaupt Symptome auftreten, ähneln sie zunächst denen einer Grippe. In seltenen Fällen können später Entzündungen des Gehirns oder der Hirnhäute auftreten, die sich durch Bewusstseins- und Koordinationsstörungen oder Lähmungen bemerkbar machen. Nur 0,1 bis 5 Prozent der Zecken tragen das Virus laut Angaben des Robert-Koch-Instituts in den Risikogebieten in sich – Risikogebiete finden sich vor allem im Süden Deutschlands. Der Werra-Meißner-Kreis gehört bislang nicht dazu. Da FSME durch Viren verursacht wird, hilft kein Antibiotikum. Eine Impfung ist aber möglich.

Wie schützt man sich wirksam vor Zeckenstichen?

Der Hessische Apothekerverband rät, den Körper nach jedem längeren Aufenthalt im Freien nach Zecken abzusuchen. Hat sich eine Zecke festgebissen, sollte sie zügig entfernt werden. Die Wahrscheinlichkeit einer Borreliose-Übertragung sinkt dann. Keinesfalls darf die Zecke abgerissen werden, weil sonst der Kopf in der Haut verbleibt und weiter Viren übertragen werden können. Die Apotheken halten Zeckenkarten und Spezialpinzetten bereit, die das Entfernen der ganzen Zecke erleichtern.

Von Emily Hartmann

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