Auch im Werra-Meißner-Kreis gibt es eine Erhebungsstelle

Zensus - Bevölkerung wird 2022 wieder gezählt

Ab Mai 2022  wird wieder eine Volkszählung durchgeführt.
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Ab Mai 2022 wird wieder eine Volkszählung durchgeführt.

2022 findet in Deutschland wieder eine Volkszählung statt, der sogenannte Zensus. Befragt werden nicht alle Bewohner der Republik, sondern etwa zehn Prozent der Bevölkerung, die per Stichprobe ausgewählt werden.

Werra-Meißner - Dazu werden Erhebungsstellen eingerichtet – im Werra-Meißner-Kreis befindet sich diese in Eschwege. Sie kümmert sich um die Anwerbung, Betreuung, Schulung und Koordination der sogenannten Erhebungsbeauftragten.

„Für den Werra-Meißner-Kreis werden etwa 140 solcher Beauftragter benötigt“, sagt Sylvia Weinert vom Landkreis. Diese besuchen die bei der Stichprobe ausgewählten Menschen aus dem Kreis und erfassen deren Daten. Die Rekrutierung werde ab Dezember beziehungsweise Januar beginnen. Dazu wird es entsprechende Ausschreibungen geben – denn jeder Bürger kann sich auf die Jobs bewerben. Die Erhebungsstelle sucht geeignete Bewerber dann nach bestimmten Kriterien aus.

Befragungen beginnen Mitte Mai 2022

Die Beauftragten beginnen ab dem 15. Mai 2022 mit ihren persönlichen Befragungen in Haushalten und Wohnheimen. Alle ausgewählten Menschen im Landkreis erhalten per Post eine Terminankündigung. Zur Auskunft sind sie übrigens verpflichtet. Die Daten werden aber nicht ausschließlich über persönliche Besuche ermittelt. Der Zensus stützt sich auch auf bereits bestehende Verwaltungsregister. „In erster Linie liefern die Melderegister der Kommunen die Ausgangsdaten“, sagt Sylvia Weinert. Um aber die Qualität der Datenbasis zu verbessern, werde ein Teil der Bevölkerung zusätzlich direkt befragt. Mit dem Zensus 2022 soll ermittelt werden, wie viele Menschen aktuell in Deutschland leben, wo sie wohnen und arbeiten.

Zensus findet alle zehn Jahre statt

Die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder nehmen alle zehn Jahre den Zensus vor, um verlässliche Daten für Planungen zu erhalten. Diese Daten sollen Antworten geben auf Fragen wie „Gibt es genügend Wohnraum?“ oder „Brauchen wirmehr Kindergärten, Schulen oder Pflegeeinrichtungen?“.Ursprünglich sollte der Zensus bereits in diesem Jahr stattfinden. Aufgrund der Pandemie wurde er verschoben.  

Auch Eigentümer werden befragt

Neben den Angaben zur Bevölkerung werden auch der Gebäude- und Wohnungsbestand sowie die Wohnsituation der Haushalte ermittelt. Befragt werden also zum Beispiel auch Eigentümer und Verwalter von Gebäuden und Wohnungen. Dazu findet aktuell schon eine Vorbefragung statt. Eigentümer und Verwalter beantworten Fragen online – auch sie sind gesetzlich zur Auskunft verpflichtet. Die Zugangsdaten zum Online-Fragebogen erhalten die Personen per Post.

Fragen und Antworten zum Zensus 2022

Wie viele Menschen leben in Deutschland, wie wohnen sie, wie arbeiten sie? Um solche Fragen geht es beim Zensus 2022. Die Vorbereitungen laufen, ausgewählte Haushalte könnten also bald Post vom Statistischen Landesamt erhalten. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten dazu:

Was ist der Zensus überhaupt?

