Zuckerrüben: Bauern brauchen nicht bangen

Europäische Zuckermarktordnung ab 2017: Nordhessens Landwirte müssen nicht bangen.

Werra-Meißner. Während die Rübenanbauer Südniedersachsens sich Sorgen um ihr Einkommen ab dem nächsten Jahr machen, können unsere Landwirte und der Rest von Nordhessen beruhigt sein.

Denn die Folgen, die die Veränderungen in der europäischen Zuckermarktordnung durch die Liberalisierung ab 2017 haben, bringt den hiesigen Bauern keine Verschlechterung. Das sagt Uwe Roth, der Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Werra-Meißner, auf Anfrage.

Er verweist auf die Ländergrenze, die auch die Anbaugebiete teilt. Während den südniedersächsischen Landwirten die Zuckerrüben vom Zuckerproduzenten Nordzucker (Braunschweig) abgenommen werden, haben die nordhessischen Bauern Verträge mit dem Nahrungsmittelkonzern Südzucker (Mannheim). Ihre Zuckerrüben werden in der Zuckerfabrik in Wabern (Schwalm-Eder-Kreis) verarbeitet. Und die beiden Zucker-Unternehmen reagieren völlig unterschiedlich auf die neue Situation ab 2017. Während Nordzucker die Rübenflächen auf die Nähe ihrer Fabriken konzentrieren will, setzt Südzucker auf Expansion und dehnt die Anbaugebiete eher noch aus. Für die etwa 30 Landwirte im Werra-Meißner-Kreis, die auf rund 650 Hektar Zuckerrüben anbauen, bedeutet dies laut Uwe Roth, dass der Anbau hier gehalten wird.

Die Reduzierung des Anbaus habe hier bereits 2006/2007 stattgefunden, als marktferne Flächen herausgekauft worden seien, erläutert der Kreisgeschäftsführer. Sie lag damals bei rund 40 Prozent. Seither sei der Anbau im Landkreis stabil. Welche Strategie letztlich erfolgreich ist, ob die von Nordzucker oder von Südzucker, das sei derzeit aber völlig offen, so Roth.

Hintergrund

Zuckerrüben stellen hohe Standort-Anforderungen und werden fast ausschließlich im Unteren Werrabergland angebaut. Der Flächenumfang liegt bei 646 Hektar. Besonders große Anteile liegen in den Gemarkungen Eschwege, Reichensachsen, Niederhone und Oberhone, Weidenhausen und Jestädt sowie weiter werraabwärts in Ellershausen, Wendershausen und Gertenbach.

Zuckerrüben sind ein Nischenprodukt im Werra-Meißner-Kreis, auch wenn die Anbaufläche zehnmal größer ist als für Kartoffeln (65 Hektar).

Zum Vergleich: Auf rund 24.500 Hektar werden im Landkreis Ackerkulturen angebaut.

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