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Medaillenregen für Paul-Moor-Schüler bei nationalen Special Olympics in Berlin

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Von: Emily Spanel

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Die Bronzemedaille über 25 Meter Freistil gab es für Udo-Willi Dielenschneider. Später legte er eine Silbermedaille über 25 Meter Rücken nach. Jennifer Grenske errang in den gleichen Disziplinen die gleichen Medaillen. Jennifer Seegers wurde Sechste über 25 Meter Freistil und Fünfte über 50 Meter Freistil.
Bei der Eröffnungsfeier der Special Olympics im Stadion An der Alten Försterei in Berlin: Die Delegation der Paul-Moor-Schule erlebte Emotionen und Leidenschaft pur. Für alle ein unvergessliches Erlebnis. © Matthias Gruber

Reichensachsen/Berlin – Es hat ein bisschen was von der biblischen Geschichte David gegen Goliath: Als wohl kleinste Delegation ist das Schwimmteam der Reichensächser Paul-Moor-Schule zu den nationalen Special Olympics nach Berlin gereist. Dort aber ging ein wahrer Medaillenregen auf die drei Starter Jennifer Drenske, Jennifer Seegers und Udo-Willi Dielenschneider nieder:

Mit ihrem Talent, Willen und Ehrgeiz und dank ihres großen Trainingsfleißes ließ das Trio die Sportler viel größerer deutscher Vereine und Verbände hinter sich und brachte zwei Silber- und zwei Bronzemedaillen mit zurück nach Reichensachsen.

„Einfach eine Wahnsinnsleistung“

„Einfach eine Wahnsinnsleistung“, sagt Lehrer und Betreuer Matthias Gruber, der ebenso wie Tobias Dück und Schulleiterin Heike Henn mit nach Berlin gereist war und unendlich stolz auf die Leistungen der Schüler ist, die teilweise ihre persönlichen Bestzeiten unterboten haben. Nicht vergessen wollen sie den Schüler Jan Möller, der fest zum Team gehört, den aber eine Coronaerkrankung in letzter Minute um den Start in Berlin brachte. „Für uns ist jeder unserer Schüler ein Sieger – ganz gleich, ob oder welche Platzierung er erreicht hat“, sagt Matthias Gruber.

Insgesamt ging es in Berlin für knapp 4000 Athleten mit geistiger und mehrfacher Beeinträchtigung in 20 verschiedenen Sportarten um Medaillen – und um die Qualifikation für die Special Olympics World Games im kommenden Jahr an gleicher Stelle. „Unser Team war besonders von den Emotionen und der Leidenschaft beeindruckt“, sagt Matthias Gruber: „Eine sensationelle Stimmung. Diese Gefühle erlebt man selten.“ Unvergesslich werde allein die Eröffnungsfeier bleiben: Der Rasen, auf dem sonst Fußball-Bundesligist 1. FC Union Berlin seine Heimspiele austrägt, wurde zur inklusiven Tanzbühne. Neben den Athleten der Special Olympics feierten 7000 Besucher ausgelassen im Stadion An der Alten Försterei die Eröffnung der Spiele.

„Dimensionen sind verrückt“

„Die Dimensionen in Berlin sind schon verrückt“, sagt Matthias Gruber mit einem Lächeln. Allein die Schwimmhalle mit zwei hintereinanderliegenden Becken, mit professionellen Wettkampfrichtern und genauester elektronischer Zeitmessung hätten den Paul-Moor-Schülern eine enorme Umstellung und Anpassung abverlangt. Zum Vergleich: Durch die Coronapandemie waren ihre wöchentlichen Schwimm- und Trainingszeiten im Espada-Freizeitbad in Eschwege stark eingeschränkt. „Umso höher ist die Leistung des Schwimmteams einzuschätzen“, erklärt der Betreuer.

Nicht möglich gewesen wäre der Berlin-Aufenthalt der Paul-Moor-Schulen-Delegation ohne eine Zuwendung der EAM. 2500 Euro hatte der regionale Energieversorger gespendet; die Summe wurde komplett dazu verwendet, um Startgebühren sowie die Übernachtungs- und Reisekosten der Reichensächser zu decken.

Von Emily Hartmann

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