Der Zensus dient zur Ermittlung statistischer Daten über die Bevölkerung. Es sollen alle Einwohnerinnen und Einwohner zum Stichtag 15. Mai 2022 gezählt werden, erklärt das Statistische Bundesamt, das eine Infoseite unter zensus2022.de eingerichtet hat. Mit dem Zensus 2022 nimmt Deutschland an einer EU-weiten Zensusrunde teil, die seit 2011 alle zehn Jahre stattfinden soll. Wegen Corona wurde der Zensus ein Jahr verschoben. Volkszählungen als Vollerhebung aller Bürger fanden zuletzt 1987 – begleitet von Protesten – im früheren Bundesgebiet und 1981 in der damaligen DDR statt.

Warum sollen die Daten ermittelt werden?

Bund, Länder und Gemeinden sind bei ihren Planungen auf verlässliche Daten zu den Bevölkerungs- und Wohnungszahlen angewiesen. Die amtliche Einwohnerzahl ist laut Statistischem Bundesamt eine wichtige Grundlage für viele rechtliche Regelungen, etwa für die Einteilung der Wahlkreise, die Stimmenverteilung im Bundesrat sowie für Ausgleichszahlungen wie den Länderfinanzausgleich, den kommunalen Finanzausgleich sowie EU-Fördermittel. Diese werden alle pro Kopf berechnete.

Welche Ergebnisse sollen dabei geliefert werden?

Es sollen die aktuellen Bevölkerungszahlen, Daten zur Demografie (Alter, Geschlecht, Staatsbürgerschaft) sowie zur Wohn- und Wohnungssituation (wie durchschnittliche Wohnraumgröße, Leerstand oder Eigentümerquote) erhoben werden. Die Ergebnisse sollen Ende 2023 vorliegen und veröffentlicht werden.

Wie steht es um den Datenschutz?

Die Daten würden nur anonymisiert ausgewertet, heißt es vom Bundesamt. Es gehe nicht darum, etwas über die individuellen Lebensverhältnisse oder Einstellungen zu erfahren. Statistik bedeute, dass Daten verallgemeinert und Durchschnitte berechnet werden – und eben nicht der Einzelfall dargestellt werde. Dies gewährleiste ein Geheimhaltungsverfahren.

Wird für den Zensus jeder befragt?

Nein. Der Zensus nutzt als Basis bestehende Verwaltungsregister, vor allem Melderegister der Kommunen. Die Qualität der Daten soll dann dadurch verbessert werden, dass man Haushalte befragt, die in einer Stichprobe ausgewählt werden. Zudem gibt es eine Gebäude- und Wohnungszählung.

Wer soll auf jeden Fall Daten liefern?

Bewohner in Wohnheimen (etwa Studierendenwohnheime) sind zur Auskunft verpflichtet. In Gemeinschaftsunterkünften (etwa Justizvollzugsanstalten, Krankenhäusern) ist die Einrichtungsleitung auskunftspflichtig. Bei der Zählung von Gebäuden und Wohnungen werden Eigentümer, Verwaltungen sowie sonstige Verfügungs- und Nutzungsberechtigte von Wohnraum befragt.

Wie erfahre ich, ob ich befragt werden soll?

Man muss sich nicht selbst zur Teilnahme am Zensus melden. Das Statistische Landesamt wendet sich postalisch an jeden, der an einer Befragung teilnehmen muss.

Vorab gibt es eine Vorbefragung zu Gebäuden und Wohnungen. Warum?

Die Vorbefragung 2021 zur Gebäude- und Wohnungszählung soll Fragen im Vorfeld klären und den Zensus 2022 erleichtern. Das Landesamt verschickt dabei an ausgewählte Personen ein Anschreiben mit Zugangsdaten für einen Online-Fragebogen, der ausgefüllt und elektronisch versendet werden soll.

Wie soll der eigentliche Zensus ablaufen?

In den Kommunen werden Erhebungsstellen eingerichtet, die sich um die Anwerbung, Betreuung und Schulung von Erhebungsbeauftragten kümmern. Diese wiederum nehmen dann die Befragungen vor. Sie besuchen die ausgewählten Bürger und erfassen die Daten mit einem (Online-)Fragebogen. Ein Ausweis soll die Rechtmäßigkeit ihrer Arbeit bestätigen.

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