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Zucker und Energie aus der Region

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Karl Rohmund (links) und Max Ulrich Aschhoff zeigen das Saatgut.
Karl Rohmund (links) und Max Ulrich Aschhoff zeigen das Saatgut, das sich zu einer circa ein Kilo schweren Zuckerrübe entwickelt. © ULRIKE KÄBBERICH

Wenn früh am Morgen in Wanfried die Besprechung stattfindet, ist das Wetter immer Thema. „Aktuell war es zu kalt, ansonsten herrscht aber eine gute Bodenfeuchte“, resümiert Max Ulrich Aschhoff, Betriebsleiter der Werra-Meißner Agrar GbR. Die Arbeit auf dem ackerbaulichen Betrieb, das wird im Gespräch schnell klar, hat kaum noch etwas mit der romantischen Vorstellung eines Bauern auf seinem Felde zu tun.

Vielmehr ist es eine hoch spezialisierte Tätigkeit, die detailliertes Fachwissen verlangt. In der Landwirtschaft müssen ständig verschiedene natürliche Prozesse, der Schutz der Pflanzen und des Bodens im Blick behalten werden. „Der Boden ist unser höchstes Gut“, stellt Aschhoffs Stellvertreter Karl Rohmund fest. Deswegen ist es das oberste Anliegen der Landwirte, nachhaltig zu arbeiten, so dass der Boden fruchtbar bleibt und Humus aufgebaut wird. Das geschieht mit einer abwechslungsreichen Fruchtfolge aus Mais, Zuckerrüben, Nutzhanf und verschiedenen Getreidearten wie Weizen und Gerste.

Seit Mitte April herrscht Hochsaison im Betrieb, die Aussaat von Mais und Zuckerrüben steht an. „In dieser Zeit arbeiten wir meist alle rund um die Uhr“, berichtet Rohmund. Den Start für die Aussaat der „süßen“ Früchte gibt die Natur vor. „Man muss nicht der Erste sein, der mit der Aussaat beginnt, bei uns gilt ‚Eile mit Weile’.“ Der Boden sollte mindestens 6 bis 8 Grad warm sein. Das Saatgut sollte 2 bis 3 Zentimeter tief abgelegt werden, abhängig von der Bodenfeuchte. Der Reihenabstand beträgt 45 Zentimeter, der Abstand des Samens innerhalb der Reihe liegt bei 21 Zentimetern. Diese Präzisionsarbeit setzt nicht nur modernste Arbeitsgeräte voraus, sondern auch eine sorgfältige Vorbereitung des Bodens mit der Egge. Gleiches gilt für die Maisaussaat, die etwas später als die der Zuckerrübe stattfindet. Mit hohem Ertrag und hoher Methanausbeute ist Mais eine wichtige Komponente in Biogasanlagen und somit Beitrag zur Energiewende. „Biogas ist die einzige erneuerbare Energie, die unabhängig von Sonne und Wind funktioniert“, weiß Aschhoff. Als Tierfutter ist Mais zudem ein wichtiger Energielieferant. Auch die Zuckerrübe ist ein regionaler Alleskönner: Nicht nur als Lebensmittel, auch in der Industrie und Pharmazie wird er genutzt. Aus der Rübe kann zudem Bioethanol zur Beimischung in Kraftstoffe hergestellt werden. Nebenprodukte wie Melasse oder Rübenpellets werden als Tierfutter verwendet.

„In der Wachstumsphase sind eine bedarfsgerechte Düngung und Pflanzenschutz für die Ertragssicherheit wichtig“, erklärt Aschhoff. Eine genaue Beobachtung des Bestandes, eine exakt berechnete Aufwandmenge und genaue Ausbringung sorgen für gute Wirksamkeit und verringern das Risiko unerwünschter Resistenzen. Alternativ lassen sich Unkräuter durch mechanische Bodenbearbeitung bekämpfen – die jedoch nicht nur Vorteile mitbringt: mehr Überfahrten benötigen mehr Treibstoff, können zu vermehrter Austrocknung des Bodens führen und stören Bodenbrüter. Für Aschhoff steht deshalb fest: „Für die Umwelt, das Leben im Acker und auch den Geldbeutel ist ein Ackerbau, bei dem jeder Eingriff abgewogen wird, die beste Lösung.“

Bereits im Winter wurden die Felder von einem weiteren Mitspieler auf die Aussaat vorbereitet: „Die Zwischenfrüchte bewahren die Bodengesundheit, binden Nährstoffe und verhindern, dass diese in tiefere Bodenschichten ausgewaschen werden, für die Pflanzen unerreichbar sind und letztendlich im Grundwasser landen – aktiver Gewässerschutz also“, berichtet Max Aschhoff. „Außerdem verhindern begrünte Flächen Bodenerosion durch Wind oder Starkregen.“ Im Frühjahr wird die Zwischenfrucht in den Boden eingearbeitet und gibt durch die Verrottung wiederum die gespeicherten Nährstoffe an die nachfolgende Kultur ab. Das ausgeprägte Wurzelsystem sorgt zudem für ein lockeres, krümeliges und luftdurchlässiges Bodengefüge, ganz so, wie es Zuckerrüben und Mais mögen.

Von Ulrike Käbberich

Anzeigensonderveröffentlichung „Landwirtschaft in Nordhessen“ und „Direktvermarkter aus der Region“ hier als PDF

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