Kampf um Schwebdaer Horst

Zwei Storchenpaare kämpfen um Brutplatz auf Rittergut

Storcheneltern in Gefahr: Das Weißstorchpaar aus dem vorigen Jahr hat mit der Brut auf dem Steinernen Haus begonnen. Doch regelmäßig werden die Tiere von einem anderen Weißstorchpaar attackiert.
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Storcheneltern in Gefahr: Das Weißstorchpaar aus dem vorigen Jahr hat mit der Brut auf dem Steinernen Haus begonnen. Doch regelmäßig werden die Tiere von einem anderen Weißstorchpaar attackiert.

Nachdem 21 Jahre lang kein Storchenpaar Notiz von dem Horst auf dem Steinernen Haus des Rittergutes Schwebda genommen hat, ist die bei Adebars offenbar plötzlich heiß begehrte Brutimmobilie Schauplatz erbitterter Kämpfe.

Schwebda - Im vorigen Jahr hatte erstmals seit zwei Jahrzehnten im Werra-Meißner-Kreis dort ein Storchenpaar gebrütet und erfolgreich vier Jungvögel großgezogen.

Um so größer war die Spannung, ob das Paar in diesem Jahr zurückkehren würde. Dann, in den ersten Märztagen dieses Jahres, beobachtet der Naturschützer Rainer Oßlok ein Weißstorchmännchen und hoffte, dass es der Storchenvater aus dem Vorjahr ist. Das Männchen belegte den Horst und verteidigte ihn tapfer gegen übermütige Greifvögel, die auch Interesse hatten. Auf einem Foto, das Oßlok schießt, stellt er fest, dass das Männchen beringt ist – also nicht der Storch aus 2020 sein kann. Nach zwei Tagen zieht der Storch wieder ab.

Das erste Paar kam Ostersamstag

Am Ostersamstag, es ist inzwischen der 3. April, taucht diesmal ein Weißstorchenpaar auf. Die beiden erwachsenen Vögel, das zeigt sich erneut auf einem Foto, sind beide beringt. Oßlok und der Naturfotograf Rolf Semmelroth gehen davon aus, dass das Männchen inzwischen eine Storchenfrau gefunden hat und in Schwebda mit der Brut starten will.

Kampf zwischen zwei brutwilligen Paaren

Doch nur zwei Tage später kommt es auf dem Giebel des Steinernen Hauses zur Konfrontation. Am Ostermontag 18 Uhr taucht plötzlich ein zweites Storchenpaar auf. Ein Beobachter schildert, dass die beiden Männchen an diesem Abend erbittert um den Horst kämpfen. „Nachdem das zweite Paar verstanden hatte, dass es nicht erwünscht ist, flog es schweren Herzens wieder ab“, sagt Semmelroth, der täglich den Horst beobachtet. Er vermutet, dass es sich um das Paar vom letzten Jahr handelte. „Die Verhaltensforschung hat belegt, dass Störche standorttreu sind“, sagt er.

Obwohl das neue Paar zunächst den Sieg davonträgt, sorgt das launische Aprilwetter mit Regen und Frost für schlechte Brutbedingungen. Für ihre Familiengründung verlässt das Paar das Steinerne Haus vermutlich um den 12. April wieder, um an anderer Stelle sein Glück zu finden.

Somit war der Horst frei für das letztjährige Paar. Den Beweis für diese Behauptung lieferten die Fotos vom 16. April, die zeigten, dass keins der beiden Tiere beringt ist. Die beiden machen dann auch flugs Nägel mit Köpfen. Fünf Tage nach ihrer Ankunft beginnt die Störchin mit der Eiablage.

Störchin brütet jetzt

Seit voriger Woche Dienstag lässt sich gut beobachten, dass das Storchenpaar mit dem Bebrüten der Eier begonnen hat. „Das sieht so aus, dass immer ein Vogel brütet und der andere den Horst verlässt, um Nahrung zu besorgen“, erzählt Semmelroth. Das tun die Tiere im Wechsel von zirka 20 Minuten, dann werden zunächst die Eier gewendet, eh es auf die Wiesen zur Jagd geht. Nach 32 Tagen Brutzeit schlüpfen dann die Jungen.

Doch der Kampf um den Horst in Schwebda scheint noch nicht zu Ende zu sein. Wie Semmelroth dieser Tage erfuhr, kommt alle paar Tage das beringte Storchenpaar und attackiert das Brutpaar. „Wir hoffen, dass die Streithähne sich beruhigen und die Brut problemlos vonstattengeht.“ Stefanie Salzmann

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