Kunstwoche

Zur Kreativität: Evangelische Jugendbildungsstätte richtet Kunstwoche für Kinder aus

Ballon aus Pappmaché: Luise Röth (11) hat einen Melonen-Heißluftballon gebastelt.
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Ballon aus Pappmaché: Luise Röth (11) hat einen Melonen-Heißluftballon gebastelt.

Kunst, Musik und Werken kamen während Corona zu kurz: Die Evangelischen Jugendbildungsstätte Werra-Meißner hat nun ein kreatives Angebot für Kinder gemacht.

Werra-Meißner – Die Coronapandemie hat in den vergangenen achtzehn Monaten das Leben von Kindern und Schülern komplett auf den Kopf gestellt. Und selbst wenn die Grundfächer im Homeschooling und Wechselunterricht abgedeckt wurden, so kamen andere Fächer auf jeden Fall zu kurz: Kunst, Werken, Musik. Diese Erfahrung hat Gudrun Lang, Leiterin der Evangelischen Jugendbildungsstätte Werra-Meißner, erst kürzlich gemacht.

Im Rahmen der Kunstwoche, die in der letzten Sommerferienwoche angeboten wurde, haben elf Kinder im Alter zwischen 9 und 13 Jahren fünf Tage lang gemalt, gebastelt, geklebt und entworfen. „Wir haben erlebt, wie befreiend das für unsere Teilnehmer war, sich kreativ austoben zu können.“

Das bestätigen auch die beiden Projektleiterinnen Chantal Wiechern und Stella Olowski, die die Kinder begleitet haben. „Da ist so viel Potenzial, so tolle Ideen und es sind wirklich hervorragende Arbeiten entstanden“, freut sich Stella Olowski, die selbst Künstlerin ist und als Dozentin auch mit Studenten zusammenarbeitet. „Wir haben pro Tag immer ein Grundthema gehabt und uns dann überraschen lassen“, ergänzt Chantal Wiechern.

Die Kinder konnten mit verschiedenen Materialien und Techniken experimentieren

Aquarell, Bleistift, Ytong, Pappmaché oder Collagen – die Kinder konnten mit verschiedenen Materialien experimentieren, dazu gab es auch informative theoretische Einheiten über Kunstrichtungen und -techniken. „Die Kinder haben nach der langen Zeit ohne Gruppenkontakt und der Beschränkung auf das Nötigste zurück zur Kreativität gefunden“, so Gudrun Lang von der Familienbildungsstätte. Dabei dürfe nicht unterschätzt werden, wie essenziell die kreative Entfaltung für die geistige und soziale Entwicklung und die Herausbildung der Selbstwahrnehmung sei.

In fünf Tagen sind zahlreiche Kunstwerke entstanden, am Ende wurde eine eigene kleine Ausstellung organisiert, damit auch die Eltern die Exponate bestaunen konnten. Von detailreichen Manga-Zeichnungen über Wasserfarben- und Aquarellbilder, Schattenskizzen und Pappmaché-Landschaften reichte die Bandbreite der jungen Künstler.

„Faszinierend ist, dass wir sie nur unterstützend begleitet haben“, sagen die Projektleiterinnen. „Die Ideen haben die Kinder selbst entwickelt.“

Vielen Kindern hat das kreative Arbeiten gefehlt

„Ich male auch Zuhause sehr viel“, sagt die 13-jährige Ricarda Rehbein, die bei der Kunstwoche gemeinsam mit Freundin Luise Röth eine Vulkanlandschaft aus Pappmaché gestaltet hat. Jason Frank (acht Jahre) hat aus Ästen, einem Baumstamm und Karton einen Roboter kreiert und die elfjährige Luise einen Wassermelonen-Heißluftballon. Dabei mussten aber auch mit Schranken im Kopf aufgeräumt werden. „Manche denken, es muss perfekt sein. Ein perfekter, gerader Baum“, so Chantal Wiechern.

„Aber wer kreativ und frei sein will, muss diese starren Denkmuster ablegen. Es muss gefallen und Freude bringen. Perfektionismus gibt es in der Kreativität nicht.“ Und auch dass es keiner Profi-Künstlerausrüstung bedarf, um etwas Schönes zu schaffen, haben die Teilnehmer gelernt. Ein Eierkarton zum Farbenmischen, recyceltes Material, Gegenstände aus der Natur – das Alltägliche hält allerhand Möglichkeiten bereit.

Aber so ganz ohne Leinwände, Farben oder Gips geht es auch nicht. „Wir bedanken uns bei allen Firmen und Betrieben, die unsere Kunstwoche mit Materialspenden unterstützt haben“, so Gudrun Lang. Der Hagebaumarkt, Maler Sauer, die Apotheken Goldbach und Adler und die Tischlereien Eichholz und Berneburg haben zum Gelingen des Projektes beigetragen.

Von Maren Schimkowiak

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