Äpfel zum Nulltarif: Ansturm auf die Ippinghäuser Streuobstwiese

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Vorfreude: Direkt nach der Ernte bereitete Regina Wiest zuhause Apfelpfannkuchen zu.

Ippinghausen. Da lässt man sich nicht lange bitten. Wenn man von den Äpfeln am Fuße des Weidelsberges soviel ernten darf, wie man tragen kann, ohne zahlen zu müssen, heißt es: Nichts wie hin.

„Dieses Angebot mussten wir einfach wahrnehmen“, sagte Frank Klement aus Ippinghausen. Zusammen mit Ehefrau Yvonne und Tochter Lilly war er am Samstagnachmittag zur Streuobstwiese der Freien Arbeitsgruppe Umwelt und Naturschutz Ippinghausen (Fauni) am Fuße des Weidelsberges gekommen. Mitgebracht hatten die Klements jede Menge Körbe, konnten sie dort doch, so Fauni-Vorsitzender Manfred Seydel, „kostenlos so viele Äpfel ernten, wie jeder tragen kann“.

Die Klements waren aber nicht die einzigen, die zu diesem gemeinsam von Fauni und dem Wolfhager Sport- und Fitness-Studio Lupus initiierte Apfelerntefest unter dem Motto „Streuobst macht fit“ gekommen waren, es gab einen regelrechten Ansturm.

Seit 1989 setzt sich Fauni in Kooperation mit dem Ippinghäuser Ortsbeirat für den Erhalt der zwischen dem Dorf und dem Weidelsberg gelegenen großen Streuobstwiese ein. 2004 wurde die Fläche durch eine angrenzende Baumpaten-Streuobstwiese erweitert. Manfred Seydel: „Über 150 verschiedene Apfelsorten, darunter auch seltene Lokalsorten wie der Vaterapfel oder der Weidelsburg-Säuerling, wachsen dort.“

Lecker: Yvonne, Frank und Lilly Klement (von links) laden ihre Körbe voll.

Der Renner bei der diesjährigen Apfelernte war die Sorte Goldrenette von Blenheim, die erstmals um 1740 als Zufallssämling im englischen Woodstock in der Nähe des hochherrschaftlichen Landsitzes Blenheim-Palace gezüchtet wurde. Ein großer, geschmacklich harmonisch süß-mildsäuerlicher Tafelapfel, der nach der Ernte noch vier bis fünf Monate lang gelagert werden kann. Manfred Seydel: „Frisch verzehrt ist er eine echte Vitaminbombe. Er eignet sich auch bestens für die häusliche Verarbeitung.“

Yvonne Klement hatte auch schon einen genauen Plan für die Ernte: „Bei uns wird daraus Apfelmus, Kompott und vor allem Gelee hergestellt. Zudem Apfeltorte und -kuchen gebacken.“ Das gleiche hat auch Regina Wiest vor, die sich aber gleich am Erntetag in der heimischen Küche ihr Lieblingsgericht zubereitete: Apfelpfannkuchen.

Zu kurz kam niemand beim Äpfel ernten. Manfred Seydel: „Wir haben in diesem Jahr qualitativ und quantitativ eine hervorragende Apfelsaison.“ So wurden von den Teilnehmern auf der Ippinghäuser Streuobstwiese am Samstag rund eine Tonne Äpfel geerntet. Und die fleißigen Pflücker erfuhren viel Wissenswertes über die alten Apfelsorten, die nur noch in wenigen Gärten zu finden sind. Zum Abschluss konnten dann die Teilnehmer frisch gebackenen Apfelkuchen kosten.

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