Krankheit behandelbar

Endometriose: Häufige Ursache für starke Unterleibsschmerzen und Unfruchtbarkeit

Nicht normal: Wenn Frauen während der Menstruation immer starke Schmerzen haben, könnte eine sogenannte Endometriose vorliegen – eine häufige Erkrankung, die behandelbar ist.
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Nicht normal: Wenn Frauen während der Menstruation immer starke Schmerzen haben, könnte eine sogenannte Endometriose vorliegen – eine häufige Erkrankung, die behandelbar ist.

Viele Frauen nehmen es als normal hin, wenn sie während der Menstruation immer starke Schmerzen haben. Das muss aber nicht sein, es könnte auch eine sogenannte Endometriose vorliegen.

Eschwege – Schmerzen während der Periode, beim Wasserlassen, beim Geschlechtsverkehr bis hin zur Unfruchtbarkeit – eine häufige Ursache dafür sind Endometriosen. Dabei siedeln sich Zellen der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutterhöhle an – etwa auf den Eierstöcken oder zwischen Gebärmutter und Darm oder Harnblase, auch die Eileiter selbst können verschlossen werden.

„Etwa 15 Prozent aller Frauen zwischen der ersten Periode und der Menopause leiden unter der Erkrankung“, weiß Dr. med. Christine Riechmann, leitende Oberärztin für Frauenheilkunde am Klinikum in Eschwege. Die Dunkelziffer der betroffenen Frauen und Mädchen sei ihrer Auffassung nach sogar deutlich höher.

Vor allem wenn junge Mädchen oder Frauen über schlimme Schmerzen während ihrer Periode klagen, bekämen sie häufig von ihren Müttern, die oft selbst betroffen sind, zu hören, das sei normal. „Starke Schmerzen während der Regel sind nicht normal“, sagt Christine Riechmann und empfiehlt betroffen Frauen, einen Arzt zu konsultieren.

Mit jeder Regelblutung, mit der auch die innerhalb der Gebärmutter aufgebaute Schleimhaut abblutet, beginnen auch die versprengten Schleimhautzellen im Unterleib zu bluten. Sie ähneln dann Schürfwunden, bilden Entzündungen und können zu schmerzhaften Verwachsungen führen.

Die Ursachen

Die Ursache der Endometriose ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Eine Vermutung lautet, dass rückwärts fließendes Menstruationsblut über die Eileiter in den Bauchraum gelangt und sich die Schleimhautzellen dort ansiedeln, oder dass eine Fehlfunktion des Immunsystems an der Krankheitsentstehung beteiligt ist. Auch erbliche Faktoren dürften für das Auftreten einer Endometriose mitverantwortlich sein.

Meist schon im ersten Gespräch mit Patientinnen sei für die Frauenärztin Christine Riechmann zu erkennen, ob es sich um eine Endometriose handelt, die die multiplen Beschwerden auslöst. „Gut ist, wenn die Endometriose möglichst schon im Frühstadium behandelt wird.“

Dr. med. Christine Riechmann,  leitende Oberärztin für Frauenheilkunde am Klinikum in Eschwege.

Die Diagnostik

Für eine fundierte Diagnose muss eine Bauchspiegelung gemacht werden. Diese findet ambulant und unter Vollnarkose statt. „Dabei suchen wir das komplette Bauchfell, Leber und die Lungenbegrenzung mit ab“, sagt die Ärztin, die unter anderem auf die Diagnostik und Behandlung von Endometriosen spezialisiert ist und aus ihrer Zeit an einem Frankfurter Klinik viel Erfahrung über Kinderwunschpatienten gesammelt hat.

„Meist kommen Patientinnen nach etwa einem Jahr unerfüllten Kinderwunsches zur Diagnostik“, sagt Christine Riechmann. Nicht immer können man die Endometriose, selbst mit geschultem Auge, erkennen, weil diese sich manchmal auch in der Gebärmuttermuskulatur befindet. Dann ist eine Diagnose aber per Ultraschall möglich.

Die Therapie

Zur Behandlung beziehungsweise Linderung der Krankheit, die als chronisch gilt, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die Endometrioseherde können ausgeschält oder verödet werden. „Bei 50 Prozent der Patientinnen ist die Endometriose anschließend weg, bei der anderen Hälfte kommt sie früher oder später wieder“, sagt Christine Riechmann. Entscheidend sei auch, was die Krankheit bereits für nicht sichtbare Schäden verursacht habe.

Eine andere Möglichkeit der Behandlung, die sich gut für junge Frauen eignet, sei eine gestagenbasierte Pille. Eine Pille, die kein Östrogen enthält und ohne Unterbrechung genommen wird (auch Minipille genannt). Vergleichbar, aber eher für Frauen geeignet, die bereits Kinder geboren haben, sind Gestagen-Spiralen. Foto: stefanie salzmann

Von Stefanie Salzmann

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