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Zurück in der Heimat: Familie Fey lebte mehr als 30 Jahre im Schwabenland

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Von: Julia Henniges

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Jürgen und Heidi Fey stehen auf einer kleinen brauen Holzbrücke, beide tragen ein blaues Oberteil
Zurückgekommen: Jürgen und Heidi Fey lebten zunächst in Grandenborn. Nach vielen Jahren im Schwabenland zog es sie dann nach Reichensachsen. © Julia Stüber

Viele junge Menschen zieht es in die größeren Städte. Einige bleiben dort ein Leben lang. Andere kehren nach vielen Jahren wieder zurück in ihre Heimat – den Werra-MeißnerKreis. Was sind ihre Gründe?

Reichensachsen – Jürgen und Heidi Fey lebten mehr als 30 Jahre im Schwabenland. Hier zogen sie ihre Kinder groß, arbeiteten und engagierten sich. Als der Ruhestand immer näher rückte, entschied sich das Paar dafür, wieder in den Landkreis zurückzukehren. Heute leben sie in Reichensachsen.

Die Geschichte beginnt allerdings in Grandenborn. Denn dort wuchs Jürgen Fey auf und arbeitete später als Facharbeiter bei der Firma Sahm in Eschwege. Nach einem Job im Bergbau zog es ihn als Zeitsoldat zu den Heeresfliegern nach Fritzlar. Und bei einem Diskobesuch in Wega, ein Stadtteil von Bad Wildungen, lernten sich schließlich Heidi und Jürgen Fey kennen. Wenig später zog es das Paar schon zurück nach Grandenborn, sie blieben mehrere Jahre in der Heimat. Doch aus beruflichen Gründen ließen sie und ihre beiden Kinder sich dann doch in der Nähe von Stuttgart nieder. Das war Ende der 1980er- Jahre. „Zwischenzeitlich hatte ich eine Ausbildung zum Industriemeister Metall gemacht. Im Werra-Meißner-Kreis gab es in diesem Bereich aber wenig Jobs. In Großraum Stuttgart war das Angebot und die Bezahlung dagegen deutlich besser“, sagt Jürgen Fey. Auch im Schwabenland fühlte sich die Familie insgesamt sehr wohl.

Zurück in der Heimat nach 30 Jahren im Schwabenland

Ende 2019 sollte schließlich der Ruhestand von Jürgen Fey beginnen. Immer mal wieder überlegte das Paar, in den Werra-Meißner-Kreis zurückzukehren. „Die Heimat war immer im Hinterkopf. Die Umgebung ist uns bekannt, teilweise lebt hier die Familie, das Essen ist gut und die Landschaft mögen wir auch.“ Nach kurzer Zeit fand das Ehepaar ein Haus in Reichensachsen und zog 2021 schließlich vom Schwabenland in den Landkreis. Auch ihr Sohn kam gleich mit und lebt heute in Eschwege – obwohl er in Grandenborn nur die ersten zwei Jahre seines Lebens verbrachte.

„Wir sind einfach beide Kinder vom Land. Hier in Reichensachsen haben wir einen Garten und genießen insgesamt die Ruhe und die Freiheit“, sagen Heidi und Jürgen Fey. Auch ihren Wunsch, mit dem Ruhestand altersgerechter zu leben, konnten sie im Werra-Meißner-Kreis mit dem Kauf des Bungalows umsetzen. Insgesamt sei es während der Pandemie nicht ganz einfach gewesen, neue Kontakte zu knüpfen. „Wir wurden hier aber sehr herzlich empfangen und haben ein tolles Verhältnis zu den Nachbarn.“

Zurück in der Heimat: Fast 350 Kilometer sind es von Reichensachsen nach Stuttgart

Zurück in Reichensachsen

Außerdem bringt sich das Paar im Landkreis ein. Beide gehen mit Hunden aus dem Eschweger Tierheim Gassi, Jürgen Fey engagiert sich bei der Initiative „Reichensachsen selber machen“.

Ihre Tochter, die mit Ehemann und drei Enkelinnen im Schwabenland lebt, sehen Heidi und Jürgen Fey mindestens einmal im Monat. Denn der 66-Jährige arbeitet als freiberuflicher Dozent in der Nähe von Stuttgart – so stattet das Paar immer wieder auch der alten Heimat einen Besuch ab.

(Von Julia Stüber)

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