Alltagsräume werden bei Dorf-eigen-ART zur Galerie

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Öffnet in diesem Jahr gern wieder seinen Hof für die Kunst: Für Bernhard Viereck ist es die menschliche Begegnung mit Künstlern und Besuchern, die die Dorf-eigen-ART ausmacht. Darauf freut sich auch Gabriele Wille.

Oelshausen. Die einen sind winzig klein, andere wirken fast ein wenig bedrohlich in ihrer überdimensionierten Statur. Und doch lässt Mechthild Viereck die schwarzen Ameisen gern über ihren Arm krabbeln.

Gewickelt aus Folie und Blumendraht, wecken sie bei der 67-jährigen Oelshäuserin Erinnerungen. Es sind schöne Erinnerungen. Erinnerungen an eine ganz besondere Zeit, als sich vor zehn Jahren ihr hübsches Bauernhaus samt Scheune und malerischem Garten für ein paar Tage in eine Galerie verwandelte und der Kunst von Ankabuta eine Bühne bot.

Ankabuta heißt eigentlich Song-Li Seuk, wurde 1980 in Korea geboren und ist in der Kunstszene auch als Spinnenfrau bekannt. Kleine Krabbler scheinen es ihr angetan zu haben, denn in den Zierenberger Stadtteil hat sie im Jahr 2005 über 10.000 Ameisen mitgebracht, die den Hof der Vierecks bevölkerten und tausende Besucher aus allen Himmelsrichtungen anlockten. „Bis heute bewahre ich einige von ihnen auf“, sagt Viereck, die regelrecht ins Schwärmen gerät, wenn sie über die gemeinsame Zeit mit Ankabuta erzählt: „Sie hat schon zwei mal bei uns ausgestellt, und mittlerweile haben wir ein freundschaftliches Verhältnis.“ Gut erinnere sie sich an Ankabutas Frage, ob Mechthild Viereck und ihr Mann Bernhard nicht „ein bisschen Eltern“ für sie sein könnten. „Sie war da gerade zwei Jahre in Deutschland und vermisste ihre Eltern sehr, wir haben ihr den Wunsch gern erfüllt.“

Dass Künstler derart herzlich und unkompliziert sind, sei aber nicht selbstverständlich, sagt Gabriele Wille, zuständig für die Pressearbeit im Dorf-eigen-ART-Verein. „Nicht allen ist klar, dass sie hier keine schicke Galerie, sondern ganz alltägliche Lebensräume vorfinden.“ Überwiegend jedoch werde die Herausforderung gesehen, so einen reizvollen Kontrast und ein spannendes Zusammenspiel entstehen zu lassen. „Hier treffen einfach zwei grundverschiedene Welten aufeinander“, weiß Mechthild Viereck, die mittlerweile stellvertretende Vorsitzende des Vereins ist und für die kommende Ausstellung vom 17. bis 20. September 30 Familien gewinnen konnte, als „Galeristen auf Zeit“ aktiv zu werden und ihre Wohnzimmer, Flure, Scheunen und vieles mehr der Kunst zu öffnen.

Nun fehlen nur noch die Künstler, bei deren Suche auch diesmal wieder Ausstellungserfinderin Dr. Sylvia Kernke helfen wird. Auch wenn sie nicht mehr im Vorstand ist, geht ohne die „Mutter der Dorf-eigen-ART“ - wie sie von den Oelshäusern liebevoll genannt wird - nichts. „Sie ist sozusagen die Kuratorin der Ausstellung, wurde von uns beauftragt, das Bewerbungsverfahren und die Auswahl der Künstler abzuwickeln“, sagt Wille.

Jury entscheidet im Juni

Noch bis Sonntag, 31. Mai, läuft das Bewerbungsverfahren, Unterlagen sind auf der Homepage unter www.dorf-eigen-art.de zu finden. Welche Künstler tatsächlich bei der fünften Auflage des Kunstspektakels dabei sein werden, entscheidet im Juni eine Fachjury zusammen mit einem Vertreter der ausstellenden Familien. Dann sind natürlich auch die Vierecks wieder dabei und hoffen schon jetzt, ihre „Tochter“ Ankabuta wieder zu sehen - ob mit oder ohne Ameisen.

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