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Zu wenig Forstarbeiter: Für Waldumbau fehlt laut IG Bau Personal

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Von: Stefanie Salzmann

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Lässt die Späne fliegen: Forstarbeiter Horst Häde schneidet mit der Kettensäge eine Fallkerbe in den Baumstamm. So fällt der Baum in die gewünschte Richtung.
Lässt die Späne fliegen: Forstarbeiter Horst Häde schneidet mit der Kettensäge eine Fallkerbe in den Baumstamm. So fällt der Baum in die gewünschte Richtung. © Kessler

Der Umbau des Waldes ist laut Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) eine „Mammutaufgabe“, die sich nur mit mehr Fachkräften bewältigen lasse. Die würden aber fehlen.

Werra-Meißner – Weg von der Monokultur hin zum klimastabilen Mischwald: Um die massiven Schäden im Wald durch zu trockene Sommer, Käferbefall und Stürme zu beseitigen und neue Wälder anzulegen, brauche es in der Forstwirtschaft deutlich mehr Fachpersonal – nach Schätzungen der Gewerkschaft würden bundesweit zirka 11 000 ausgebildete Forstarbeiter fehlen.

Auch die beiden hiesigen Forstämter in Wehretal und Hessisch Lichtenau stehen vor diesen großen Aufgaben. Einen akuten Personalmangel bestätigen die beiden Forstämter derzeit noch nicht. Im Bereich des Forstamtes Wehretal gilt es 3000 Hektar Wald aufzuforsten, für das Forstamt Hessisch Lichtenau gibt dessen Leiter Matthias Dumm 3500 Hektar an (Staatswald, Kommunalwald, Privatwald).

Matthias Dumm
Matthias Dumm © Wiebke Huck

Das Forstamt Hessisch Lichtenau beschäftigt derzeit 17 Forstwirte und fünf Auszubildende Das entspräche der Sollstärke von einem Forstwirt auf 1000 Hektar Wald, so Dumm. Im Forstamt Wehretal sind es laut des Leiters Dr. Thomas Rysavy elf Forstwirte. Beide Behörden bestätigen, dass ein Großteil der Arbeit durch Subunternehmen geleistet werde. Im Forstamt Wehretal sind das laut Rysavy etwa 70 Prozent, in Hessisch Lichtenau 80 Prozent.

Mehr Attraktivität für Nachwuchskräfte

Die IG Bau spricht von einem „Notruf aus dem Forst“ und ruft private Waldbesitzer, Bund, Länder und Kommunen dazu auf, sich dringend um den Personalaufbau zu kümmern. Dazu gehöre eine höhere Attraktivität für Nachwuchskräfte durch faire Bezahlung, Weiterbildungsmöglichkeiten und unbefristete Verträge. Zu begrüßen sei die Strategie von Ländern wie Hessen und Mecklenburg-Vorpommern, die Revierleitern wieder eine Verbeamtung anbieten würden. (salz)

Laut einer aktuellen Umfrage der IG Bau unter 1300 Forstbeschäftigen haben neun von zehn der Befragten angegeben, dass es in den Betrieben nicht genügend Mitarbeiter gebe, um die anfallenden Arbeiten zu bewältigen. „Die öffentliche Hand hat die Forstwirtschaft über viele Jahre kaputtgespart. Das rächt sich jetzt“, kritisiert Harald Schaum, stellvertretender Bundesvorsitzender der IG Bau.

Zumindest das Forstamt Hessisch Lichtenau bestätigt einen hohen Altersdurchschnitt bei seinen Beschäftigten. „Zwölf der 17 Mitarbeiter sind über 50 Jahre alt“, so Dumm. Noch aber könnten die Ausbildungsplätze besetzt werden. (Stefanie Salzmann)

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