Altstadt und Barbarasiedlung

Zwei Millionen Euro Fördermittel für Sontra

Ehemalige Regenbogenschule in Sontra: Neben einer Kita entsteht hier auch ein Jugendzentrum. Der Abriss der Turnhalle (Gebäude in der Mitte) ist Teil des Förderprogramms. 
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Ehemalige Regenbogenschule in Sontra: Neben einer Kita entsteht hier auch ein Jugendzentrum. Der Abriss der Turnhalle (Gebäude in der Mitte) ist Teil des Förderprogramms. 

Das Städtebau-Förderprogramm 2021 „Lebendige Zentren“ fördert hessenweit insgesamt 42 Projekte mit mehr als 37 Millionen Euro von Bund und Land.

Sontra – Dabei geht es vor allem um die Belebung von Innenstädten, die Beseitigung von Leerständen und um eine Stärkung der Versorgungsinfrastruktur. Sontra erhält mit zwei Millionen Euro eine der höchsten Förderungen landesweit (bei einem Investitionsvolumen von drei Millionen Euro).

Das Fördergebiet umfasst die Altstadt und die Barbarasiedlung. Und das sind die einzelnen Projekte der Stadt:

Regenbogenschule

Seit 2019 steht die ehemalige Regenbogenschule leer (wir berichteten). Die Grundschule ist inzwischen Teil des Campus der Adam-von-Trott-Schule. An der ehemaligen Regenbogenschule soll ein soziales und kulturelles Zentrum entstehen, das alle Alters- und Bevölkerungsgruppen anspricht.

Geplant sind: Eine Kita (Förderung bereits 2020 beantragt), ein Jugendzentrum (Awo), eine Tagespflege, ein Familienzentrum und Gemeinschaftsräume der evangelischen Kirchengemeinde.

Für letztere soll die Turn- und Pausenhalle abgerissen werden und ein Neubau entstehen. Teil des Förderprogramms 2021 sind der Abbruch der Sporthalle (Kosten: 275 000 Euro), Aufzüge (175 000 Euro) und Freiflächen sowie Außenanlagen (rund 1,8 Millionen Euro).

Alte Feuerwache

Die ehemalige Feuerwache an der Bäckergasse gehört laut Projektbeschreibung dem Arbeiter-Samariter-Bund – als Standort für den Rettungsdienst wird sie aber nicht mehr genutzt. Eine Wohnung im Dachgeschoss sowie einige Garagen sind vermietet.

Die Stadt will das Gebäude kaufen, sanieren und für den sozialen Bereich nutzen – zum Beispiel könnte dort eine Obdachlosenunterkunft entstehen.

Denkbar seien außerdem sanierte Einzelwohnungen und die Vermietung der Garagen, um die Parkplatzsituation vor Ort zu entlasten. Beantragt wurden die Erstellung eines Verkehrswertgutachtens und der Kauf des Gebäudes durch die Stadt (Ankauf: 75 000 Euro).

Niedertor

Ständiger Autoverkehr, wenig Verkehrssicherheit (zum Beispiel schmale Gehwege) und keine Aufenthaltsmöglichkeiten: Der Bereich am ehemaligen Niedertor – Kreuzungsbereich Göttinger Straße/Hinter der Mauer/Hinter der Wachtmauer/Niederstadt – hat einige Mängel. Das soll sich ändern.

Im vergangenen Jahr hat die Stadt bereits die verfallene Niedermühle in diesem Bereich erworben, das Gebäude soll im Frühjahr 2022 abgerissen werden.

Insgesamt soll der Platz am Niedertor neu gestaltet werden. Der dort befindliche Eingang zur Altstadt soll wieder erkennbar werden und an Aufenhaltsqualität gewinnen. Teil des Förderprogramms sind die Planung (90 000 Euro) und der Bau (160 000 Euro) für diesen ersten Abschnitt.

Private Objekte

Die Villa „Hesse“ und die ehemalige Zigarrenfabrik am Eingang zu Innenstadt und das Bahnhofsgebäude prägen das Stadtbild. Alle drei Komplexe werden saniert.

Der Bahnhof dient künftig als Veranstaltungsort (wir berichteten), die Villa eignet sich für eine Wohn-, Büro- oder Praxisnutzung, die Fabrik kann zum barrierefreien Wohnraum umgestaltet werden. Jedes Projekt wird mit 100 000 Euro gefördert.

Konzept Innenstadt

Auch die Innenstadt soll attraktiver und daher umgestaltet werden. So sind beispielsweise mehr Aufenthaltsangebote geplant, die Geschäfts- und Wohnbereiche sollen belebt und wieder stärker genutzt werden.

Zur Vorbereitung des Projekts (zum Beispiel Beauftragung des Gestaltungskonzeptes) wurden 30 000 Euro im Förderantrag veranschlagt.

Anreizprogramm

Viele private Gebäude sind laut Förderantrag bezüglich Wohnqualität und energetischem Zustand nicht mehr zeitgemäß.

Freiflächen im Zentrum, die privat oder gemeinschaftliche als Gartenräume genutzt werden könnten, gibt es kaum. Privateigentümer sollen durch finanzielle Anreize zu Investitionen angeregt werden – es geht um die Instandhaltung, Modernisierung und Attraktivierung ihrer Wohn- oder Geschäftsräume sowie ihrer Hof- und Außenbereiche.

Mithilfe eines Anreizprogrammes sollen private Maßnahmen mit maximal 25 Prozent und bis zu 20 000 Euro bezuschusst werden. Dazu müssen nun zunächst die Ziele des Programms konkretisiert und Fördermodalitäten geklärt werden. Für diese und weitere erste Schritte wurden im Städtebau-Förderprogramm 2021 insgesamt 60 000 Euro beantragt. (Von Julia Stüber)

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