Spülauftrag im Ahrtal

Zwei Vierer-Teams des Klärwerks Eschwege helfen im Katastrophengebiet im Ahrtal

Verabschiedung in den Einsatz: (von links) Paul Felix Tille, Jens Franz, Torsten Seeger, Sven Maur, Stephan Waßmann, Personalratsvorsitzende Bärbel Schäfer, Leon Zindel, Personalchefin Andrea Müller-Brandl, der Leiter des Klärwerks Stephan Bauer und Bürgermeister Alexander Heppe.
+
Verabschiedung in den Einsatz: (von links) Paul Felix Tille, Jens Franz, Torsten Seeger, Sven Maur, Stephan Waßmann, Personalratsvorsitzende Bärbel Schäfer, Leon Zindel, Personalchefin Andrea Müller-Brandl, der Leiter des Klärwerks Stephan Bauer und Bürgermeister Alexander Heppe.

Zwei Vierer-Teams des Eschweger Klärwerks werden mit Personal und zwei Kanalspülfahrzeugen die Aufräumarbeiten im Katastrophengebiet im Ahrtal unterstützen. Sonntag brechen sie auf.

Eschwege – Was sie in dem Katastrophengebiet im Ahrtal erwartet, wissen die Männer vom Zentralklärwerk noch nicht. Die gröbsten Schäden wurden nach der Flutkatastrophe zwar beseitigt, noch immer werden aber beispielsweise vier Menschen vermisst. „Jeder, der sich an diesem Einsatz beteiligt, muss darauf eingestellt sein, auch unangenehme Erfahrungen zu machen“, warnte Sachgebietsleiter Jens Franz seine Kollegen vor dem Einsatz.

Dennoch haben sich sieben Kollegen bereit erklärt, mit ihm nach Barweiler zu fahren, um bei den Aufräumarbeiten zu unterstützen. Teilweise haben die Kollegen dafür ihren Urlaub verkürzt.

Zwei Spülfahrzeuge und acht Mitarbeiter

Mit zwei Kanalspülfahrzeugen brechen vier Mitarbeiter des Zentralklärwerks am Sonntag in Richtung Nürburgring auf. Die Aktion wurde initiiert von der sogenannten Kanalnachbarschaft der Bundesländer Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland. Derzeit sind dort bereits über 30 Kanalspülfahrzeuge aus dem gesamten Bundesgebiet im Einsatz. Ab Montag werden nun auch Beschäftigte aus Eschwege diesen Hilfseinsatz für einige Wochen unterstützen. Mit zwei städtischen Kanalspülfahrzeugen werden sie dabei helfen, das dortige Kanalnetz wieder funktionsfähig zu machen, von Schlamm und Unrat zu befreien und auch im Rahmen der Abwasserreinigung zu unterstützen.

Einsatz soll vier bis sechs Wochen dauern

Vier bis sechs Wochen sind für den Einsatz anberaumt. Zwei Vierer-Teams wechseln sich im 14-Tage-Rhythmus ab. Dabei sind Auszubildender Paul Felix Tille, Jens Franz, Torsten Seeger, Sven Maur, Stephan Waßmann, Leon Zindel und René Geißler. „Das wird nichts Alltägliches, so eine Aufgabe hatte bislang keiner von uns“, sagt Jens Franz. Untergebracht sind sie im Hotel, von der Einsatzleitung bekommen sie vor Ort ihre Aufträge zugeteilt. Großraumkanäle räumen, Regen-Rücklaufbecken säubern und Kläranlagen vom Unrat befreien werden zu ihren Aufgaben gehören.

Mit dem nigelnagelneuen Spülfahrzeug (wir berichteten) und dem 15 Jahre alten Modell werden sie im Einsatz sein. Gerade das neue Fahrzeug werde mit seiner Spülleistung eine echte Unterstützung sein, sagt Franz. Auch wenn sie hauptsächlich Maschinen bedienen, gilt es, besondere Hygienevorgaben einzuhalten. Von einem Eschweger Elektrohändler haben sie deshalb eine Waschmaschine und einen Trockner zum kleinen Preis bekommen. Ein Eschweger Berufsbekleidungsspezialist hat Handschuhe zu Sonderkonditionen mitgegeben. Die müssen im Einsatz täglich mehrfach gewechselt werden.

Sie sind eine gute Visitenkarte für unserer Stadt

Alexander Heppe, Bürgermeister

„Trotz aller Hilfsbereitschaft: Bringen Sie sich nicht unnötig in Gefahr“, gab ihnen Bürgermeister Alexander Heppe bei der Verabschiedung mit auf den Weg. Er zollte seinen Mitarbeitern Respekt für den freiwilligen Einsatz. „Sie sind eine gute Visitenkarte für unsere Stadt.“ Für Heppe, Personalchefin Andrea Müller-Brandl und Personalratsvorsitzende Bärbel Schäfer ist dieser Einsatz gelebte Solidarität. „Auch die Stadt Eschwege wäre froh, wenn wir im Katastrophenfall Unterstützung bekommen.“ (Tobias Stück)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.